Es war ein ganz besonderes Glücksgefühl für die Fans der SG Dynamo Dresden – sie durften am Mittwochabend den ersten Heimsieg in diesem Jahr bejubeln. Vier Tage nach dem Erfolg im Ostderby beim Halleschen FC setzten sich die Sachen gegen den SC Verl mit 2:0 (1:0) durch und setzten damit ihre kleine Siegesserie in der 3. Fußball-Liga fort.

Arslan trifft für Dynamo Dresden

Ahmet Arslan traf in der 43. Minute zur Führung für Dynamo Dresden. Vor 22 399 Zuschauern im Rudolf Harbig-Stadion sah Verls Vinko Sapina bereits in der 1. Halbzeit die Rote Karte wegen groben Foulspiels (34.). Den 2:0-Endstand erzielte Claudio Kammerknecht (75.).
Dynamo Dresden hatte am Samstag mit dem 2:0-Erfolg beim Halleschen FC seine 21 Partien andauernde Sieglos-Serie beendet. Dynamo-Kapitän Tim Knipping war erleichtert über den lang ersehnten Heimsieg gegen Verl: „Es hat lang genug gedauert. In Halle haben wir den ersten wichtigen Schritt gemacht. Aber Heimspiele vor dieser Kulisse zu gewinnen, ist noch viel schöner. Trotzdem muss man auch ganz klar ansprechen, dass es heute nicht unser bestes Spiel war.“
Trainer Markus Anfang nahm im Vergleich zum Halle-Spiel zwei Änderungen in der Startelf vor. Patrick Weihrauch und Stefan Kutschke durften anstelle von Julias Kade und Manuel Schäffler von Beginn an ran. „Belastungssteuerung“ lautete das Motto von Anfang in der Englischen Woche.

Tape-Verband für den Schiedsrichter

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der 1. Halbzeit gegen den SC Verl: Manche Dinge lassen sich ganz einfach mit einem Tapeverband lösen. Als Schiedsrichter Florian Heft nach einer Viertelstunde größere Probleme mit seinem Funkgerät signalisierte und an die Außenlinie sprintete, griff Dynamo-Stürmer Manuel Schäffler beherzt zur Taperolle und wickelte den kleinen Sender am Arm des Unparteiischen fest.
Ganz so einfach ließen sich die spielerischen Probleme der Gastgeber zunächst nicht lösen. Denn Verl attackierte frühzeitig und ließ Dynamo in der Startphase erst gar nicht den Schwung des Auswärtssieges in Halle mitnehmen. Zudem kamen die Gäste aus Ostwestfalen zu einem Lattentreffer durch Kapitän Mael Corboz per Freistoß (27. Minute).

Rot für Verl kurz vor der Pause

Kurz danach sah Vinko Sapina Rot – er ging mit gestrecktem Bein und offener Sohle in den Zweikampf mit Dynamo-Kapitän Tim Knipping, der danach minutenlang behandelt werden musste. Noch vor der Pause nutzte Ahmet Arslan die Überzahl zum Dresdner Führungstreffer (43.). Nach Flanke von Jonathan Meyer versenkte er den Ball volley im kurzen Eck.
Schiedsrichter Florian Heft (links) zeigte Verls Vinko Sapina bereits in der 1. Halbzeit die Rote Karte.
Schiedsrichter Florian Heft (links) zeigte Verls Vinko Sapina bereits in der 1. Halbzeit die Rote Karte.
© Foto: Robert Michael/dpa
Nach der Pause war Dynamo dann das klar dominierende Team. Der eingewechselte Manuel Schäffler sorgte gemeinsam mit Stefan Kutschke im Sturmzentrum immer wieder für Torgefahr. Bei den Gästen aus Verl kam in der 58. Minute der Ex-Cottbuser Nikos Zografakis in die Partie. Er hatte in der vergangenen Saison in der Regionalliga Nordost zu den Leistungsträgern beim FC Energie gehört.
„In der 1. Halbzeit waren wir am Drücker und haben den Ball laufen lassen. Die Rote Karte hat uns dann durcheinandergebracht. Die Wege wurden dann immer länger. Ich bin froh, dass mir der Trainer die Einsatzminuten gegeben hat“, sagte Zografakis.
Unter Strich war es ein verdienter Heimsieg für Dynamo Dresden, auch wenn sich die Gastgeber gegen mutige Verler zunächst schwertaten und erst nach der Roten Karte sowie dem 1:0 kurz vor der Pause besser ins Spiel fanden.

Trainer Anfang lobt Steigerung

Trainer Markus Anfang lobte die Steigerung seiner Mannschaft nach der Pause: „Ich denke, wir haben den Jungs in der Halbzeitpause das Richtige mitgegeben. Wir waren in der 2. Halbzeit sehr präsent und haben die Überzahl gut genutzt. Der zweite Dreier zu null in Folge – das ist wichtig in der Englischen Woche. Trotzdem bin ich nur bedingt zufrieden. Spielerisch können wir es besser.“
Am Samstag geht die Englische Woche für Dynamo Dresden mit dem Auswärtsspiel bei Viktoria Köln (14 Uhr) weiter. Dynamo reist bereits am Donnerstag in Richtung Köln.
Dynamo Dresden – SC Verl 2:0 (1:0)
Dynamo: Drljaca – Melichenko, Kammerknecht, Knipping, Meier – Will – Conteh (65. Ehlers), Weihrauch (85. Kulke), Arslan (52. Stark), Borkowski (52. Schäffler) – Kutschke (85. Harres).
Verl: Thiede – Ochojski, Mikic, Stöcker, Stellwagen – Sapina – Corboz, Sessa (49. Grodowski) – Probst (36. Baack), Wolfram (58. Zografakis), Akono (58. Wagner).
Tore: 1:0 Arslan (43.), 2:0 Kammerknecht (75.); Schiedsrichter: Heft (Neuenkirchen); Zuschauer: 22 399; Gelbe Karten: Will/Baack, Grodowski; Rote Karte: Sapina (34.).