Energie Cottbus: Rote Karte gegen Torwart Petersson? So urteilt Schiri-Experte

Im Fokus: Schiedsrichter Kevin Behrens leitete das Spiel von Energie Cottbus gegen die TSG Hoffenheim II in der 3. Liga. Hätte der Unparteiische der TSG dabei eine Rote Karte zeigen müssen?
Steffen Beyer- Cottbus siegt 3:1 gegen TSG Hoffenheim II und springt an die Tabellenspitze.
- Bei Ecke: Petersson schubst Manu – Rafati sieht klaren, nicht gegebenen Elfmeter.
- Rafati: Gelbe für Petersson nach Foul an Butler falsch – Notbremse, Rot nötig.
- Assistent hätte Schiri laut Rafati bei Butler-Szene unterstützen müssen.
- Foul an Cigerci mit offener Sohle nicht geahndet; Behandlung, weiterspielen möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit dem 3:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim II am Sonnabend (31. Januar) ist der FCE an die Tabellenspitze der 3. Liga gesprungen und hat ein perfektes 60. Vereinsjubiläum gefeiert. Hätte die Heimelf Teile des Spiels sogar in Überzahl bestreiten müssen?
Nach einem Foulspiel von TSG-Torhüter Lukas Petersson an Justin Butler vor dem Cottbuser Strafraum forderte der FCE Mitte der zweiten Hälfte eine Rote Karte wegen Notbremse. Der Torwart kam allerdings mit einer Gelben Karte davon. Zudem forderten die Lausitzer früh in der Partie einen Elfmeter, nachdem King Manu im gegnerischen Strafraum zu Fall kam – ein Pfiff blieb aus.
Schiedsrichtexperte Babak Rafati blickt auf die strittigen Szenen. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter analysiert für das Internetportal Liga3-Online.de einmal pro Woche immer am Montag die strittigen Entscheidungen des zurückliegenden Wochenendes in der 3. Liga. Rafati (55) leitete insgesamt 84 Bundesliga-Partien und zahlreiche internationale Spiele.
Babak Rafati über möglichen Elfmeter für Energie Cottbus
In der 14. Minute schubst Hoffenheims Torwart Lukas Petersson bei einer Ecke den aufgerückten Cottbuser Innenverteidiger King Manu um. Schon vor Ausführung des Eckballs hatten sich die beiden Spieler behakt. Als der Ball dann im Spiel ist, gibt es einen weiteren Schubser des Torhüters, nach dem Manu zu Boden geht.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Es gibt schon vor der Eckstoßausführung eine Auseinandersetzung zwischen Manu und Keeper Petersson. Deshalb stoppt der Schiedsrichter zunächst die Eckstoßausführung und spricht beide Spieler an, diese zu unterlassen. Als die Ecke freigegeben wird, stößt der Keeper Manu erneut weg und mit der Ausführung dann endgültig zu Boden. Auch wenn Manu sich dort hinstellt, hat der Keeper nicht das Recht, ihn wegzuschubsen. Wenn er zudem bereits zuvor ermahnt wurde und mit der Ausführung dasselbe passiert, muss der Schiedsrichter konsequenterweise handeln und einen Elfmeter geben.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Eine Fehlentscheidung, diesen Elfmeter nicht zu geben. Zudem wäre eine Gelbe Karte gegen den Keeper zu verhängen. Manu darf sich dort hinstellen und der Keeper darf ihn auch ein wenig bearbeiten. Das gehört einfach dazu. Aber ein klares Schubsen übersteigt die Grenze des Erlaubten und wird zum Foulspiel. Übrigens, wenn der Ball bei der Ecke noch nicht im Spiel gewesen wäre, wäre eine Spielstrafe – in diesem Fall ein Elfmeter – nicht möglich gewesen.“
Babak Rafati über mögliche Rote Karte gegen TSG-Torwart
In der 67. Minute legt sich der eingewechselte Energie-Stürmer Justin Butler den Ball vor dem Strafraum am herausstürmenden TSG-Keeper Lukas Petersson vorbei. Der Torhüter kommt zu spät und grätscht Butler 20 Meter vor dem Tor um. Der Schiedsrichter belässt es bei einer Gelben Karte.
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Dass ein Foulspiel vom Keeper Petersson an Butler vorliegt, ist unumstritten. Auch wenn sich der Angreifer den Ball leicht nach links vorlegen will, ist dennoch eine klare Torchance gegeben, denn der Ball befindet sich nur einen Meter vom Fuß entfernt, und der Angreifer wäre mit einem Schlenker in die Mitte geradewegs auf das leere Tor zugelaufen, ohne ernsthaft von einem Verteidiger an einer Toterzielung gehindert zu werden.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Somit liegt eine Fehlentscheidung vor, nur eine Gelbe Karte zu zeigen. Der Assistent muss dem Schiedsrichter in solch einer Situation aus einer viel besseren Position (Seitenblick) den Hinweis geben und vermeiden, dass der schlecht postierte Schiedsrichter, der naturgemäß von hinten auf die Szene schaut, zu einer Fehleinschätzung kommt.“
Mögliche Rote Karte nach Foul an Cigerci nicht thematisiert
Eine weitere umstrittene Szene der Partie spricht Babak Rafati bei seiner Analyse des Spieltages nicht an: In der 70. Minute passt Energie-Spielmacher Tolcay Cigeri den Ball aus dem Mittelfeld nach vorn, Hoffenheims Arian Llugiqi will ihn daran hindern, kommt aber im Zweikampf zu spät. Statt den Ball zu treffen, tritt er dem Cottbuser Spielmacher unbeabsichtigt mit offener Sohle auf die Wade.
Aufgrund des Trefferbildes kann ein solches Einsteigen prinzipiell mit Rot bestraft werden, ein Foulspiel wird von Schiedsrichter Kevin Behrens aber nicht gepfiffen. Mannschaftsarzt Dr. Hartmut Thamke und Physio Bastian Rost müssen Cigerci behandeln, der nach einigen Minuten weiterspielen kann.
Energie Cottbus – der Spielplan in der 3. Liga 2025/26
- 1. Spieltag, Samstag, 2. August, 14 Uhr: Energie Cottbus – 1. FC Saarbrücken 3:3 (2:1)
- 2. Spieltag, Freitag, 8. August, 19 Uhr: 1. FC Schweinfurt – Energie Cottbus 0:2 (0:0)
- 3. Spieltag, Samstag, 23. August, 14 Uhr: TSG Hoffenheim II – Energie Cottbus 4:1 (3:0)
- 4. Spieltag, Samstag, 30. August, 14 Uhr: Energie Cottbus – FC Ingolstadt 1:1 (1:0)
- 5. Spieltag, Sonntag, 14. September, 16.30 Uhr: Waldhof Mannheim – Energie Cottbus 0:3 (0:2)
- 6. Spieltag, Mittwoch, 17. September, 19 Uhr: Energie Cottbus – Erzgebirge Aue 2:1 (1:1)
- 7. Spieltag, Sonntag, 21. September, 16.30 Uhr: SC Verl – Energie Cottbus 2:1 (0:0)
- 8. Spieltag, Freitag, 26. September, 19 Uhr: Energie Cottbus – VfB Stuttgart II 5:0 (2:0)
- 9. Spieltag, Dienstag, 30. September, 19 Uhr: Hansa Rostock – Energie Cottbus 1:3 (1:1)
- 10. Spieltag, Samstag, 4. Oktober, 16.30 Uhr: Energie Cottbus – Alemannia Aachen 3:2 (1:2)
- 11. Spieltag, Sonntag, 19. Oktober, 13.30 Uhr: SSV Ulm 1846 – Energie Cottbus 1:2 (0:0)
- 12. Spieltag, Samstag, 25. Oktober, 14 Uhr: Energie Cottbus – TSV Havelse 4:3 (2:1)
- 13. Spieltag, Samstag, 1. November, 14 Uhr: TSV 1860 München – Energie Cottbus 3:0 (2:0)
- 14. Spieltag, Samstag, 8. November, 14 Uhr: Energie Cottbus – VfL Osnabrück 0:1 (0:0)
- 15. Spieltag, Sonntag, 23. November, 19.30 Uhr: Rot-Weiss Essen – Energie Cottbus 2:3 (0:1)
- 16. Spieltag, Samstag, 29. November, 14 Uhr: Energie Cottbus – Viktoria Köln 3:2 (0:1)
- 17. Spieltag, Samstag, 6. Dezember, 14 Uhr: Energie Cottbus – MSV Duisburg 3:2 (1:0)
- 18. Spieltag, Sonntag, 14. Dezember, 13.30 Uhr: SV Wehen Wiesbaden – Energie Cottbus 3:1 (1:0)
- 19. Spieltag, Freitag, 19. Dezember, 19 Uhr: Energie Cottbus – Jahn Regensburg 2:2 (2:0)
- 20. Spieltag, 17. Januar, 14 Uhr: 1. FC Saarbrücken – Energie Cottbus 1:1 (0:1)
- 21. Spieltag, 24. Januar, 14 Uhr: Energie Cottbus – 1. FC Schweinfurt 2:1 (2:1)
- 22. Spieltag, 31. Januar, 14 Uhr: Energie Cottbus – TSG Hoffenheim II 3:1 (2:1)
- 23. Spieltag, 7. Februar, 14 Uhr: FC Ingolstadt – Energie Cottbus 0:0
- 24. Spieltag, 15. Februar, 13.30 Uhr: Energie Cottbus – Waldhof Mannheim 1:1 (1:0)
- 25. Spieltag, 22. Februar, 16.30 Uhr: Erzgebirge Aue – Energie Cottbus 1:2 (1:1)
- 26. Spieltag, 28. Februar, 16.30 Uhr: Energie Cottbus – SC Verl 0:0
- 27. Spieltag, 3. März, 19 Uhr: VfB Stuttgart II – Energie Cottbus 1:2 (0:0)
- 28. Spieltag, 7. März, 14 Uhr: Energie Cottbus – Hansa Rostock 0:0
- 29. Spieltag, 13. März, 19 Uhr: Alemannia Aachen – Energie Cottbus 4:1 (0:0)
- 30. Spieltag, 21. März, 14 Uhr: Energie Cottbus – SSV Ulm 1:1 (0:1)
- 31. Spieltag, 4. April, 14 Uhr: TSV Havelse – Energie Cottbus 0:3 (0:2)
- 32. Spieltag, 7. April, 19 Uhr: Energie Cottbus – 1860 München 3:0 (2:0)
- 33. Spieltag, 12. April, 13.30 Uhr: VfL Osnabrück – Energie Cottbus 1:0 (0:0)
- 34. Spieltag, 19. April, 13.30 Uhr: Energie Cottbus – Rot-Weiss Essen 5:3 (1:2)
- 35. Spieltag, 26. April, 13.30 Uhr: Viktoria Köln – Energie Cottbus 0:2 (0:1)
- 36. Spieltag, 3. Mai, 13.30 Uhr: MSV Duisburg – Energie Cottbus 2:1 (1:0)
- 37. Spieltag, 9. Mai, 14 Uhr: Energie Cottbus – SV Wehen Wiesbaden 2:1 (1:1)
- 38. Spieltag, 16. Mai, 14 Uhr: Jahn Regensburg – Energie Cottbus 0:1 (0:1)


