Der Fußballgott und das zentrale Mittelfeld von Energie Cottbus werden in diesem Jahr keine Freunde mehr. Vor dem letzten Spiel an diesem Samstag bei Hansa Rostock (14 Uhr, LR-Liveticker, rbb-Fernsehen live) gibt es eine neue Hiobsbotschaft für den FCE im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga: Mit Paul Gehrmann fällt ein weiterer Mittelfeldspieler für das Ostderby in Rostock aus. Gehrmann hat sich bei der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Braunschweig einen Kapselriss in der Schulter zugezogen.

Es ist für Energie die schmerzhafte Pointe nach den ohnehin schon riesengroßen Problemen in diesem Mannschaftsteil. Mit Tim Kruse (Achillessehnenanriss), Marcelo (Innenbandanriss), Daniel Stanese (Mittelfußbruch) und Jonas Zickert (Knie-OP) fehlen seit Wochen sage und schreibe vier Mittelfeld-Spieler.

Diese Ausfälle zu ersetzen, ist dem Aufsteiger bislang nicht gelungen. Eine Überraschung ist das nicht, weil der Kader für eine solche Verletztenmisere einfach nicht breit genug aufgestellt ist.

Und die mittelfristigen Aussichten sind auch nur bedingt positiv. Marcelo und Zickert  sollen zwar im Januar wieder ins Training einsteigen. Aber bei Stanese und vor allem Kruse gibt es weiterhin große Frage­zeichen. Die Entscheidung, ob Kruse doch operiert werden muss, ist auf Mitte Januar vertagt. Eine Operation wäre wohl gleichbedeutend mit dem Karriere-Ende für den ­Routinier, der als Taktgeber im Mittelfeld schmerzlich vermisst wird.

Im letzten Spiel des Jahres an diesem Samstag lastet deshalb eine enorme Verantwortung auf den Schultern des erst 18-jährigen Leon Schneider, der wahrscheinlich die Rolle im defensiven Mittelfeld übernehmen wird. Der Youngster kam in dieser Saison bislang sechs Mal zum Einsatz – mit wechselnden Leistungen.  Beim 2:0-Sieg in Kaiserslautern war er ein wichtiger Faktor für den kompakten Defensiv-Auftritt der Mannschaft. Zuletzt musste der ­Abiturient jedoch dem Prüfungsstress Tribut zollen. Linksverteidiger Lasse Schlüter wurde zwar auch schon auf dieser Position ausprobiert, konnte aber nicht überzeugen. „Ich glaube nicht, dass wir ihm damit einen Gefallen tun. Er fühlt sich an der Linie wohler“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Doch nicht nur wegen der Personalsorgen wird es eine ganz schwere Aufgabe an der Ostseeküste. Energie will den Sturz in die Abstiegszone unbedingt verhindern. „Wir sollten alles tun, um weiter über dem Strich zu bleiben. Dann werden die Weihnachtstage etwas angenehmer“, sagt Claus-Dieter Wollitz.

Stürmer Kevin Scheidhauer ergänzt: „Es geht darum, gegen Rostock einen guten Abschluss zu haben. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Wenn wir jedoch so spielen wie in der 2. Halbzeit gegen Braunschweig kriegen wir eine ­Packung. Aber wir haben etwas gutzumachen.“