
Koblenz: Früherer Energie-Trainer Sander will die TuS Koblenz verlassen
Fußball-Liga. „Die Zeichen stehen klar auf Abschied“, sagte Sander dem „Kölner Express“. Die Begründung des 50-Jährigen: „Alles, was wir hier aufgebaut haben, fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Das ist so besorgniserregend. Ich bin bestürzt und kann gar nicht in Worte fassen, was ich denke.“
Nachdem die Rheinländer in der kommenden Saison auf eine Teilnahme an der 3. Liga verzichten haben, ist der Spielbetrieb für die Regionalliga West noch nicht gesichert. Spätestens bis Freitag sollen die erforderlichen Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt/Main eingereicht werden. „Wir werden erneut eine Bürgschaft brauchen“, sagte Präsident Werner Hecker und appellierte an die Region, den Verein in dieser existenzbedrohenden Situation zu unterstützen. Das finanzielle Loch für die 3. Liga beträgt nach Angaben der „Rhein Zeitung“ mehr als 1,9 Millionen Euro.
Sollte der DFB die Regionalliga-Lizenz ablehnen, müsste die Profi GmbH der TuS wahrscheinlich Insolvenz anmelden.
„Es geht mir nicht um die Klassenzugehörigkeit, sondern das ist eine Frage der Perspektive“, sagte Sander. Er ist enttäuscht, dass die Aufbauarbeit nach dem Zweitliga-Abstieg 2010 nicht fortgeführt werde. „Nach dem Abstieg bin ich geblieben. Wir haben 49 Punkte geholt und das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht, wollten den nächsten Schritt machen. Wie soll ich jetzt die Regionalliga als Herausforderung sehen?“
Anfang Mai hatte der Koblenzer Mittelrhein-Verlag die für 1,6 Millionen Euro erworbenen Anteile von 49 Prozent für einen Euro an die Profi-GmbH zurückgegeben. „Damit bieten wir dem Verein eine letzte Möglichkeit, durch einen Weiterverkauf seine Zukunft zu sichern“, erklärte der Herausgeber der „Rhein-Zeitung“ und zurückgetretene Aufsichtsratschef der TuS, Walterpeter Twer, damals seine Entscheidung. In seiner Amtszeit (seit 2007) wurde der Schuldenstand der TuS Koblenz von 10 auf 2 Millionen Euro gesenkt.