Energie Cottbus: Jonas Hildebrandt – so hitzig geht es mit Wollitz auf der Bank zu

Dreigestirn auf der Trainerbank von Energie Cottbus: Jonas Hildebrandt (links) ist seit Beginn der Saison 2024/25 neben Tobias Röder (sitzend) der zweite Co-Trainer von Claus-Dieter Wollitz.
Fotostand / Christiane Weiland- Jonas Hildebrandt ist seit der Saison 2024/25 Co-Trainer bei Energie Cottbus.
- Er spricht im Podcast über seine Rolle und den emotionalen Arbeitsalltag mit Trainer Wollitz.
- Hildebrandt beendete seine aktive Karriere mit 27 Jahren.
- Er hat enge Freundschaften im Team, u.a. mit Erik Engelhardt.
- Seine Trainerphilosophie betont schönen, erfolgreichen Fußball.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Endspurt der 3. Fußball-Liga geht es bei Energie Cottbus emotional zu. Die Hoffnung auf den Aufstieg wächst, damit aber auch die Anspannung. Als ehemaliger Abwehrchef ist Co-Trainer Jonas Hildebrandt mittendrin. Der 28-Jährige muss sich gegen den lautstarken Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz durchsetzen, oder aber seinem guten Freund Erik Engelhardt beibringen, dass für den Stürmer vorerst die Reservistenrolle vorgesehen ist.
In der neuen Folge von „Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast“ spricht der gebürtige Frankfurter ausführlich über seine neue Rolle im Dreigestirn mit Wollitz und dem zweiten Co-Trainer Tobias Röder. Dabei bekundet Hildebrandt vehement, dass die Entscheidung, seine aktive Karriere bereits mit 27 Jahren zu beenden, „exakt der komplett richtige Schritt“ gewesen sei.
Folge #39 von „Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast“
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Nach dem Aufstieg in die 3. Liga und dem Sieg im brandenburgischen Landespokal hatte Hildebrandt überraschend seinen Rücktritt verkündet – im Stadion liefen an jenem 25. Mai 2024 nicht nur bei seiner Mama die Tränen. Nach sieben Jahren beim FC Viktoria in Frankfurt (Oder) war Hildebrandt als Elfjähriger an die Lausitzer Sportschule und zum FC Energie gekommen. Bei jenem Verein, wo er einst als Balljunge in der Bundesliga im Einsatz war, beendete er dann 16 Jahre später seine Karriere. Zudem stehen RB Leipzig, Optik Rathenow, 1. FC Köln, Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen in seiner Vita.
Die meisten Spiele unter Trainer Claus-Dieter Wollitz
Viel habe ihm Ex-Nationalspieler Patrick Helmes bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln beigebracht, sagt Hildebrandt im Rückblick: „Weil er sich wirklich viel Zeit genommen hat, mich entwickeln zu wollen, sowohl fußballerisch als charakterlich. Da war ich noch ein anderer Typ, weil ich auch jünger war und Köln eine andere Stadt ist als Cottbus.“ Hat der damalige Mittelfeldspieler etwa sein Talent verschleudert? Hildebrandt wiegelt lachend ab: „Nein, nein – so viel Talent zu verschleudern gab es nicht. Aber mit 19 als Single in Köln lebt man ja doch ein bisschen anders als mit 28 Jahren als verheirateter Mann mit Kind in Cottbus.“
Die meisten Spiele hat Hildebrandt unter Trainer Wollitz absolviert. Nun gehört er zu dessen Trainerteam, eine spannende Konstellation: Wenn man Wollitz, Röder und Hildebrandt am Spielfeldrand beobachtet, dann gibt es durchaus hitzige Szenen, die manchmal sogar nach Streit aussehen. Zu heftig? Hildebrandt verneint: „Wenn du deine Meinung hast, kannst du die sagen. Man muss natürlich auch als Co-Trainer wissen, wie der Cheftrainer tickt. Dann gehört es halt einfach mal dazu, dass er emotional ist, dass ich dann auch mal angeschrien werde.“
Für den Novizen kein Problem. Er berichtet aus der Trainerkabine: „Da ist intern nie irgendwas Emotionales. Wir im Trainerteam wissen komplett, wie der andere die Sachen meint. Wir haben uns so eingespielt, dass wir genau wissen, wann es Sinn macht, Dinge anzusprechen.“

Jonas Hildebrandt ist seit Beginn der Saison 2024/25 der zweite Co-Trainer von Claus-Dieter Wollitz bei Energie Cottbus. In „Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast“ spricht der 28-Jährige über seine neue Rolle.
Sebastian Räppold/Matthias KochPatenschaft für den Sohn von Erik Engelhardt
Andersherum muss das auch mit den Spielern funktionieren – mit den meisten hat Hildebrandt bis zum Sommer 2024 zusammengespielt. Es gibt enge Freundschaften, beispielsweise zu Kapitän Axel Borgmann oder zum Winter-Rückkehrer Erik Engelhardt. Mit seiner Frau hat Jonas Hildebrandt sogar die Patenschaft für Engelhardts Sohn Aurel Mares übernommen. Als Co-Trainer ist er aber auch Vorgesetzter von Engelhardt. Eine schwierige Konstellation. Deswegen hat der Ex-Profi im Freundeskreis klar kommuniziert: „Es kann auch mal sein, dass ich in einer schwierigen Entscheidung mit drin hänge. Aber das heißt nicht, dass ich dann privat nichts mehr mit euch zu tun haben möchte.“ Seine Hoffnung: „Sie bleiben länger meine Freunde, als dass ich deren Trainer bleibe.“
Jonas Hildebrandt genießt die neue Rolle auf der Trainerbank und bekräftigt: „Ich kann nur tausendmal Danke sagen, wie das erste Jahr abgelaufen ist. Auf Anhieb war meine Meinung sehr gefragt.“ Es gibt nicht wenige im Verein, die es Jonas Hildebrandt als zweitem Co-Trainer zuschreiben, dass Energie Cottbus eine so starke Saison mit oftmals furiosem Tempofußball und hohem Pressing spielt.
Der 28-Jährige erklärt seine Herangehensweise: „Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie ich als Trainer sein möchte und auch vom Fußball, den ich mir gerne angucke.“ Er gibt zu, dass da Eigennutz im Spiel ist: „Das muss ich mir jede Woche angucken, dann soll es auch ein schöner Fußball sein.“ In den ersten erfolgreichen Monaten als Co-Trainer dürfte das vorwiegend großen Spaß gemacht haben.
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