Fußball Regionalliga
: Energie Cottbus punkt- und torgleich mit Erfurt – warum der FCE trotzdem vorn steht

Der Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nordost wird immer spannender: Energie Cottbus und Rot-Weiß Erfurt liegen gleichauf an der Tabellenspitze. Dennoch hat der FCE einen wichtigen Vorteil.
Von
Frank Noack,
Jan Lehmann
Cottbus
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  • Die Spieler von Energie Cottbus feierten nach dem Sieg gegen Jena gemeinsam mit den Fans die Tabellenführung.

    Die Spieler von Energie Cottbus feierten nach dem Sieg gegen Jena gemeinsam mit den Fans die Tabellenführung.

    Matthias Koch
  • Nicolas Wähling (rechts, hier gegen Kevin Wolf) erzielte das Tor des Tages für Energie Cottbus gegen Carl Zeiss Jena.

    Nicolas Wähling (rechts, hier gegen Kevin Wolf) erzielte das Tor des Tages für Energie Cottbus gegen Carl Zeiss Jena.

    Steffen Beyer
  • 8352 Zuschauer sorgten am Mittwochabend für eine neue Rekord-Kulisse im Stadion der Freundschaft in dieser Saison.

    8352 Zuschauer sorgten am Mittwochabend für eine neue Rekord-Kulisse im Stadion der Freundschaft in dieser Saison.

    Fotostand / Weiland
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Mannschaft und Fans des FC Energie Cottbus feierten die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga Nordost mit einem Taschenlampenkonzert. Nach dem 1:0-Heimsieg im Nachholspiel gegen Carl Zeiss Jena gingen am Mittwochabend hunderte Handy-Taschenlampen auf der Nordwand an – die Spieler um Siegtorschütze Nicolas Wähling staunten mit leuchtenden Augen.

8352 Zuschauer sorgten nicht nur für einen standesgemäßen Rahmen bei diesem Spitzenspiel, sondern gleichzeitig auch für eine neue Rekord-Kulisse im Stadion der Freundschaft in dieser Saison. „Die Kulisse war toll – das war Werbung für die Regionalliga“, lobte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz und ergänzte mit Blick auf den Titelkampf in den verbleibenden sechs Spielen: „Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit und die Mannschaft bei sich bleibt, dann haben wir mit Unterstützung der Fans alle Chancen.“

Energie und Erfurt punkt- und torgleich

Die Tabelle bietet nach 28 Spielen ein kurioses Bild. Energie Cottbus und Rot-Weiß Erfurt liegen mit 58 Punkten sowie 57:24 Tore gleichauf vorn. Punkte, Tore, Gegentore und Tordifferenz – nach 2520 Spielminuten alles gleich. Dass der FCE trotzdem in der Tabelle ganz oben und damit vor Erfurt steht, hat einen guten Grund. Laut Spielordnung des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) entscheidet in einem solchen Fall zunächst das Ergebnis aus Hin- und/oder Rückspiel im direkten Vergleich sowie anschließend die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich.

Da das Hinspiel in Erfurt 2:2 endete, hat Energie trotz der Punkt- und Torgleichheit also einen minimalen Vorteil gegenüber den Thüringern. Das Rückspiel findet am 13. Mai in Cottbus statt. „Wir haben auf jeden Fall ein Zeichen gesetzt, dass wir alles raushauen werden, um auf Platz eins zu stehen“, sagte Innenverteidiger Dennis Slamar nach dem Sieg gegen Jena. Ein weiterer Vorteil für Cottbus: Energie hat noch drei Heimspiele, Erfurt nur zwei.

Energie mit starker erster Halbzeit

Die Tabellenführung verdiente sich der FC Energie am Mittwochabend mit einer starken ersten Halbzeit. Denn vor dem Taschenlampenkonzert erlebten die Zuschauer im Stadion der Freundschaft ein wahres Offensiv-Feuerwerk der Gastgeber. Wollitz schickte erstmals den Dreiersturm mit Nicolas Wähling und Eric Hottmann sowie Timmy Thiele als Mittelstürmer auf den Rasen. Das Trio attackierte das Jenaer Aufbauspiel immer wieder im Vollsprint und schaffte damit die Voraussetzung für mindestens ein halbes Dutzend bester Torchancen. Einziges Manko: Bis auf das Traumtor von Nicolas Wähling, der in der 14. Minute nach einer Flanke von Eric Hottmann den Ball in den Torwinkel donnerte, sprang dabei nichts Zählbares heraus.

Dennoch war es ein verdienter Sieg. „Wir haben uns gesagt: Wenn du vor so einer Kulisse spielst, dann darf der Gegner nicht hierherkommen und Fußball spielen. Wir hatten einen richtig guten Plan und Jena hat keine Luft holen können“, bilanzierte Kapitän Axel Borgmann. Verteidiger Tobias Hasse ergänzte: „Diese drei Punkte sind sehr wichtig. Die ersten 15 Minuten fand ich überragend.“

In der Tat war Energie Cottbus auf den Punkt voll da. Nachdem die Mannschaft zuletzt gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten das eine oder andere Mentalitäts-Problem offenbart hatte, lieferte sie im Topspiel gegen Jena die beste Halbzeit in dieser Saison ab. „Es war positiver Druck auf dem Kessel. Wir wussten, wenn wir an unsere Leistungsgrenze gehen, können wir dieses Spiel gewinnen“, freute sich Axel Borgmann.

Sogar Entscheidungsspiel ist möglich

Übrigens: Sollten Energie Cottbus und Rot-Weiß Erfurt auch weiterhin im Gleichschritt an der Tabellenspitze liegen und auch das Rückspiel 2:2 enden, könnte es am Saisonende sogar ein Entscheidungsspiel geben. In der NOFV-Spielordnung heißt es für den Fall, dass alle anderen Kriterien keine Entscheidung bringen: „Ergibt auch das keinen Vorteil für eine Mannschaft, sind zur Ermittlung des Meisters beziehungsweise der Auf- und Absteiger Entscheidungsspiele durchzuführen.“

Und es könnte sogar noch kurioser kommen. Sollte ein erforderliches Entscheidungsspiel nicht möglich sein, wird nämlich gelost. Energie Cottbus und Rot-Weiß Erfurt haben jetzt noch sechs Partien Zeit, auch ohne ein solches Entscheidungsspiel oder gar das Los, die Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen. Für Spannung im Endspurt um die Meisterschaft ist also gesorgt.

Video-Stimmen Energie Cottbus gegen Jena

Energie Cottbus

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