Die Mitteilung, die Energie Cottbus am Mittwochmittag verschickt hat, war keine große Überraschung. Dennoch hat sie für den Drittligisten eine große Bedeutung. "FC Energie beendet Zusammenarbeit mit Zbynek Pospech und Fabian Pawela", ist die Pressemitteilung überschrieben. Deren Inhalt: Die Verträge mit den Stürmern werden zum 30. Juni aufgelöst - in beiderseitigem Einvernehmen.

Das heißt im Klartext: Auch in finanzieller Hinsicht hat man sich einvernehmlich getrennt. Sprich, der Club hat den Spielern die Trennung mit einer Ab findung schmackhaft gemacht.

Für Energie ist es dennoch ein Geschäft, das Sinn macht. In den sportlichen Planungen haben Pospech und Pawela keine Rolle mehr gespielt. "Erstens wäre unser Kader mit ihnen einfach zu groß geworden. Und zweitens sparen wir auch ihr Gehalt ein", sagt der Sportliche Leiter Roland Benschneider.

Mit dieser Trennung beendet Energie Cottbus das wahrscheinlich größte Missverständnis der vergangenen Saison. Denn weder Zbynek Pospech noch Fabian Pawela konnten die Erwartungen auch nur ansatzweise erfüllen. Der als "Königstransfer" geholte Pospech erzielte in 23 Spielen nur fünf Tore. Pawela blieb in seinen 18 Partien für den FCE sogar gänzlich ohne Erfolgserlebnis. "Man muss einfach sagen - bei beiden lagen wir falsch", räumt Sportchef Benschneider selbstkritisch ein und übernimmt die Verantwortung für die beiden Fehlgriffe. "Uns hat im Sommer leider die Zeit gefehlt, um uns so ausführlich mit allen Spielern zu beschäftigen, wie es eigentlich nötig gewesen wäre. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung", erklärt Benscheider mit Blick auf den kompletten Neuaufbau im vergangenen Sommer.

Vor allem im Fall von Pospech gingen die Planspiele daneben. "Wenn du seine Vita liest, dann muss du ihn als Drittligist einfach verpflichten. Entsprechend froh waren wir im Sommer, dass wir ihn bekommen haben", blickt Benschneider zurück.

Immerhin stand in der Vita des 32-Jährigen, dass er ein ausgewiesener Torjäger ist. Pospech kam mit der Empfehlung von 16 Treffern für Dukla Prag nach Cottbus. In der Spielzeit 2013/14 belegte er damit Rang zwei in der Torschützenliste der höchsten Liga in Tschechien.

Aber warum tat sich Pospech mit der 3. Liga hier in Deutschland so schwer? Der bullige Angreifer war vor allem mit dem Tempo überfordert. Er wirkte nie austrainiert und hatte deshalb Probleme, das von Trainer Stefan Krämer geforderte Pressing umzusetzen. Seine Stärken im Strafraum konnte Pospech nur ganz selten auf den Rasen bringen. Dazu kamen diverse Blessuren, die ihn immer wieder aus dem Rhythmus brachten. Dass man sich intern bei Energie trotzdem mehr Trainingsfleiß von dem Stürmer gewünscht hat, darf als gesichert gelten. Ebenso kam die Lustlosigkeit, mit der Pospech in manchen Spielen auftrat, weder im Verein noch bei den Fans gut an.

Anders liegen die Dinge im Fall von Fabian Pawela. Den Vorwurf des fehlenden Fleißes kann man dem 29-jährigen Polen nicht machen. Er rackerte, er wollte - aber auch Pawela stand sein verletzungsanfälliger Körper im Weg. Und: Null Tore sind für einen Stürmer nunmal ein vernichtendes Urteil.

Mit der Trennung von den glücklosen Stürmern hat sich Energie den erhofften Spielraum bei der Suche nach neuem Offensivpersonal geschaffen. Ob sich damit die Chancen auf eine Rückkehr von Daniel Frahn er höhen, muss jedoch bezweifelt werden. Denn der Kapitän von RB Leipzig wird von zahlreichen Vereinen der 2. und 3. Liga umworben. Energie hat Frahn zwar ein Vertragsan gebot gemacht. "Aber das haben wahrscheinlich zehn andere Mannschaften auch. Es wird in wirtschaftlicher Hinsicht sehr schwierig für uns", dämpft Benschneider die Erwartungen. Dafür lockt Energie den Potsdamer mit dem kurzen Weg in seine Heimat. Frahn muss jetzt entscheiden, wie wichtig ihm das ist.