
Energie: Energie enttäuscht auch im Derby
„Ich bin mir absolut sicher: Es wird richtig zur Sache gehen“, hatte Ex-Profi Christian Beeck in seiner RUNDSCHAU-Kolumne „Energie-Mix“ prophezeit. Und Beeck, der sowohl bei Energie als auch Union unter Vertrag war, behielt Recht. Beide Mannschaften boten den 17 478 Zuschauern in der Wuhlheide das erwartet hart umkämpfte Ostderby. Die Gastgeber gingen verdientermaßen als Sieger vom Rasen, weil Union Berlin in der Offensive deutlich mehr Wucht in seinen Aktionen hatte als Energie Cottbus. Das Tor des Tages erzielte der Brasilianer Silvio schon in der 10. Spielminute.
Die Gastgeber setzten dank des Heimerfolges ihren guten Lauf in der 2. Fußball-Bundesliga fort. Sie rückten in der Tabelle auf Rang sieben vor, während der FCE als Neunter weiter im Mittelmaß feststeckt. Energie hat jetzt schon sechs Punkte Rückstand auf Union gemessen an den Cottbuser Ansprüchen ist das viel zu viel. Zumal am Sonntag in einer Woche bei Dynamo Dresden bereits das nächste Derby auf dem Programm steht.
Nach dem anfänglichen Abtasten beider Teams geriet Energie durch das Gegentor schnell unter Druck. Denn die 1:0-Führung gab Union Berlin Auftrieb nach dem jüngsten 5:2-Erfolg bei Hansa Rostock. Im Anschluss an eine Ecke stieg Christian Stuff am höchsten, seinen Kopfball konnte Energies Torhüter Thorsten Kirschbaum zwar noch abwehren. Gegen den völlig freistehenden Silvio war er dann jedoch ohne Chance. „Hier muss die Mannschaft besser verteidigen“, rügte FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz seine Abwehr.
Die Gäste brauchten eine gewisse Zeit, um sich von dem Schock des frühen Rückstandes zu befreien. Wenn Union Berlin in Gefahr geriet, dann durch Einzelaktionen. In der 25. Minute legte Dimitar Rangelov (Verdacht auf Haarriss in der Hand) nach einem langen Sprint für Christian Müller auf, zwei Minuten später für Daniel Adlung beide Aktionen blieben ohne Erfolg. Die Berliner Führung zur Halbzeitpause war durchaus verdient. Obwohl Energie mit Kapitän Marc Andre Kruska, dem nach Dortmund wechselnden Leonardo Bittencourt, Christian Müller, Alexander Ludwig und Daniel Adlung gleich fünf offensiv ausgerichtete Mittelfeldakteure in der Startformation aufgeboten hatte, blieb das Spiel nach vorn bescheiden.
Stattdessen musste Torhüter Kirschbaum weiter hellwach sein. Gleich nach dem Wechsel stieg erneut der lange Stuff zum Kopfball hoch, wieder rettete Kirschbaum und diesmal auch den Nachschuss. In der 55. Minute rettete beim Schuss von Quiring dann die Querlatte für den Cottbuser Keeper.
Nach vorn blieb es für die Gäste eine zähe Angelegenheit. Deshalb sollten die eingewechselten Rok Kronaveter und Jules Reimerink nach knapp einer Stunden frischen Wind in die Offensive bringen. In der 66. Minute hätte Energie fast von einem Fehler in der Berliner Defensive profitiert. Adlung fiel der Ball vor die Füße, aber der Schuss landete wie zuvor auf der anderen Seite an der Querlatte. Immerhin verstärkten die Gäste jetzt ihre Bemühungen um den Ausgleich. Rangelov verpasste in der 80. Minute aber ebenfalls das 1:1. Deshalb gab es nach dem tor losen Remis gegen Schlusslicht SV Ingolstadt schon die zweite Enttäuschung innerhalb einer Woche. „Es war kein schlechtes Auswärtsspiel von uns, der Aha-Effekt hat aber gefehlt“, analysierte Wollitz.
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