
x93: Energie tritt auf der Stelle
Es pfiff ein frischer Wind am Sonntagnachmittag durch das Stadion der Freundschaft allerdings nur aus rein meteorologischer Sicht. Denn sportlich war Energie Cottbus auch in diesem Heimspiel über weite Strecken bestenfalls ein laues Lüftchen und tritt als Neunter der Tabelle weiter auf der Stelle. „Wir haben insgesamt zu wenig investiert, um uns den Sieg zu verdienen“, kritisiert Trainer Claus-Dieter Wollitz.
Selbst gegen das Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt konnte die Lausitzer ihren Heim-Komplex nicht ab legen. Energie wartet jetzt schon seit drei Monaten auf einen Sieg im Stadion der Freundschaft. Das letzte Erfolgserlebnis gab es am 21. August mit dem 2:0 gegen den Karlsruher SC.
Es waren 90 Minuten ohne bleibenden Erinnerungswert. Bis zur Pause beschränkten sich die Gastgeber auf eine einzige Torchance durch den Schuss von Alexander Ludwig (13. Minute). In die zweite Halbzeit startete Energie zwar nicht in Windeseile, aber immerhin bemüht. Nach 55 Minuten stieg Rok Kronaveter am Fünf-Meter-Raum völlig frei zum Kopfball hoch, beförderte den Ball aber neben das Tor. Auf der anderen Seite musste sich FCE-Keeper Thorsten Kirschbaum bei einem Freistoß von Caiuby (77.) lang machen, um den Ball aus dem Eck zu holen.
Was nach diesen 90 Minuten bleibt, ist vor allem die Frage: Warum kann Energie Cottbus zu Hause nicht mehr gewinnen? Der Heim-Komplex scheint einigen Spielern wie ein zentnerschwerer Felsblock am Bein zu hängen. „Die Mannschaft tritt hier zu Hause gehemmt auf. Uns fehlt selbst nach einer guten Leistung wie in Bochum die Selbstverständlichkeit für ein Heimspiel“, konstatiert Trainer Wollitz.
Dabei pfiff am Sonntag wirklich lediglich der Wind die Zuschauer auf den Rängen blieben lange Zeit bemerkenswert nachsichtig mit ihrer sich vergeblich mühenden Mannschaft. Und das, obwohl die Fans zuletzt nicht gerade verwöhnt wurden. 0:2 gegen Paderborn, 0:2 gegen Greu ther Fürth, 1:4 gegen den FC St. Pauli die Liste der Enttäuschungen im Stadion der Freundschaft wird immer länger.
Das erhöht natürlich auch den Druck auf die Spieler. „Wir wollten alles richtig machen. Leider kam der letzte Pass oft nicht an“, räumt Daniel Adlung mit Blick auf die vielen Ungenauigkeiten in der Offensive ein. „Wir spielen auswärts kompakter. Zu Hause müssen wir das Spiel machen. Das fällt uns schwer“, so Marc Andre Kruska.
Dass jetzt zwei Auswärtsauftritte mit den Derbys bei Union Berlin und Dynamo Dresden anstehen, kommt dem FCE alles andere als ungelegen. „Wir fühlen uns auswärts nicht unwohl“, sieht es Trainer Wollitz positiv und bittet die Fans um Nachsicht: „Vielleicht können wir ihnen auswärts etwas zurückgeben.“