LR+LR+Nils Petersen
: Nils Petersen schießt Paderborn fast alleine ab

Gelungene Wiedergutmachung für das bittere Pokal-Aus: Energie Cottbus meldet sich zurück im Aufstiegskampf der 2. Liga. Die Lausitzer gewannen am Samstag völlig verdient mit 5:0 vor nur 5027 Zuschauern beim SC Paderborn. Überragender FCE-Spieler war
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Paderborn
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Vier Tage nach der über weite Strecken der Partie schwachen Leistung im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg ist Energie Cottbus zurück in der Erfolgsspur. Die Lausitzer zeigten am Samstag beim SC Paderborn von Beginn an, dass sie die drei Punkte mit nach Cottbus nehmen wollten. Vor allem Nils Petersen war nie in den Griff zu bekommen und nutzte fast jede Chance in der 1. Hälfte eiskalt. In der 14. Minute köpft er aus fünf Metern völlig unbedrängt eine Reimerink-Flanke ins Paderborner Tor. In der 19. Minute macht er es dann mit dem Fuß: Nach einem Durcheinander in der Abwehr bekommen die Paderborner den Ball nicht von der Strafraumgrenze weg. Shao spitzelt die Kugel in den Lauf von Petersen, der ins kurze Eck einschiebt.

Nach einer halben Stunde kommt es dann knüppeldick für die Westfalen: Nils Petersen ist alleine durch und wird im SC-Strafraum von Palionis gefoult. Strafstoß und Rote Karte für den Abwehrspieler wegen der Notbremse. Petersen lässt sich die Chance nicht nehmen und trifft vom Elfmeterpunkt zum lupenreinen Hattrick. Cottbus fortan in Überzahl und weiter heiß auf Tore. So wie in der 33. Minute: Kapitän Kruska versucht es erst per Flanke, die direkt in seinen Lauf klärt wird. Der Mittelfeldstratege der Cottbuser fackelt nicht lange und nimmt den Ball aus 18 Metern halbrechter Position direkt und hämmert ihn mit dem rechten Aussenrist ins lange Eck. 4:0 nach etwas mehr als einer halben Stunde. Paderborn findet auch bis zur Pause fast nicht statt, wirkliche Torchancen haben die Westfalen keine einzige. „Schämt euch was“ brüllen ihnen die eigenen Fans auf dem Weg in die Halbzeitkabine entgegen.

Doch das große Aufbäumen bleibt auch in der 2. Hälfte aus. Paderborn versucht zwar mehr Druck zu machen, aber die Unterzahl macht sich in fast jeder Aktion bemerkbar. Die Cottbuser sind immer einen Schritt schneller und können die Angriffe schnell stoppen. Dazu unterlaufen den SC-Spielern viele individuelle Fehler - Bälle verspringen und Pässe landen im Nirwana.

Cottbus hätte das Ergebnis noch weiter nach oben schrauben können. Nils Petersen hat mehrfach weitere Treffer auf dem Fuß, immerhin trifft er in der 62. Minute zum vierten Mal erneut vom Elfmeterpunkt. Kruska schießt einen Freistoß in die Mauer, von wo der Ball mit dem Ellenbogen abgelenkt wird. Schiedsrichter Tobias Christ überlegt nicht lange und zeigt auf den Punkt.

Klare Chancen hatte auch Jules Reimerink in der 50. Minute, als er alleine vor SC-Torhüter Kruse zu überhastet abschließt und drüber schießt. Uwe Hünemeier verlängert in der 85. Minute einen Freistoß gefährlich per Kopf. Kurse lenkt die Kugel über die Latte. Und in der 87. Minute kann der Keeper zwei Mal glänzen. Erst ist er schnell unten bei einem Schuss von Rok Kronaveter, den Abpraller versucht Jiayi Shao aus spitzem Winkel von Rechts im Tor unterzubringen, aber erneut ist Kruse zur Stelle.

Kurz darauf ist pünktlich Schluß und Cottbus jubelt über den ersten Auswärtssieg 2011 und gleichzeitig den höchsten Auswärtssieg in der eigenen Zweit-Liga-Geschichte. Mit 42 Punkten klettern sie einen Platz nach oben auf Rang sechs und haben jetzt nur noch vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Nils Petersen führt mit 19 Saisontreffern jetzt alleine die Torschützenliste der 2. Liga an. „Viel besser geht es nicht„, meinte Kruska nach dem Schlusspfiff, „Kompliment an die Mannschaft.„ Nach dem unglücklichen Ausscheiden im DFB-Pokal-Halbfinale unter der Woche beim MSV Duisburg (1:2) schossen sich die Spieler von Coach Claus-Dieter Wollitz gehörig den Frust von der Seele. Vor allem Petersen bewies Kaltschnäuzigkeit: „Ich freue mich sehr über meinen ersten Hattrick im Profifußball.„