
Aue: Kampf der Komplimente
Für Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz ist Derby-Gegner Aue schon jetzt die Mannschaft des Jahres. „Die waren Herbstmeister und können immer noch auf Rang drei schauen. Gratulation. Wer hätte das vor der Saison gedacht?“, fragt er vor dem Spiel im Erzgebirge. Die Antwort ist einfach - vermutlich niemand. Dass der Aufsteiger aus dem Erzgebirge so durch die Liga marschieren würde, hatten selbst die Auer Verantwortlichen nicht eingeplant. So geriet der Verein gar in finanzielle Nöte, weil niemand einkalkuliert hatte, dass Aue so oft Siegprämien an seine Profis bezahlen muss.
Die Prämie für den Erfolg gegen Cottbus würden sie im Lößnitztal nun aber allzu gern zahlen, schließlich ist Aue noch immer in Schlagdistanz zum Relegationsrang. Doch Aues Trainer Rico Schmitt hat großen Respekt vor Cottbus, auch er lobt den Gegner überschwänglich: „Energie ist eine gute Mannschaft, nein, eine sehr gute Mannschaft. Es wird schwer, die hervorragende Offensive zu beherrschen.“
In Aue hat man offensichtlich aus dem Hinspiel gelernt. Da waren die Erzgebirgler mit sechs ehemaligen Cottbusern im Team hochmotiviert ins Stadion der Freundschaft gekommen und hatten dann eine derbe 0:6-Packung kassiert. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, sagt Aues Kevin Schlitte und Daniel Ziebig ahnt: „Die werden darauf brennen, sich zu revanchieren.“ Auch der Energie-Verteidiger lobt: „Aue spielt eine überragende Runde. Ich verfolge dabei vor allem die Entwicklung von Marc Hensel, den ich ja aus meiner Dresdner Zeit noch sehr gut kenne. Er hat sich prima entwickelt.“
Doch diese positive Entwicklung wollen Ziebig und seine Kollegen heute wenigstens für 90 Minuten stoppen. Spätestens beim Anpfiff dürfte deshalb die Zeit der Komplimente vorbei sein. Trainer Wollitz betont: „Da geht es nicht darum, dass wir Aue den Aufstieg versauen wollen. Aber wir haben unsere eigenen Ziele.“ Eines davon ist jetzt der inoffizielle Titel „Beste Mannschaft im Fußball-Osten“. Wollitz gibt zu: „Dieses Prädikat würden wir zu gern behalten.“
Zwei Verteidiger vor dem Abgang. Wie es mit Soma und Afriyie beim FC Energie weitergeht, lesen Sie unter www.lr-online.de/fcenergie