Fußball Regionalliga Nordost
: Energie Cottbus verpasst trotz guter Leistung den Sieg bei Rot-Weiß Erfurt – das sind die Gründe

Energie Cottbus wollte mit einem Sieg in Erfurt die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga Nordost erobern. Das 2:2-Remis beim starken Aufsteiger reicht dafür nicht. Dabei lagen die Gäste mit zwei Toren vorn. Am Rande des Topspiels gab es ein kleiner Wunder.
Von
Frank Noack,
Peter Mertes
Erfurt
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Jeweils ein Punkt: In einem mitreißenden Spitzenspiel der Regionalliga Nordost trennen sich Energie Cottbus und Rot-Weiß Erfurt mit einem 2:2-Unentschieden. Hier kämpfen Arnel Kujovic und Artur Erfurts Artur Mergel um den Ball.

CF/Foto13

Einen Punkt auswärts im Spitzenspiel gewonnen oder doch den möglichen Sieg zu leicht hergegeben? Die Gesichter von Spielern und Trainer nach dem 2:2 (1:0)-Remis des FC Energie Cottbus bei Spitzenreiter Rot-Weiß Erfurt in der Fußball-Regionalliga Nordost gaben eine unmissverständliche Antwort: Beim FCE überwog am Sonntag ganz klar die Enttäuschung.

Denn die Gäste aus der Lausitz gaben einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand. „Es ist natürlich ärgerlich – wenn man 2:0 führt, dann möchte man die drei Punkte mitnehmen“, bilanzierte Trainer Claus-Dieter Wollitz. Und Mittelfeldspieler Jonas Hofmann meinte: „Mit der Leistung können wir eigentlich zufrieden sein. Dennoch musst du das Ding nachhause fahren, wenn du 2:0 führst und auf Platz 1 willst. Und das wollten wir unbedingt. Deswegen überwiegt ganz klar die Enttäuschung.“

Energie Cottbus verspielt eine Zwei-Tore-Führung innerhalb von fünf Minuten

Dabei sah Energie Cottbus nach gut einer Stunde schon wie der Sieger in diesem gutklassigen Topspiel vor 7462 Zuschauern aus. Dennis Slamar in der 13. Minute und Nicolas Wähling (67.) schossen die Gäste in Führung. Doch Erfurt zeigte viel Moral und schaffte durch den späten Doppelpack von Romarjo Hajrulla noch den Ausgleich (75., 79.).

„Ich bin megastolz auf meine Jungs. Trotz des 0:2-Rückstandes gegen eine Topmannschaft haben wir weiter an uns geglaubt“, erklärte RWE-Coach Fabian Gerber. Rot-Weiß Erfurt hat den Angriff von Energie Cottbus auf die Tabellenspitze also erst einmal abgewehrt. Der starke Aufsteiger aus Thüringen führt mit 31 Punkten die Tabelle weiter vor Cottbus (30) an.

„Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Wir wollen schnellstmöglich die 40 Punkte knacken und dann weiterschauen“, erklärte der Ex-Cottbuser Andrej Startsev als RWE-Kapitän. „Aber im Moment ist der zweite Advent und wir stehen auf Platz eins. Das genießen wir, dafür arbeiten wir hart.“ Der Zweikampf an der Tabellenspitze könnte also auch in den nächsten Wochen weitergehen.

Jubel: Nach dem 1:0-Führungstreffer durch Innenverteidiger Dennis Slamar (r.) war die Freude bei Energie Cottbus groß.

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Spielerisch war die Partie eines Spitzenspiels würdig

Nimmt man die Eindrücke dieser Partie als Maßstab, dann führen Erfurt und Cottbus nicht nur die Tabelle an, sondern setzen auch in spielerischer Hinsicht derzeit die Maßstäbe in der Regionalliga Nordost. „Gerade Erfurt als Aufsteiger, da muss ich sagen: Respekt! Es war eine tolle Leistung, gute Stimmung. Die stehen nicht ohne Grund da oben“, lobte Jonas Hofmann den Kontrahenten.

Aus Sicht von Dennis Slamar gab es sogar eine kleine Premiere: „Ich fand, heute hatten der Gegner eher das Spiel in der Hand als wir. Zum ersten Mal in der Saison waren wir ein bisschen mehr die Kontermannschaft.“ Mit dieser Rolle kam Energie Cottbus über weite Strecken gut klar. Was sich Mannschaft dennoch vorwerfen muss: Sie hätte nach dem 1:0 schon früher alles klarmachen können. In der spannenden Schlussphase patzte dann die Defensive zweimal entscheidend, sodass Erfurt durch den Hajrulla-Doppelpack am Ende doch noch jubeln durfte.

Zweikampf: In einem engen Spiel schenkten sich Energie Cottbus (hier Malcolm Badu) und Rot-Weiß Erfurt nichts.

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Nur durch die Hilfe vieler Fans konnte das Spiel im Steigerwaldstadion stattfinden

Die Gastgeber feierten das Remis wie einen Sieg, der FCE machte dagegen aus seiner Enttäuschung über den verpassten Dreier keinen Hehl. Das salomonische Fazit von Dennis Slamar: „Am Ende haben beide Mannschaften verdient 2:2 gespielt.“ Es war ein tolles Spitzenspiel an einem ansonsten grauen Sonntagnachmittag in Erfurt.

Dass die Partie überhaupt stattfinden konnte, glich einem kleinen Wunder. Denn die Erfurter Fans hatten mit einem fünfstündigen Kraftakt am Samstag die 15 Zentimeter dicke Schneedecke im Steigerwaldstadion geräumt. „Danke an die Helfer. Es ist nicht selbstverständlich, dass dieses Spiel stattfinden konnte“, betonte Claus-Dieter Wollitz. „Viele andere Vereine hätten das Spiel abgesagt“, ergänzte Trainer-Kollege Fabian Gerber.

Rot-Weiß Erfurt – Energie Cottbus 2:2 (0:1)

Energie Cottbus: Bethke – Hasse, Slamar, Hildebrandt, Borgmann – Kujovic, Hofmann, Oesterhelweg (78. Eisenhuth) – Badu (93. Abu-Alfa), Hottmann, Wähling.

Rot-Weiß Erfurt: Flückiger – Moritz, Manu, Nkoa, Abou (73. Felßberg) – E. Startsev (59. Schwarz), A. Startsev (89. Lopes Cabral), Seidemann (73. Ciccarelli), Tavares (73. Kämpfer), Mergel – Hajrulla.

Tore: 0:1 Dennis Slamar (13.), 0:2 Nicolas Wähling (67.) 1:2/2:2 Romario Hajrulla (75./79.); Schiedsrichter: Weisbach (Halle/Saale); Zuschauer: 7463; Gelbe Karten: Tavares, Schwarz, Hajrulla/Hottmann, Hasse, Borgmann

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