Nils Petersen als Trainer?: Rekordschütze des SC Freiburg überdenkt seine Zukunft

Kann Nils Petersen auch ein guter Trainer sein? Der Ex-Profi von Energie Cottbus, Bayern München, Werder Bremen und SC Freiburg erklärt, wieso er sich einen Job am Spielfeldrand inzwischen doch vorstellen kann.
Hendrik Schmidt/dpa- Nils Petersen überdenkt seine Zukunft und erwägt eine Trainerkarriere.
- Der 36-Jährige war als Spieler bei Energie Cottbus, Bayern München, Werder Bremen und SC Freiburg tätig.
- Petersen, der 34 Tore als Bundesliga-Joker erzielte, beginnt eine Trainerausbildung.
- Er genießt seine aktuelle Arbeit als TV-Experte, sieht sich aber langfristig im Vereinsfußball.
- Petersen lebt mit seiner Frau in Freiburg und bleibt offen für Angebote.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Erste erfuhren die Schüler der Lausitzer Sportschule in Cottbus vom Sinneswandel beim Bundesliga-Rekordjoker Nils Petersen. Als der 36-Jährige im Januar bei den Nachwuchsspielern von Energie Cottbus zu Gast war, wurde er zu seiner Zukunft befragt.
Die lag bis dahin klar auf der Hand: Nach Ende seiner erfolgreichen Karriere mit 295 Bundesliga-Spielen, 89 Toren und einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte Petersen recht schnell ein Studium im Sportmanagement absolviert. Nach dem erfolgreichen Abschluss im Oktober 2024 an der Universität St. Gallen (Schweiz), betonte Petersen: „Auf lange Sicht sehe ich mich schon in einem Verein – aber eher auf Geschäftsstellenebene statt als Trainer.“
Gegenüber den Sportschülern äußerte der ehemalige Cottbuser Publikumsliebling dann aber, dass er inzwischen anders denkt. Trainer, das wäre vielleicht doch etwas für ihn. In „Doppelsechs – der Energie Cottbus Podcast“ erklärte der einstige Energie-Torjäger seinen Sinneswandel ausführlicher. „Ich habe es am Anfang immer ein bisschen verneint, Trainer werden zu wollen. Weil ich das Gefühl hatte, dass ich ein Fußballspiel nicht taktisch und analytisch genug schaue“, berichtete Petersen und verdeutlichte: „Ich sehe Emotionen und kann sagen, welcher Spieler gut drauf ist. Aber ich bewerte nicht nach Dreier- oder Viererkette. Klar, wenn das mein Auftrag ist, kann ich das natürlich erkennen. Aber ich habe trotzdem immer gedacht, das reicht nicht, um Trainer zu sein.“
Nils Petersen als TV-Experte im Europapokal
Womöglich reicht es aber doch? Petersen hat in Cottbus unter Trainer Claus-Dieter Wollitz den Sprung zum Zweitliga-Torschützenkönig geschafft. Er hatte von 2009 bis 2011 in der Lausitz gespielt und sich in der Saison 2010/11 mit 25 Treffern für einen Wechsel zu Bayern München empfohlen. Über Werder Bremen landete er beim SC Freiburg. Dort avancierte er unter Trainer Christian Streich zu Freiburgs Rekordschützen. Als bester Joker der Bundesliga-Geschichte erzielte er 34 Tore als Einwechsler.
Petersen beschreibt Wollitz wie auch Streich als „Menschenfänger“ und erklärt mit Blick auf die mögliche eigene Zukunft: „Inzwischen habe ich für mich erkannt, dass wahnsinnig viele Fähigkeiten und Facetten zum Trainerjob dazugehören. Es geht auch darum, Menschen zu erreichen, das ist eine große Kunst. Dafür habe ich zuletzt sehr positives Feedback bekommen. Da ist mir bewusstgeworden, dass ich möglicherweise doch einiges mitbringe.“
Nils Petersen in „Doppelsechs – der Energie Cottbus Podcast“
Sollten Sie den Podcast nicht angezeigt bekommen, folgen Sie bitte diesem Link.
Petersen bekommt viel positive Resonanz auf seine Arbeit bei RTL als Experte bei Europapokalspielen. Er ist gefragt als Gastredner und zudem mit Mario Basler und Thomas Helmer bei „Doppelpass on Tour“ bundesweit unterwegs. Petersen gibt zu: „Beruflich dachte ich ursprünglich, viel früher eine Aufgabe beim SC Freiburg zu übernehmen. Ich habe aber tatsächlich unterschätzt, wie sehr ich nach der durchgetakteten Profikarriere die Freiheit und die freien Wochenenden genieße. Und wie viel Spaß es mir macht, für Funk und Fernsehen zu arbeiten. Es ergeben sich immer neue Möglichkeiten.“ Er betont aber: „Ich genieße es total, noch immer gefragt zu sein. Aber ich weiß auch, dass ich recht frisch raus aus dem Profi-Geschäft und deswegen noch spannend für die Medien bin. In drei Jahren bin ich vielleicht raus aus diesem Karussell.“
Falls der Anruf von Ex-Trainer Christian Streich kommt
Seine Zukunft ist offen, doch eines steht für Nils Petersen fest: der Lebensmittelpunkt: „Ich habe das große Glück, dass ich eine neue Heimat habe. Ich habe schon zehn Jahre in Freiburg gelebt, meine Frau kommt von hier. Das ist sehr schön.“ Mit seiner Carla hat er ein Haus im Breisgau – dort wollen sie gemeinsam alt werden. Aber, Nils Petersen sagt auch: „Wenn mich morgen Christian Streich fragen würde: Ich gehe zu einer neuen Station, willst du mitkommen? Da würde ich vermutlich sofort meine Koffer packen.“
Es ist zu spüren, wie sehr der Ex-Profi für den Fußball brennt. Petersen beginnt jetzt eine Trainerausbildung und will die ersten Scheine machen. Der 36-Jährige schaut voraus: „Es ist gerade sehr angenehm, entspannt als Zuschauer und Fan ins Stadion zu gehen: Auf lange Sicht liebe ich es aber einfach, diesen Ergebnisdruck zu haben. Es ist etwas Elektrisierendes, mitzufiebern, wenn man mit in der Verantwortung steht und Teil des Ganzen ist. Also: Auf Dauer werde ich hoffentlich bei einem Club tätig sein.“

Unter Trainer Christian Streich (links) absolvierte Nils Petersen für den SC Freiburg 276 Pflichtspiele absolviert und dabei 105 Tore erzielt.
Tom Weller/dpaDoppelsechs – alle Podcast-Folgen
Einmal in der Woche gibt es bei „Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast“ alle wichtigen Nachrichten rund um den FCE nun auch zum Hören. Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast gibt es auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Amazon Music.
