Regionalliga Nordost: Zerstörung und Becherwürfe durch BFC Dynamo – Luckenwalde macht Ansage

Wegen der Becherwürfe musste die Regionalliga-Partie des FSV Luckenwalde gegen den BFC Dynamo für mehrere Minuten unterbrochen werden. Die Spieler um BFC-Torhüter Leon Bätge wurden vom Schiedsrichter in die Kabine gebeten.
Matthias KochDer Becherwurf-Eklat überschattete den emotionalen Heimsieg des FSV Luckenwalde gegen den BFC Dynamo. Luckenwalde hatte sich in der Fußball-Regionalliga Nordost am Donnerstagabend gegen den Tabellenzweiten mit 2:0 (1:0) durchgesetzt.
Es war lange Zeit ein stimmungsvoller Fußballabend unter Flutlicht vor 1479 Zuschauern im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion. Darunter befanden sich ca. 800 Fans des BFC Dynamo auf den Stehplatzrängen sowie 100 BFC-Anhänger auf der Sitzplatztribüne im „Seele“.
Till Plumpe hatte die Gastgeber bereits nach sechs Minuten in Führung geschossen. In der 87. Minute traf Timm Koch zum 2:0-Endstand. BFC-Kapitän Rufat Dadashov scheiterte in der 74. Minute mit einem Foulstrafstoß am Luckenwalder Torhüter Kevin Tittel.
Nach dem zweiten Luckenwalder Treffer durch Timm Koch schlug die Stimmung schlagartig um. Es flogen Bierbecher von BFC-Fans in Richtung des Linienrichters und der Luckenwalder Bank. Schiedsrichter Christoph Dallmann aus Rostock unterbrach das Spiel nach diesem Eklat kurz vor Schluss und schickte beide Mannschaften in die Kabine.
Trainer Michael Braune war in der Luckenwalder Coachingzone direkt von den Becherwürfen betroffen. „Es fand alles in meinem Rücken statt. Ich will auch keine Halbwahrheiten erzählen. Fakt ist aber, dass Bierbecher in unsere Coachinzone geflogen sind. Von wem die gekommen sind, weiß ich nicht“, berichtete Braune. Der FSV-Coach machte jedoch eine klare Ansage: „Ich finde, das sollte man unterlassen. Emotionen gehören zwar zum Sport dazu. Aber irgendwo gibt es auch Grenzen. Da muss jeder für sich selbst in einer ruhigen Minute mal nachdenken, was geht und was nicht geht.“
Dirk Kunert als Trainer des BFC Dynamo sprach nach dem Spiel von einer „komischen Situation“, weil auf Berliner Seite zunächst niemand so richtig mitbekommen habe, was genau passiert ist. Bei den Gästen war man deshalb von der Spielunterbrechung überrascht. „Die Schiris sind an uns vorbeigegangen, ohne etwas zu sagen. Wir wussten nicht, wie es weitergeht.“
Zur Erinnerung: Im April 2023 wurde das Drittliga-Spiel FSV Zwickau gegen Rot-Weiß Essen in der Halbzeitpause abgebrochen, weil dem Schiedsrichter beim Gang in die Kabine Bier ins Gesicht geschüttet worden war.
Zerstörung im Gästebereich
Die BFC-Fans auf der Haupttribüne wurden nach dem Becherwurf-Eklat gebeten, diesen Stadionbereich zu verlassen, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Erst nach einer mehrminütigen Unterbrechung konnte die Partie zu Ende gebracht.
Außerdem wurde am Donnerstagabend im Gästebereich des Werner-Seelenbinder-Stadions eine Toilette zertrümmert. „Das scheint leider im Fußball zur Tradition zu werden. Die genaue Höhe des Schadens steht noch nicht fest“, erklärte Hendrik Brösel als Geschäftsführer Sport und Vereinsentwicklung beim FSV Luckenwalde.
Dennoch überwog bei den Gastgebern die Freude über den Heimsieg sowie den stimmungsvollen Fußballabend im „Seele“. Deshalb gab es ein dickes Lob von Trainer Michael Braune: „Kompliment an die Zuschauer. Ich bin schon lange hier in Luckenwalde unterwegs, auch als Spieler – eine solche Stimmung habe ich selten erlebt. Danke an die Zuschauer beider Seiten. Der BFC hat auch seinen Teil dazu beigetragen.“ Zumindest bis zum Bierbecher-Eklat.

