LR+LR+Wollitz
: Gesucht wird: Leidenschaft

Sechs Spieltage sind in der laufenden Saison noch zu absolvieren. Für Energie Cottbus geht es nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt vor allem darum, das gute Gesamtbild dieser Spielzeit nicht zu beschädigen. Der Aufstieg ist in dieser
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Cottbus
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Am heutigen Montagabend, das hat Torjäger Nils Petersen versprochen, wird er mit einem Schal des FSV Frankfurt vor dem Fernseher sitzen und den Hessen in ihrer Heimpartie gegen den VfL Bochum die Daumen drücken. Klar, die Hoffnung auf den Relegationsrang drei ist nach wie vor da, aber sie ist seit Freitagabend auf pure Theorie zusammengeschrumpft. Die Praxis beschreibt Petersen so: „Wer gegen Ingolstadt nicht gewinnt, der braucht nicht über den Aufstieg zu reden.“

Die RUNDSCHAU erklärt die Konsequenzen der Heimpleite.

Tabellenstand: Energie hat es verpasst, Boden gut zu machen und liegt weiterhin auf Rang sechs. Der Abstand zu Platz drei beträgt sieben Punkte. Und Bochum kann am Montagabend in Frankfurt seinen Vorsprung ausbauen. Zudem vermittelt Energie derzeit nicht den Eindruck, dass die Mannschaft zu einem Endspurt ansetzen kann. Sie wirkt nach dem Mammutprogranm mit Meisterschaft und Pokal müde - körperlich und mental.

Fan-Ärger: Die Zuschauer in Cottbus können Niederlagen nach großem Kampf verzeihen - aber nicht eine blutleere Vorstellung wie in der ersten Halbzeit gegen Ingolstadt. Entsprechend gab es am Freitagabend Pfiffe, nicht nur gegen Emil Jula (siehe Extra-Geschichte). Auch auf der Internetseite der RUNDSCHAU finden sich viele negative Kommentare. „So eine Demonstration von Unlust“, schimpft ein User und drückt damit die allgemeine Stimmungslage aus.

Image-Sorgen: Auch Coach Wollitz mochte die Leistung der ersten 45 Minuten nicht akzeptieren. „Wir dürfen uns nicht das kaputtmachen, was wir uns mühsam aufgebaut haben“, warnt Wollitz. Der ehrgeizige Trainer möchte sich und das Team nicht dem Vorwurf aussetzen, die Saison schon abgeschenkt zu haben. Er verspricht: „Wir werden diese Niederlage analysieren und Fragen stellen. Wir hoffen, dass wir Antworten bekommen. In jedem Fall bekommen wir Erkenntnisse, was wir im Hinblick auf die neue Saison verändern müssen.“ Die erste Analyse gab es bereits am Samstag vor dem Auslaufen. Die Aussprache dauerte fast zwei Stunden.

Kader: Redebedarf gab es jede Menge. Denn Energie verfiel gegen Ingolstadt in längst überwunden geglaubte Verhaltensmuster. „Uns haben Leidenschaft und Körpersprache gefehlte“, beklagte Wollitz. Deshalb könnte es neben den Abgängen von Jula, Jiayi Shao und Dennis Sörensen aufgrund auslaufender Verträge weitere Änderungen im Kader geben. In der Kritik steht beispielsweise Rok Kronaveter. „Rok ist ein richtig guter Fußballer. Wenn er aber sein Phlegma nicht ablegt, wird es schwer für ihn“, prophezeit Wollitz. Die Mannschaft braucht in schwierigen Situationen mehr Typen voller Leidenschaft - das ist die Lehre des Ingolstadt-Spiels und womöglich der gesamten Saison.

Neuzugänge: Auch hier sucht Wollitz Leidenschaft. Am Wochenende war der Coach im Ausland auf Spionagetour. Zuletzt intensivierte Energie die Kontakte nach Polen und in die Niederlande. Auf dem Wunschzettel stehen vor allem Stürmer. Dank der Einnahmen im Pokal könne Energie laut Wollitz „was investieren“. Das heißt, der Club ist bereit, auch eine Ablösesumme im unteren sechsstelligen Bereich zu bezahlen. Gesucht werden junge Spieler mit Potenzial, die sich in Cottbus weiterentwickeln können und eine gute Kapitalanlage sind. Dass vor allem in der Kaderbreite Handlungsbedarf besteht, ist nicht erst seit der Niederlage gegen Ingolstadt klar. „Wir wollen der Mannschaft einen Schub geben“, blickte Wollitz voraus. Die Basis für die Fortsetzung des Aufwärtstrends ist in jedem Fall gelegt.