Präsident Dirk Zingler gab sich zuversichtlich, dass es im Rückspiel des 1. FC Union Berlin gegen Malmö FF nicht wieder zu skandalösen Vorfällen wie in Schweden kommt. Bis dahin steht für die Eisernen aber die Aufarbeitung der Ausschreitungen vom Donnerstagabend an. Zingler kündigte eine Auswertung mit „der Szene“ an.

Fans diskutieren über Energie Cottbus

Unter den Fans wird vor allem eine Aussage von Dirk Zingler heiß diskutiert. Union-Fans hätten sich Leute „vom Dorf“ eingeladen. Näher ging Zingler auf diese Aussagen nicht ein. In diesem Zusammenhang wird plötzlich auch über Energie Cottbus diskutiert. Denn: Die Fernsehbilder vom Donnerstagabend zeigten im Union-Fanblock auch einen vermummten Mann mit Logo von Energie Cottbus. Der entsprechende Screenshot kursiert seitdem in den sozialen Netzwerken. Energie-Fans hatten mit ähnlichen Pyro-Vorfällen zuletzt beim Regionalliga-Spiel in Jena für negative Schlagzeilen gesorgt.
Zudem sollen auch Fans von Borussia Mönchengladbach im Gästefanblock vertreten gewesen sein. Darauf deutete eine Zaunfahne hin. „Wir laden uns Gäste ein, und dann müssen wir unsere Gäste auch im Griff haben“, sagte Zingler.
„Am Ende sind es immer wenige. Das hört sich zwar an wie eine Floskel, aber es ist die Wahrheit“, meinte Zingler mit Blick auf die Geschehnisse im Eleda Stadion von Malmö, wo die Partie der als Bundesliga-Spitzenreiter angetretenen Berliner vor dem Abbruch stand. Gut 25 Minuten hatte das Spiel geruht, die Mannschaften waren in die Kabine geschickt worden, nachdem unter anderem vor dem Gäste-Fanblock Fernsehbildern zufolge ein massiver Feuerwerkskörper explodiert war.

Union-Trainer Fischer: „beschämend“

„Feuerwerk auf Menschen zu zielen, auf Menschen zu richten, das geht einfach zu weit“, betonte Trainer Urs Fischer. „Dass eine Minderheit es einfach immer wieder hinbekommt, dass man nicht über das Spiel spricht. Da fehlen mir die Worte. Das finde ich beschämend“, sagte er nach einer für ihn ohnehin schon etwas turbulenten ersten Wochenhälfte in einer gerade wichtigen Saisonphase.
„Wir verändern nur etwas, wenn wir tatsächlich die Schuldigen finden“, betonte Zingler noch in Malmö. Er werde jetzt auch nicht anfangen, die rund 1200 mitgereisten Fans zu verurteilen. Zingler spielte aber eben auch darauf an, dass Malmö-Fans sich Leute aus der Hauptstadt eingeladen hätten – die Freundschaft unter Hertha und FF-Anhängern ist bekannt. Und im Block der Malmö-Fans tauchte am Donnerstag sogar ein Spruchband auf mit der Aufschrift: „Berlin ist Blau Weiß.“ Es sind die Farben der Hertha.

Union Berlin spielt in Stuttgart

Am Sonntag soll es nur sportlich zugehen. Union kann die Führung in der Meisterschaft beim kriselnden VfB Stuttgart verteidigen und am kommenden Donnerstag mit einem Heimsieg gegen Malmö schon den Verbleib über die Winterzeit im internationalen Wettbewerb sichern. Tabellenplatz drei, der zur Teilnahme an der K.o-Phase der Conference League berechtigt, wäre Minimum fix. Doch wird es friedlich zugehen beim Wiedersehen mit den Schweden im Stadion An der Alten Försterei? „Ich glaube, dass wir mit so Lagen besser umgehen können“, versicherte der 58-jährige Zingler. Sie seien auch darauf vorbereitet, sollten Malmö-Fans ihre Karten weitergeben.