Mitten im Jubel und der Erleichterung bei Energie Cottbus nach dem 3:1 (2:0)-Auftaktsieg gegen die VSG Altglienicke hat Trainer Claus-Dieter Wollitz eine klare Forderung in Richtung der Vereinsführung formuliert. Sie müsse das Ziel Wiederaufstieg zurücknehmen, fordert er. Die junge Mannschaft sei trotz des gelungenen Saisonstarts in der Fußball-Regionalliga Nordost dafür noch nicht bereit.

„Der Verein muss Farbe bekennen und die ,Mission Wiederaufstieg‘ zurücknehmen. Diese große Erwartungshaltung hat die junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren nicht verdient. Stattdessen setzt man sie extrem unter Druck“, erklärte Wollitz.

Energie Cottbus hatte am Samstagnachmittag nur 15 Feldspieler zur Verfügung. Zudem sei laut Wollitz „damit zu rechnen ist, dass auch Leon Schneider noch verkauft wird“. Der 19-jährige Innenverteidiger hat ein Angebot von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln vorliegen. Die Ablösesumme soll nach RUNDSCHAU-Informationen bei mindestens 200.000 Euro liegen.

Die „Mission Wiederaufstieg“ hatte FCE-Präsident Werner Fahle erstmals am 31. Mai gemeinsamen nach einer gemeinsamen Sitzung von Präsidium und Verwaltungsrat formuliert. Der Verein werde „mit dem klaren Ziel Wiederaufstieg“ in die Saison gehen, kündigte Fahle damals in der RUNDSCHAU an.

Es gab zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht mal einen Rumpfkader. Seit dem Abstieg aus der 3. Liga haben insgesamt 20 Profis den Verein verlassen. Im Gegenzug kassierte Wollitz immer wieder Absagen von Spielern, die er gern verpflichtet hätte – zum Beispiel Tunay Deniz vom Berliner AK. Auch Felix Drinkuth vom SC Paderborn sollte geholt werden. Stattdessen wurde Drinkuth in dieser Woche an den Halleschen FC ausgeliehen.

Der Mini-Kader des FC Energie kam am Samstagnachmittag vor 5526 Zuschauern zu einem verdienten, aber hart erkämpften Auftaktsieg gegen Altglienicke. Dimitar Rangelov (23. Minute), Berkan Taz (42.) und der eingewechselte Moritz Broschinski (90.+4) erzielten die Cottbuser Treffer.

Trotzdem forderte Wollitz anschließend von der Vereinsführung die Rücknahme des Saisonziels Wiederaufstieg. „Um die jungen Spieler zu entwickeln, braucht man Ruhe und Gelassenheit – aber nicht den Druck, Woche für Woche diese hohe Erwartungshaltung erfüllen zu müssen. Stand jetzt sollte man deshalb so fair und ehrlich sein und die Ziele korrigieren. Für die Wahrheit ist noch nie jemand bestraft worden.“

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