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: Es steht noch was auf dem Spiel für Energie

Der Abstand von Energie Cottbus zu den Zweitliga-Aufstiegsrängen erscheint nach dem 2:2 bei Hertha BSC als zu groß. Noch können die Cottbuser aber ihre Saison im DFB-Pokal versilbern – um danach womöglich doch noch einmal im Liga-Endspurt
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Cottbus
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Nein, der gesunde Menschenverstand rät von Spekulationen und Rechenspielen ab: „Acht Punkte, das sind wohl einfach zu viele„, nickte Energie-Verteidiger Markus Brzenska am Montagabend beim Blick auf den Zweitliga-Index. Acht Punkte bis zum Relegationsrang drei, elf Spiele vor Saisonende. So wie die Saisonkurve aussieht, hat der FCE keine Aktien mehr im Aufstiegskampf.

Und das müssen sich die Cottbuser selbst zuschreiben: Nur ein Sieg aus den ersten fünf Rückrundenspielen ist gerade angesichts der konstanten Auftritte der Konkurrenz schlichtweg zu wenig. Eine schmerzhafte Erkenntnis, besonders nach der guten Energie-Leistung gegen den Berliner Spitzenreiter. Hertha gegen Cottbus, da war am Montag kein Unterschied zu sehen. Vielmehr klopften sich die Berliner nach Schlusspfiff kräftig auf die Schultern, gegen den in der zweiten Halbzeit dominanten Gegner mit relativ wenig Verlusten davongekommen zu sein. Hertha-Trainer Markus Babbel konstatierte, dass sein Team solche Spiele zuletzt meist verloren hätte. „Wir können mit dem Remis gut leben.„

Worte, die seinem Gegenüber Claus-Dieter Wollitz sicher leichte Stiche in der Magengrube versetzten. Doch der Cottbuser Coach haderte nicht mit seiner Mannschaft, die sich eigentlich nur anhand zweier eklatanter Abwehrfehler um den Lohn ihrer Arbeit gebracht hatte. Erst kam Markus Brzenska gegen Herthas Torschütze Lasogga deutlich zu spät (16.), kurz vor der Pause patzte Torhüter Thorsten Kirschbaum und der Berliner Hubnik traf (40.). Wollitz half sich mit der Hoffnung auf langfristige Rendite: „Wir werden aus diesen Fehlern lernen und in der kommenden Saison daraus Kapital schlagen.„

Und was ist mit diesem Spieljahr? Außer Spesen und einigen denkwürdigen FCE-Auftritten nichts gewesen? Wohl kaum: Die Mannschaft hat sich zum einen erkennbar weiterentwickelt und als Zweitliga-Größe etabliert. Und Dank des sensationellen Einzugs ins Pokalhalbfinale können die Cottbuser zum anderen ihre Saison immer noch versilbern. Am Dienstag geht es für Cottbus beim Zweitliga-Konkurrenten in Duisburg um mindestens zwei Millionen Euro Fernsehgeld, die Teilnahme am hochdotierten Endspiel und womöglich gar um die Qualifikation fürs renditeträchtige internationale Geschäft.

Es steht also viel auf dem Spiel und die Cottbuser sind auch bereit, viel dafür einzusetzen. „Wenn wir wie gegen Hertha alles investieren, können wir erfolgreich sein„, betont Torjäger Nils Petersen. Und Verteidiger Uwe Hünemeier, der bei Adlungs 1:1-Ausgleich (26.) mitgeholfen und später das 2:1 (35.) erzielt hatte, ergänzt: „Wir dürfen die Saison jetzt aber um Himmels Willen nicht nur auf Duisburg reduzieren. Wir brauchen immer diese 100 Prozent, in jedem Spiel.„ Auch Trainer Wollitz will die Cottbuser Wertpapiere noch nicht abschreiben: „Dafür sind wir viel zu ehrgeizig. Wir brauchen aber eine Siegesserie.„

Die Partie in Berlin gilt ihm und seinem Team dabei als Indikator für die Konkurrenzfähigkeit an der Zweitliga-Börse, als Mutmacher für Duisburg und mehr: Denn schon wenn Energie am Freitag zu Hause gegen den FSV Frankfurt gewinnen sollte, wären es vorerst nur noch fünf Punkte Rückstand auf Rang drei. Da ließe dann wohl sogar der gesunde Menschenverstand wieder vorsichtige Spekulationen mit der Aktie Energie Cottbus zu.