Was ist da los? Zwei Tage vor dem Spiel von Energie Cottbus beim SV Babelsberg wurde durch den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) der Schiedsrichter noch einmal gewechselt.
Statt des ursprünglich angesetzten Daniel Bartnitzki ist seit Donnerstag nun Michael Näther angesetzt. Das Brandenburg-Derby in der Regionalliga Nordost findet am Samstag um 13 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion statt.

Daniel Bartnitzki und Energie Cottbus

Dabei gilt Daniel Bartnitzki als hoffnungsvolles Schiedsrichter-Talent im Nordosten und ist ein Kandidat für den Aufstieg in die 3. Liga. Der Student hat in dieser Saison sechs Regionalliga-Partien geleitet. Darunter befinden sich auch zwei Spiele von Energie Cottbus: das 1:2 beim Berliner AK und der 5:0-Sieg bei Hertha BSC II.
Aber Daniel Bartnitzki hat trotzdem ein Problem in Bezug auf Energie Cottbus. Sein Heimatverein ist nämlich Rot-Weiß Erfurt. Beide Clubs führen derzeit die Tabelle der Regionalliga Nordost an. Am Sonntag hatten sich RWE und FCE im Topspiel 2:2 getrennt. „Der gesunde Menschenverstand verbietet es, dass wir Daniel Bartnitzki als Erfurter im Moment für ein Spiel von Energie Cottbus ansetzen“, erklärt Schiri-Ansetzer Heinz Rothe auf Nachfrage der Rundschau.
Rothe kennt sich aus in diesem Metier. Seit der Einführung der Regionalliga Nordost als vierthöchste Spielklasse im Jahr 2012 ist er Woche für Woche für die Ansetzungen der Schiedsrichter verantwortlich. Außerdem war er seit 2006 Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). In diesem Jahr gab er das Amt an Marko Schmidt weiter.
Für die aktuelle Spielzeit der Regionalliga Nordost kann Heinz Rothe aus einem Pool von insgesamt 29 Schiedsrichtern auswählen. „Das hört sich viel an. Aber durch Krankheit oder persönliche Gründe stehen nicht immer alle Schiedsrichter zur Verfügung. Zudem sind einige auch als Assistent in der 3. Liga unterwegs“, berichtet er.
Die Kriterien, nach denen er die Schiedsrichter für die einzelnen Spiele ansetzt, lassen sich auf ein wesentliches Kriterium zusammenfassen: Konstellationen wie jetzt mit dem Erfurter Daniel Bartnitzki und Energie Cottbus soll es eben gerade nicht geben. Ein anderes Beispiel: Matthias Lämmchen wird nach Möglichkeit nicht für direkte Duelle um den Klassenerhalt angesetzt, weil der ZFC Meuselwitz sein Heimatverein ist. Meuselwitz kämpft fast schon traditionell in jeder Saison gegen den Abstieg.

Ärger wegen Henry Müller

Ein weiteres Beispiel aus der oberen Tabellenhälfte: Der Cottbuser Henry Müller pfiff am 4. November das Spiel des Berliner AK gegen den Chemnitzer FC (2:4). Der BAK lag damals an der Tabellenspitze. Energie Cottbus folgte auf Platz zwei. Dem Vernehmen nach kam die Ansetzung von Henry Müller für dieses Spiel beim gastgebenden BAK nicht wirklich gut an.
Bleibt die Frage: Warum wurde die Schiedsrichter-Ansetzung für das Derby zwischen dem SV Babelsberg und Energie Cottbus so kurzfristig über den Haufen geworfen? Schiri-Ansetzer Heinz Rothe nennt den Grund: „Ich habe Daniel Bartnitzki schon vor einigen Wochen für dieses Spiel angesetzt. Damals war die Brisanz mit Erfurt noch nicht absehbar. Diese langfristige Planung ist manchmal nötig, weil auch ein Schiedsrichter-Beobachter des Deutschen Fußball-Bundes vor Ort sein wollte, um sich Barnitzki anzuschauen und zu bewerten. Das Derby wäre eine gute Bewährungsprobe für ihn gewesen.“
Zwei Tage vor dem Anpfiff setzte sich dann laut Rothe aber eben doch der „gesunde Menschenverstand“ durch. Die Schiri-Ansetzung wiurde noch einmal gewechselt. Übrigens: Michael Näther ist übrigens in Neschwitz im Landkreis Bautzen zu Hause.

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