Regionalliga Nordost
: Energie Cottbus, BFC, Jena oder Erfurt – wer hat den besten Kader?

Energie Cottbus kann den Kader der Meistermannschaft weitgehend zusammenhalten. Die Regionalliga-Konkurrenz ist auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Es gibt auch Sorgenkinder vor der Saison 2023/24.
Von
Jan Lehmann,
Frank Noack
Cottbus
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Der FC Energie Cottbus startet als Meister und Pokalsieger in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Nordost 2023/24. Viele Leistungsträger konnten gehalten werden, zudem gab es namhafte Verstärkungen.

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Der Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nordost ist schon jetzt eröffnet – auch wenn die Saison 2023/24 erst am letzten Juli-Wochenende startet.

Mit der Verpflichtung von Tim Campulka und Dominik Pelivan hat der FC Energie Cottbus zwei Leistungsträger vom Liga-Konkurrenten Chemnitzer FC geholt und damit auf dem Transfermarkt zwei Achtungszeichen gesetzt. Die Vereine rüsten sich für die neue Saison – es geht um den direkten Aufstieg in die 3. Liga.

Schon jetzt scheint klar: Der FCE geht als Meister und Sieger des Landespokals Brandenburg als einer der Favoriten in die neue Spielzeit. Vor allem deswegen, weil der Verein mit Kapitän Axel Borgmann, Abwehrchef Jonas Hildebrandt und Mittelfeldspieler Jonas Hofmann wichtige Stammspieler trotz auslaufender Verträge in der Lausitz halten konnte. Tobias Hasse steht ebenfalls vor der erneuten Unterschrift.

Mit Phil Halbauer (SV Lippstadt), Rudolf Ndualu (SV Babelsberg) und Cedric Euschen (BFC Dynamo) kamen zudem neue offensive Kräfte. „Wir sind mit der Zusammenstellung des Kaders sehr zufrieden. Wir sind weiter als in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt“, erklärte Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Tobias Eisenhuth ist zu Jahn Regensburg gewechselt. Die Zukunft der beiden erfolgreichsten FCE-Torschützen der Vorsaison, Nicolas Wähling (12 Tore) und Eric Hottmann (10), ist allerdings noch offen. Dennoch: Der Cottbuser Kader erscheint fast stärker als in der Vorsaison. Welche Liga-Konkurrenten können da mit ihrem Aufgebot mithalten? LR.de wagt die erste Prognose für die erste Spielzeit.

Die beiden wichtigsten Konkurrenten

Der BFC Dynamo hat auf dem Transfermarkt mit frühen Verpflichtungen aufhorchen lassen. Zwar hat Torschützenkönig Christian Beck (FSV Schöningen) den BFC verlassen. Mit Cedric Euschen (Cottbus), Darryl Geurts (Tasmania Berlin), Niklas Brandt (Greifswalder FC) oder Andreas Pollasch (SV Babelsberg) sind weitere namhafte Spieler gegangen.

Doch die Transfers des BFC können sich sehen lassen. Insgesamt kamen bisher elf neue Spieler, darunter Rufat Dadashov (FC Schalke 04 U23), Vasilios Dedidis (Carl Zeiss Jena), Leon Bätge, John Liebelt, Tugay Uzan (alle VSG Altglienicke) oder Ben Meyer (Berliner AK). Zuletzt wurde McMoordy Hüther geholt – der auch schon bei Energie Cottbus im Probetraining vorgespielt hatte.

Beim FC Carl Zeiss Jena konnte Trainer René Klingbeil nahezu die gesamte Mannschaft der Vorsaison beim Trainingsauftakt zurückgebegrüßen. Neu dabei waren zudem Fynn Kleeschätzky (Halberstadt), Elias Löder (Hallescher FC), Joel Richter (Berliner AK) und Joshua Endres (TSV Aubstadt). Für den Vize-Meister der Vorsaison könnte der Vorteil sein, dass die Mannschaft eingespielt ist. Beim BFC hingegen bleibt abzuwarten, wie schnell Trainer Heiner Backhaus der Umbruch im Team gelingt.

Die verheißungsvollen Kandidaten

Den Außenseiter-Bonus als Aufsteiger hat Rot-Weiß Erfurt nach der starken Vorsaison, in der die Thüringer der ärgste Cottbuser Konkurrent im Titelkampf waren, nicht mehr. Doch Trainer Fabian Gerber baut sich wieder einen interessanten Kader zusammen. Zwar sind die Abgänge der beiden Innenverteidiger Aaron Manu (Essen) und Patrick Nkoa (wohl zu Hansa Rostock) schmerzhaft. Doch mit Kwabe Schulz, Michael Seaton (beide Berliner AK), Lucas Zeller (Schweinfurt), Robin Fabinski (Fulda) und Natanas Zebrauskas (Fürth II), Daniel Krasucki (TeBe Berlin) und Maxime Langner (Aue/U19) hat sich RWE sehr gezielt und zudem in der Breite verstärkt.

Der 1. FC Lok Leipzig hat zehn Spieler aus der Vorsaison gehalten, darunter Zak Paulo Piplcia. Dessen Vater Tomislav Piplica ist der neue Torwarttrainer bei Lok. Mit Joe Löwe wurde ein Senftenberger aus der U19 von Dynamo Dresden geholt. Mit Paul Krause (Hertha BSC U19), Jesse Sierck (Bövinghausen), Maximilian Schütt (Norderstedt), Lukas Wilton (Aachen), Nico Rieger (Hansa Rostock II) und Ryan Adigo (Lübeck) wurden weitere junge Spieler verpflichtet.

Der SV Babelsberg hatte in der Vorsaison mit einem starken Start von sich Reden gemacht. Möglicherweise kann die Mannschaft von Trainer Markus Zschiesche in dieser Spielzeit sogar länger oben mitmitschen. Mit Philipp Zeiger, Gordon Büch (beide VSG Altglienicke), Andreas Pollasch (BFC Dynamo) sowie Leihspieler Julius Hofmann (Dynamo Dresden) wurde der Kader verstärkt.

Die Sorgenkinder der neuen Saison

Drittliga-Absteiger FSV Zwickau und den Chemnitzer FC plagen großen finanzielle Sorgen. Die beiden sächsischen Traditionsclubs müssen aktuell jeden Cent umdrehen und können nur wenig Kraft in ihre Mannschaften stecken. Der Aderlass bei beiden Teams ist riesengroß – Zwickau hat aktuell noch nicht mal einen neuen Trainer. Es ist kaum damit zu rechnen, dass diese beiden Vereine ein ernsthaftes Wort im Titelkampf mitreden.

Das gilt auch für die VSG Altglienicke und den Berliner AK. Die beiden Hauptstadtclubs waren in den zurückliegenden Spielzeiten immer feste Größen in der Regionalliga Nordost. Doch nun müssen sie wohl erst einmal ihre neuen Rollen finden. Bei Altglienicke wurde zuletzt sogar spekuliert, ob der Verein aus der Regionalliga zurückzieht. 19 Spieler haben die VSG verlassen.

Beim Berliner AK müssen ebenfalls deutlich kleinere Brötchen gebacken werden. Der BAK-Mäzen Mehmet Ali Han (Ehrenpräsident) sowie sein Sohn Ebubekir Han (Präsident) haben sich zurückgezogen. Das Bauunternehmen will zwar weiter Sponsor bleiben. Doch ein Großteil ihres finanziellen Engagements soll dem Vernehmen nach künftig beim türkischen Drittligisten Karamanspor landen, den Ali Han 2022 übernommen hatte.

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