
Aachen: Energie feiert in Aachen den dritten Saisonsieg
Ein Fußball-Leckerbissen war es sicher nicht, was die Fans im Aachener Tivoli am Samstag zu sehen bekamen. Aachen startete nach drei Pleiten und bislang null Punkten verunsichert und ungefährlich. Cottbus ihrerseits begann ebenfalls abwartend nach zuletzt acht Gegentreffern. Die Lausitzer lauerten aber stets hellwach auf Konter - was sich in der 15. Minute fast schon auszahlte. Der starke Leonardo Bittencourt schlug von der rechten Aussenbahn eine zentimetergenaue Flanke vor das Aachener Tor. Dimitar Rangelov steigt hoch und köpft nur haarscharf neben den Kasten.
Aachen findet auch in der Folge kein Mittel, den Abwehrriegel der Cottbuser zu knacken. Besser macht es Daniel Adlung auf der Gegenseite, der in der 34. Minute die Kugel stark auf Alexander Bittroff durchsteckt. Der FCE-Verteidiger läuft in spitzem Winkel auf Aachens Keeper Waterman zu. Statt aus zehn Metern selbst zu schießen, legt er noch einmal quer auf Dennis Sörensen, der den Ball nicht richtig unter Kontrolle bekommt. So geht es ohne Tor in die Halbzeit.
Nach der Pause ist Energie erfolgreich: Erst scheitert Uwe Hünemeier nach einer Ecke noch per Kopf an Roy Waterman. Den nächsten Eckball in der 54. Minute versenkt aber Neuzugang Ivica Banovic mutterseelenallein am kurzen Pfosten per Kopf mit einer schönen Bogenlampe im langen Toreck. Für Aachens Trainer Peter Hyballa ein vermeitbarer Treffer: „Banovic war für uns eigentlich völlig uninteressant, weil wir mit sechs Mann das Tor verteidigt haben. Das war superärgerlich.“ Banovic beschreibt seinen ersten Treffer im Energie-Trikot so: „Ich bin einfach instinktiv hochgegangen“, schilderte der Kroate sein erstes Tor für Cottbus in seinem zweiten Meisterschaftseinsatz. „Ich bin auch schon dafür kritisiert worden, wie man so einen Spieler verpflichten kann“, merkte FCE-Coach Wollitz an.
Hyballa antwortet mit einem Wechsel: Ex-Energie-Stürmer Sergiu Radu kommt aufs Feld - und muss es keine fünf Minuten später mit Gelb-Rot wieder verlassen. Die zweite Gelbe Karte nach einem unglücklichen Zweikampf mit Daniel Ziebig, der fortan einen Turban auf dem Kopf tragen musste, war eine sehr harte Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Christ.
Cottbus bieten sich fortan in Überzahl immer wieder Konterchancen. Eine davon nutzt Dimitar Rangelov in der 74. Minute eiskalt. Nach einem langen Pass in den Lauf von Rangelov stürmt er auf das Aachener Tor zu und zieht aus 20 Metern staubtrocken mit Rechts ab und trifft unhaltbar ins linke obere Dreieck. Dennis Sörensen und der eingewechselte Tobias Steffen hätten in der Schlussphase noch weiter erhöhen können, ließen die Chancen aber aus. FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz war trotzdem nicht ganz zufrieden nach der Partie: „Wir haben trotz der 0:5-Schlappe vergangene Woche nicht verunsichert gespielt, sondern haben sehr diszipliniert gestanden und im richtigen Moment das Tor gemacht. Man unterstellt uns immer, dass wir in der Defensive schwach sind. Ich glaube, dass das nicht der Fall ist. Ärgerlich ist aber, dass im Verein und Umfeld offenbar immer alles von heute auf morgen funktionieren muss. Wenn es mal nicht so ist, wird alles sofort kritisiert. Alle sollten mal etwas ruhiger bleiben.“
Cottbus hat jetzt neun Punkte auf dem Konto und rangiert weiter in der Spitzegruppe der zweiten Liga. Aachen wartet dagegen weiterhin auf den ersten Punktgewinn und bleibt Tabellenletzter. Eine schwere Aufgabe für Coach Hyballa: „Wir sind in einer sehr schwierigen Situation. Wir haben viele junge Spieler mit wenig Erfahrung. Ich kann jetzt leider keinen Hasen aus dem Hut zaubern. Wir müssen weiter hart arbeiten, was anderes bleibt uns nicht übrig.“
Plus-Artikel freischalten
Jetzt weiterlesen mit4 Wochen kostenlos testen
freier Zugriff zu allen Plus-Inhalten auf LR.de und in der App
jederzeit kündbar
12 Monate lesen und 30 % sparen
freier Zugriff zu allen Plus-Inhalten auf LR.de und in der App
nach 12 Monaten monatlich kündbar
Noch unschlüssig? Weitere Angebote
Sie sind Zeitungsabonnent? Kostenlos Digitalzugang freischalten