
Energie: Energie hat nur noch theoretische Aufstiegschancen
Schon ein Punkt sei zu wenig, hatte sich Energie–Trainer Claus–Dieter Wollitz vor dem Spiel festgelegt, wenn denn sein Team noch einmal im Aufstiegskampf mitmischen wolle. Am Ende reichte es jedoch nur zu einem Remis. Während Hertha weiter die Tabelle anführt, liegt Energie auf Platz sieben.
Marco Kurth ersetzte den zuletzt unsicheren Roger und sollte mehr Stabilität in die Energie–Zentrale bringen. Doch ehe sich der Routinier so recht ins rot–weiße Ensemble eingliedern konnte, musste dieses den ersten Rückschlag verkraften. Pierre–Michel Lasogga, das vielgepriesene Berliner Sturmtalent, baute seine beeindruckende Torquote auch gegen Cottbus weiter aus. Schon nach drei Spielminuten war der 19–Jährige im Cottbuser Strafraum unorthodox gestoppt worden — ohne Elfmeterpfiff. In der 16. Minute hingegen konnte ihn dann kein Energie–Verteidiger mehr halten. Vielmehr distanzierte Uwe Hünemeier die Eingabe des Brasilianers Ronny falsch, sein Nebenmann Markus Brzenska kam ebenfalls ein Schritt zu spät — Hertha führte 1:0.
Lasogga markierte damit seinen vierten Treffer im vierten Rückrundenspiel — verwunderlich, wie er die in dieser Situation indisponierte Energie–Abwehr dennoch so eiskalt überraschen konnte. Da half es auch nicht, dass sich Trainer Wollitz über ein Rukavytsya–Foul an Emil Jula beschwerte, das dem Berliner Angriff vorausgegangen war. Auf der Gegenseite musste sich allerdings auch die Hertha–Defensive fragen lassen, was sie da in der 26. Minute veranstaltet hatte: Uwe Hünemeier ging bei einem Kruska–Eckball als einziger Spieler konsequent zum Ball, den Abpraller wuchtete Daniel Adlung aus kurzer Distanz zum 1:1 ins Netz.
Trotz der beiden Treffer hatten beide Mannschaften bis dahin bei minus sieben Grad Celsius im Berliner Olympiastadion mit eingefrorener Handbremse gespielt. Erst nach dem Ausgleich tauten beide Seiten auf, die Atmosphäre mit 40 134 Zuschauern heizte langsam auf Derby–Klima hoch.
Und das tat vor allem Energie Cottbus gut. Der FCE setzte die Hauptstädter jetzt leidenschaftlich unter Druck — mit schnellem Erfolg. Hertha–Keeper Aerts spielte einen schlampigen Befreiungspass und konnte bei Julas postwendenden Lupfer nur noch zur Ecke retten. Die schmetterte Daniel Ziebig in die Mitte, dort verlängerten Torschütze Uwe Hünemeier den Ball zum 2:1 ins Netz (35.). Dass dieser Treffer jedoch nicht zur Halbzeitführung reichte, muss sich Energie–Keeper Thorsten Kirschbaum ankreiden. Bei einem Hertha–Freistoß aus dem Halbfeld blieb er am eigenen Mitspieler Shao hängen, den freien Ball bugsierte Herthas Roman Hubnik zum Ausgleich ins Tor (40.).
Nach dem Wechsel machte Energie klar, dass den Cottbusern nur ein Sieg hilft. Doch selbst bei Shaos raffiniertem Ballklau (70.) von Keeper Aerts sprang kein Treffer raus. Die hochgelobte Torfabrik fa brizierte gegen seltsam zaghafte Berliner zwar etliche Chancen, nur das Tor ließ auf sich warten. Das Remis war am Ende leistungsgerecht — für Energie wohl trotzdem zu wenig.