
Prasnikar: Prasnikar: „Von hier oben habe ich alles unter Kontrolle“
Smartno ob Paki, ein 800-Seelen-Dorf zwischen Ljubljana und Maribor. Hier oben auf der slowenischen Seite der Alpen ist die Glitzerwelt der Bundesliga ganz weit weg. Wer sich die engen Straßen hochschlängelt, sieht zuerst den Sportplatz, auf dem Prasnikar gespielt und auch als Trainer gearbeitet hat. Direkt neben dem Sportplatz, der von mächtigen Gebirgsriesen eingerahmt wird, liegt das Haus des FCE-Trainers. Ein hoher weißer Zaun umgibt das 2500 Quadratmeter große Grundstück als Sichtblende. „Meine ganz persönliche Ruhezone“, sagt der ehemalige Nationaltrainer Sloweniens, der in seiner Heimat eine enorme Popularität genießt.Wirkliche Ruhe findet er jedoch auch im Urlaub nicht. Wenn nicht gerade das Handy klingelt und einheimische Medien ein Interview wollen, kümmert sich Prasnikar mit Hingabe um seinen Rasen. Wie bei der Arbeit auf dem Trainingsplatz in Cottbus ist er auch hier ein Perfektionist. Kleine Kleepflanzen, die sich im satten Grün breitgemacht haben, rupft der Slowene mit der Hand raus. „Der Rasen muss in Form sein."In Form bleiben will auch der Coach. Vor Kurzem ist er mit Ehefrau Bernarda, einer Ökonomin, einen Zweitausender hochgewandert. Am frühen Morgen um fünf Uhr ging es los, am Mittag waren sie oben und haben die atemberaubende Aussicht genossen. Die 739 Höhenmeter seines Hausberges erklimmt Prasnikar sogar mehrmals pro Woche - mit Uhr. Die Rekordzeiten: „34 Minuten hoch und 20 Minuten runter."Die Alpen sind ohnehin seine Leidenschaft. Oben in den Weinbergen über Smartno hat er ein Grundstück gekauft und ein kleines Wochenendhäuschen gebaut. „Von hier oben habe ich alles unter Kontrolle“, lächelt Prasnikar, als er auf der Terrasse sitzt und ins Savinska-Tal hinabschaut. Genau wie früher seine Eltern baut auch er Wein an. Rund 1000 Rebstöcke sind es derzeit. Im nächsten Jahr soll eine neue Sorte hinzukommen, erzählt Prasnikar stolz, während wir im Keller eine Weinprobe genießen. Dann schaut Nachbar Miso Bulajic vorbei. Sein Sohn, Spasoje Bulajic, hat in Deutschland für den 1. FC Köln und Mainz 05 gespielt - die Fußballwelt ist klein. Der Nachbar kümmert sich um das Wochenendhäuschen, wenn Prasnikar in Cottbus ist. „Wir kennen uns alle schon ein Leben lang. Einer hilft dem anderen."Ein Haus weiter erwartet uns Marjan Primozic. Neben seinem preisgekrönten Weißwein serviert er frisches Brot, Schinken und einheimische Oliven. Dazu gibt es Skuta, eine Käsecreme mit Knoblauch. Weinbauer Primozic zeigt uns stolz die kleine Rasenfläche, wo er mitten in den Bergen gerade einen Bolzplatz mit Toren und Fangnetzen baut. Prasnikar hat sie hier alle mit dem Fußballvirus angesteckt. Demnächst will er seine Freunde zu einem Energie-Heimspiel einladen und ihnen die Lausitz zeigen.Unten im Tal geht es auf dem Prasnikar-Grundstück lautstark zur Sache. Sohn Luka (21), der mit Rudar Velenje gerade in die 1. Liga aufgestiegen ist, und Tochter Lara (9) spielen mit Kindern aus der Nachbarschaft Fußball. Direkt neben dem Haus ist dafür extra eine Rasenfläche hergerichtet. Nach dem Match springen alle zur Abkühlung in den Pool. „So geht es im Sommer hier jeden Tag zu“, erzählt der Energie-Trainer über seinen Ausgleich zum knallharten Bundesliga-Geschäft. Eben ein normaler Tag in Smartno, der mit einem Familienfest am Abend in den Weinbergen ausklingt