Ist Jan Glinker die gesuchte Verstärkung für Energie Cottbus auf der Torhüter-­Position, nachdem Lennart Moser nach Belgien gewechselt ist? Wenn es nach FCE-Sportchef Sebastian König geht –  ja. „Wir wünschen uns, dass das klappt“, sagte König am Freitag am Rande des Trainings, bei dem Glinker als Probespieler dabei war. König erklärte: „Wir wollen einen erfahrenen Torhüter verpflichten, der unser junges Torwart-Team belebt. Jan hat die Klasse dafür.“

Deshalb muss der 36-Jährige seine Qualitäten gar nicht mehr so groß unter Beweis stellen. Als einstiger Keeper von Union Berlin, 1. FC Magdeburg und Wacker Nordhausen kann er auf 122 Zweitliga-, 87 Drittliga- und 147 Regionalliga-Spielen verweisen. Nach der Insolvenz von Wacker ist Glinker vertragslos und kann ablösefrei verpflichtet werden.

Junges Torwart-Team

Klingt nach einem guten Geschäft für Energie. Die Probephase ist deshalb wohl nur der Frage geschuldet, ob Glinker auch in das junge Torwartteam mit Toni Stahl (20), Julian Simon (18) und Torwarttrainer Anton Wittmann (25) passt. König verdeutlichte, dass Wittmann bei dieser Entscheidung ein Mitspracherecht habe. Schließlich hat Energie eine komplizierte Konstellation zu meistern. Mit Toni Stahl, der aus Cottbus kommt und als Mann der Zukunft gilt, haben die Lausitzer einen Rohdiamanten im Kader. Stahl hatte nach dem Moser-Abgang bekundet: „Ich will zeigen, dass ich die Nummer eins bin.“

Dazu passt, dass Energie nach Rundschau-Informationen schon länger Zeit mit dem Premier-League-Club FC Fulham über die endgültige Verpflichtung von Stahl verhandelt. Bisher ist der 20-Jährige nur ausgeliehen.

König und auch Trainer Sebastian Abt halten zu Stahl, ohne ihm aber den Stammplatz fest garantieren zu wollen. Energie stehen schließlich in der Regionalliga und den möglichen Aufstiegsspielen zur 3. Liga einige Nervenproben bevor. Dort muss der junge Keeper beweisen, dass er auch in brenzligen Situationen ein sicherer Rückhalt ist.  Fakt ist: Stahl gehören als Lokalmatador die Herzen der Energie-Fans und seine Entwicklung will man beim FCE auf keinen Fall stoppen. Deshalb wird ein Keeper gesucht, der stattdessen diese Entwicklung sogar vorantreibt. Heißt: Ein Torhüter, der seinen jungen Konkurrenten anstachelt, sich trotzdem ohne Groll auf die Bank setzt und im Notfall sofort zur Stelle ist. So wie es in der Vergangenheit schon René Renno oder Kevin Rauhut beim FCE getan haben.

Ist Glinker der richtige Mann für diesen Part? Gegenüber dem „Berliner Kurier“ hatte er angedeutet, dass er sich mit einer Rolle als Ersatzmann anfreunden könnte, dabei aber noch an eine Rückkehr nach Magdeburg gedacht. Er verdeutlichte jedoch auch, dass es ihn zurück nach Berlin-Ahrensfelde zu seiner Frau Melanie und den drei Kids Pia Sophie sowie den Zwillingen Phil Louis und Phiby Lea ziehe. Da könnte ein künftiger Arbeitsplatz in Cottbus gut in die Familienplanung passen.

„Er schreckt nicht zurück“

Am Freitag im Training wurde deutlich, dass Glinker wohl keine Anpassungsprobleme haben würde. Er dirigierte souverän seine Vorderleute. Sportreporter Manuel Holscher, der Glinker für die Zeitung „Volksstimme“ während seiner Zeit beim 1. FC Magdeburg begleitet hatte, berichtete: „Jan Glinker ist ein Torhüter, der auf der Linie stark ist, Sicherheit ausstrahlt und natürlich viel Erfahrung mitbringt. Schwächen hat er im Spiel mit dem Ball am Fuß. Glinker ist ein Teamplayer, der aber auch seine Meinung klar äußert, der sich klar positioniert – und auch nicht davor zurückschreckt, unangenehme Themen anzusprechen.“

Nun laufen die Verhandlungen mit Energie. Sportchef König berichtete am Freitag: „Wir haben bereits gesprochen und werden das auch am Wochenende machen. Vielleicht gibt es eine schnelle Einigung.“

Abt erteilt Aufgaben für Testspiel in Zehlendorf


FCE-Coach Sebastian Abt hat seinen Profis für das Testspiel beim Berliner Oberligisten Hertha Zehlendorf am Samstag (15 Uhr/Rundschau-Liveticker) klare Aufgaben erteilt. Nach einer langen taktischen Besprechung wurden am Freitag Spielzüge geübt. Abt sagte: „Wichtig ist, dass wir die Mechanismen, die wir im Training ansprechen, dann auch im Spiel sehen.“

Mit Robert Müller (33) und Tobias
Eisenhuth (18)
fehlen am Samstag zwei Leistungsträger. Müller sei angeschlagen, da wolle man kein Risiko eingehen, so Trainer Abt. Eisenhuth ist nach einer Grippe auf dem Weg der Besserung. Der Coach berichtet: „Er trainiert auch schon wieder abgespeckt, aber es wäre für ihn zu zeitig, in den Wettkampf zu gehen.“

Felix Geisler (22) hat am Freitag seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Die neue Laufzeit gab der Verein allerdings nicht bekannt. Laut „Transfermarkt.de“ hat der Vetschauer, der derzeit nach einem Kreuzbandriss im September 2019 für die Rückkehr ins Mannschaftstraining arbeitet, nun gültige Arbeitspapiere bis zum Juni 2021.