
Uwe Hünemeier: Energie schießt Erzgebirge Aue aus dem Stadion
Cottbus ist von Beginn an Herr im eigenen Hause. Sie kontrollieren die Partie und lassen Aue keine großen Entfaltungsmöglichkeiten. Nach einer Viertelstunde können die Zuschauer folgerichtig das erste Mal jubeln - wenn auch mit tätiger Mithilfe des Auer Keepers und ehemaligen Cottbuser Martin Männel. FCE-Verteidiger Uwe Hünemeier mit einem Freistoß aus gut 30 Metern - der Flatterball geht direkt auf Männel, aber der lässt ihn durch die Finger flutschen - 1:0. Schuldzuweisungen gab es aber danach keine. Aues Trainer Rico Schmitt: „So ein Tor passiert, es gibt solche Tage. Martin hat uns auch in vielen Partien schon im Spiel gehalten.“ Keine zehn Minuten kann Hünemeier erneut feiern: Freistoß von Daniel Ziebig von der rechten Aussenbahn, Hünemeier steigt in der Mitte am höchsten und köpft zum 2:0 ein.
Wer jetzt ein Aufbäumen des Spitzenreiters aus Aue erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Sachsen wirken fast ängstlich und sind in fast allen Zweikämpfen zweiter Sieger. Die Folge: In der 45. Minute kann sich Aues Kapitän René Klingbeil nur unfair gegen Jules Reimerink durchsetzen - Gelb-Rot für den Auer, Erzgebirge in der zweiten Hälfte also nur noch zu zehnt.
Trotzdem wirken die Sachsen nach der Pause kurz wacher - der eingewechselte Sebastian Glasner spitzelt in der 51. Minute eine Hereingabe des Ex-Cottbusers Jan Hochscheidt an den Energie-Pfosten. Besser macht es in der 57. Minute der Cottbuser Angreifer Emil Jula, der im zweiten Anlauf einen Abpraller im Auer Tor versenkt. Und in der 71. Minute seine starke Leistung mit einem Traumtor krönt. Er nimmt die Kugel und haut aus 25 Metern zentraler Position mit Links drauf und hämmert den Ball unhaltbar für Männel in den linken oberen Torwinkel.
Darauf brechen bei den Auern alle Dämme: Nicht einmal 60 Sekunden später ist der gerade eingewechselte Marco Kurth zur Stelle, der gegen sein ehemaliges Team zum 5:0 für die Cottbuser trifft. In der 78. Minute macht Uwe Hünemeier dann seinen Dreierpack perfekt und trifft nach einer Ecke erneut per Kopf zum 6:0-Endstand. Nach dem Spiel war er mehr als zufrieden: „Das war das geilste Spiel, was ich je gemacht habe“, sagt Hünemeier ins Stadion-Mikro.
Aue bleibt mit 30 Punkten Tabellenführer der 2. Liga, Energie lauert aber mit 27 Punkten auf Platz 4 knapp hinter den Aufstiegsrängen. FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz hofft jetzt auf eine Fortsetzung kommende Woche in Augsburg: „Ich bin glücklich über die drei Punkte. Wir wollten wieder nach oben in der Tabelle. In den nächsten drei Spielen könnten wir jetzt den Grundstein legen für mehr und noch ein i-Tüpfelchen draufsetzen.“ Für Aues Trainer Rico Schmitt ist die zweite Saisonniederlage kein Beinbruch: „Cottbus ist eine starke Mannschaft, die ihre Ansprüche mit dem Spiel und Ergebnis untermauert hat. Wir sind jetzt wieder auf dem Boden der Realität gelandet, aber wollen uns davon nicht umwerfen lassen. So schlecht, wie es das 0:6 vermuten lässt, waren wir nicht.“