Regionalliga: Ex-Cottbuser Toni Stahl mit Chance auf 3. Liga – auch Marc Stein hofft

Torwart: Toni Stahl hofft, im Trikot von Hannover 96 II den Aufstieg in die 3. Liga bejubeln zu dürfen. Vorher muss das Team aber noch in die Relegation. Das Aufstiegsrennen in den fünf Regionalliga-Staffeln ist vor dem letzten Spieltag hoch spannend.
Steffen BeyerDas Rennen um den Drittliga-Aufstieg in den fünf deutschen Regionalliga-Staffeln ist vor dem letzten Spieltag ein hoch spannendes. Nur im Westen steht der Aufsteiger schon sicher fest, die Meister im Nordosten und Südwesten müssen noch gekürt werden, die Meister aus dem Norden und Bayern treffen in der Relegation am 29. Mai und 2. Juni aufeinander.
Dort wird auch Ex-Cottbuser Toni Stahl als Torwart von Hannover 96 II Chancen auf den Drittliga-Aufstieg haben. Der 24-Jährige ist aber nicht der einzige ehemalige Lausitzer, der auf die 3. Liga hofft. Im Südwesten thronen die Stuttgarter Kickers mit Sportdirektor Marc Stein an der Tabellenspitze.
Regionalliga Nordost
- Platz 1: FC Energie Cottbus (33 Spiele, 68 Punkte, 66:37 Tore)
- Platz 2: Greifswalder FC (33 Spiele, 65 Punkte, 63:31 Tore)
- Platz 3: Viktoria Berlin (33 Spiele, 62 Punkte, 52:37 Tore)
Energie Cottbus geht mit bester Ausgangslage ins Saisonfinale am Sonntag (19. Mai). Beim Auswärtsspiel gegen Hertha BSC II reicht den Lausitzern bereits ein Remis zum ersehnten Aufstieg in die 3. Liga. Der Konkurrent aus Greifswald muss hingegen sein Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz gewinnen und gleichzeitig auf eine Cottbuser Niederlage hoffen.
Regionalliga West
- Platz 1: Alemannia Aachen (33 Spiele, 72 Punkte, 63:34 Tore)
- Platz 2: 1. FC Bocholt (33 Spiele, 62 Punkte, 46:28 Tore)
- Platz 3: Wuppertaler SV (33 Spiele, 61 Punkte, 67:43 Tore)
Aus der West-Staffel kommt mit Alemannia Aachen der bislang einzige sicher feststehende Aufsteiger. Schon am 26. April hatte sich der langjährige Zweitligist den Meistertitel gesichert, weil an jenem Freitagabend der Konkurrent aus Wuppertal sein Spiel verlor. Kurios: Bei der Meisterfeier am Tag danach verlor die Alemannia ihr Heimspiel gegen den 1. FC Bocholt mit 1:2, zudem unterlag das Team am 11. Mai mit 1:4 gegen den 1. FC Düren.
Regionalliga Südwest
- Platz 1: Stuttgarter Kickers (33 Spiele, 63 Punkte, 61:32 Tore)
- Platz 2: VfB Stuttgart II (33 Spiele, 62 Punkte, 76:50 Tore)
- Platz 3: TSG Hoffenheim II (33 Spiele, 59 Punkte, 64:27 Tore)
Als Sportchef der Stuttgarter Kickers könnte Ex-Cottbuser Marc Stein (2016 bis 2018 bei Energie Cottbus) eine Sensation schaffen und aus der Oberliga bis in die 3. Liga durchmarschieren. 2023 waren die Kickers mit 84 Punkten und 108 erzielten Toren souveräner Oberligameister geworden, ein Jahr später könnten sie sich in der Regionalliga die Krone aufsetzen.
Allerdings geht dem Team ein wenig die Luft aus: Aus den vergangenen vier Spielen gab es lediglich vier Punkte, Konkurrent TSG Hoffenheim II holte gar nur zwei aus fünf Partien. Stattdessen hat sich die U23 des VfB Stuttgarts an den Stadtrivalen herangepirscht. Am letzten Spieltag gibt es ein Fernduell: Der VfB empfängt zuhause Hoffenheim, die Kickers treten auswärts beim Tabellensechsten FC Homburg an.
Regionalliga Nord
- Platz 1: Hannover 96 II (33 Spiele, 73 Punkte, 88:40 Tore)
- Platz 2: SV Meppen (33 Spiele, 68 Punkte, 71:38 Tore)
- Platz 3: 1. FC Phönix Lübeck (33 Spiele, 65 Punkte, 81:36 Tore)
In der Nord-Staffel steht der Meister zwar bereits fest, doch der Aufstieg noch nicht. Hannover 96 II muss in die Relegation gegen die Würzburger Kickers, den Meister der Bayern-Staffel. Im Tor der Niedersachsen dürfte dann wieder der gebürtige Cottbuser Toni Stahl stehen, der 2022 von Energie Cottbus nach Hannover gewechselt war und seitdem Stammkeeper der U23 ist. Für die erste Mannschaft saß Stahl in der zweiten Bundesliga zwar bereits auf der Bank, hat aber noch keinen Einsatz absolviert.
Regionalliga Bayern
- Platz 1: Würzburger Kickers (33 Spiele, 79 Punkte, 75:20 Tore)
- Platz 2: DJK Vilzing (33 Spiele, 69 Punkte, 75:38 Tore)
- Platz 3: 1. FC Nürnberg II (33 Spiele, 58 Punkte, 73:50 Tore)
Mit den Würzburger Kickers und der U23 des FC Bayern München hatten in der Regionalliga Bayern überhaupt nur zwei Teams die Zulassung zur Dritten Liga beantragt. Während Würzburg mit 24 Saisonsiegen an der Tabellenspitze thront, liegt der FCB–Nachwuchs mit 54 Punkten auf Rang 6.
Gegen Zweitvertretungen von Profiklubs schwächelte Würzburg in dieser Spielzeit, die einzigen beiden Saisonniederlagen gab es gegen die U23-Teams des 1. FC Nürnberg (0:1) und Greuther Fürth (1:3). Die Aufstiegsspiele gegen die U23 von Hannover 96 finden am 29. Mai und 2. Juni statt.
Mögliche Absteiger aus der zweiten Liga
- Platz 16: SV Wehen Wiesbaden (33 Spiele, 32 Punkte, 35:48 Tore)
- Platz 17: Hansa Rostock (33 Spiele, 31 Punkte, 29:55 Tore)
- Platz 18: VfL Osnabrück (33 Spiele, 25 Punkte, 29:68 Tore)
Während vor einigen Wochen noch ein Drittel der Zweiten Liga zittern musste, hat sich das Feld mittlerweile deutlich bereinigt. Der VfL Osnabrück rund um Ex-Cottbuser Erik Engelhardt (zehn Saisontore) steigt als Tabellenletzter ab, Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock kämpfen am letzten Spieltag um Relegationsplatz 16. Dort wartet der Drittplatzierte der 3. Liga – das wäre Preußen Münster oder Jahn Regensburg.
Ausgerechnet der FC St. Pauli könnte Hansa dabei am letzten Spieltag Schützenhilfe geben. Der bereits feststehende Bundesliga-Aufsteiger tritt in Wiesbaden an, Rostock spielt zeitgleich zuhause gegen den SC Paderborn. Bei einer Rostocker Niederlage wäre es ein doppelter Abstieg für Hansa, denn die U23 ist bereits aus der Regionalliga Nordost abgestiegen.


