Energie Cottbus: Wollitz kritisiert Landespolitik - „Peinlich, abartig, bodenlos“

Trainer Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus) ist auf die Landespolitiker in Potsdam inklusive Ministerpräsident Dietmar Woidke überhaupt nicht gut zu sprechen.
Steffen Beyer- Cottbus-Coach Wollitz attackiert Landespolitik: „peinlich, abartig, bodenlos“
- Kritik: keine ausreichende Hilfe für Stadion/Trainingsplätze, Fördergeld wartet
- Stadt startet am 2. März Sanierung des Trainingsplatzes Parzellenstraße
- Platz voraussichtlich ab August nutzbar; Kosten rund 500.000 Euro aus städtischen Mitteln
- FCE führt 3. Liga, Topspiel gegen SC Verl am Samstag (16.30 Uhr) steht an
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Über dem FC Energie Cottbus strahlte am Donnerstag (26. Februar) die Sonne – und das gleich in zweifacher Hinsicht. Als Tabellenführer trifft der FCE am Samstag im Topspiel der 3. Liga auf den SC Verl (16.30 Uhr) und kann weitere Punkte für den Zweitliga-Aufstieg sammeln. Zudem teilte die Stadt Cottbus mit, dass endlich die langersehnte Sanierung des Trainingsplatzes in der Parzellenstraße beginnen kann.
Und dennoch war Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz bei der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Verl beim Thema Trainingsbedingungen überhaupt nicht nach Strahlen zumute. Im Gegenteil! Er beklagte erneut mit drastischen Worten die in seinen Augen mangelhafte Unterstützung durch die Landespolitik in Potsdam. Beim FCE freut man sich einerseits natürlich über den Baustart in der Parzellenstraße am 2. März, der von der Stadt finanziert wird. Andererseits müssen Wollitz und das Team bis zur Fertigstellung auf andere Rasenplätze ausweichen. Zumal auch der Rasen des Trainingsplatzes im Eliaspark durch die starke Beanspruchung seit dem Trainingsstart Anfang Januar arg in Mitleidenschaft gezogen ist.
Energie Cottbus will in die 2. Liga
„Ab nächster Woche reisen wir zum Trainieren durch Cottbus. Das hat mit Profifußball nichts mehr zu tun“, kritisierte Claus-Dieter Wollitz und ergänzte mit Blick auf die Tabellenführung in der 3. Liga: „Dabei reden wir über die Möglichkeit, dass wir in der kommenden Saison vielleicht gegen große Clubs wie Hertha BSC und eventuell auch Schalke 04 spielen können, wenn Schalke nicht aufsteigen sollte. Das geht so nicht mehr weiter, auch nicht mit dem Stadion und den Fördergeldern.“
Was Wollitz meint: Trotz der im Januar im Zuge der 60-Jahr-Feier vom Land Brandenburg erteilten Ausnahmegenehmigung für einen vorzeitigen Maßnahmebeginn für die Modernisierung des Leag Energie Stadions muss der Verein weiterhin auf das Fördergeld aus Potsdam warten. Das Land Brandenburg hat zwar zwei Millionen Euro für Sanierungsarbeiten im Stadion im Doppelhaushalt eingeplant – die Prüfung und die Genehmigung sind aber noch nicht abgeschlossen.
Wollitz kritisiert Landespolitik
„Ich weiß schon, dass man mit Steuergeldern verantwortungsvoll umgehen muss. Aber dieser Verein, der Massen anzieht und jetzt als Außenseiter eine große Chance hat, wird einfach links liegengelassen. Das ist zum Fremdschämen“, schimpfte Wollitz in seiner Wutrede in Richtung Potsdam. Der Cottbuser Coach erklärte weiter: „Gott sei Dank bin ich nicht Bürger des Landes Brandenburg, hier ist nur mein zweiter Wohnsitz. Es ist peinlich, wie mit diesem Standort und diesem Verein umgegangen wird. Peinlich, abartig, bodenlos.“ Andere Bundesländer würden die Clubs dagegen bei der Stadion-Thematik unterstützen. „Und der Sportminister von Brandenburg sagt, dass er noch niemals im Stadion war. Das ist noch peinlicher.“
Neben Steffen Freiberg ließ Wollitz auch an Ministerpräsident Dietmar Woidke kein gutes Haar. Wollitz über Woidke: „Der Ministerpräsident kommt aus Forst und ist nicht in der Lage, beim 60. Geburtstag von Energie Cottbus aufzutreten. Ich möchte seine Glückwünsche nicht, aber dieser Club hätte es verdient gehabt. Es kommt nullkommanull Unterstützung. Es geht dabei nicht nur um Energie Cottbus. Diese Region wird von Potsdam einfach schlecht begleitet.“
Neuer Trainingsplatz erst im August nutzbar
Immerhin werden die Trainingsbedingungen demnächst besser. Beim stadteigenen Trainingsplatz in der Parzellenstraße werden neben der Rasenfläche auch die Bewässerung und Entwässerung grundlegend erneuert. Für Ende Mai ist dann die abschließende Ansaat des neuen Rasens vorgesehen. Abhängig von der Witterung mit einer entsprechenden Anwuchs- und Pflegephase könnte der Trainingsplatz voraussichtlich im August wieder für den Trainingsbetrieb freigegeben werden, teilte die Stadt mit. Die Sanierungskosten liegen bei rund 500.000 Euro aus städtischen Mitteln. Wollitz dankte der Stadt für „eine außergewöhnliche Geste. Die Leute haben verstanden, dass der Club der wichtigste Werbeträger der Stadt und Region ist“.
Als Ausweichtrainingsplätze stehen Energie Cottbus neben dem Platz im Eliaspark zusätzlich die Trainingsplätze in Dissenchen und in der Schlachthofstraße zur Verfügung. „Der Platz im Eliaspark ist hin, der ist erledigt“, gab Wollitz jedoch zu bedenken.


