Energie Cottbus: Fehlentscheidung beim Sieg gegen Duisburg? Schiri-Experte urteilt

Fehlentscheidung? Bei Lukas Michelbrink gab es im Topspiel der 3. Liga zwischen Energie Cottbus und dem MSV Duisburg gleich zwei knifflige Situationen.
Steffen Beyer- Energie Cottbus besiegt Duisburg, strittige Schiedsrichterentscheidungen sorgen für Diskussionen.
- MSV-Trainer Hirsch kritisiert ausbleibenden Elfmeter nach Foul an Christian Viet kurz vor der Halbzeit.
- Schiri-Experte Rafati: Fehlentscheidung, den Elfmeter nicht zu geben, trotz Ref-Cam keine Entschuldigung.
- Weitere Entscheidungen: Kein Handspiel bei Michelbrink korrekt, indirekter Freistoß für Duisburg nicht gegeben.
- Schiedsrichter Tom Bauer erhielt vom Kicker die Note 3,5 für seine Leistung in der Partie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Beim Drittliga-Topspiel zwischen Energie Cottbus und dem MSV Duisburg stand nicht nur FCE-Siegtorschütze Tolcay Cigerci im Mittelpunkt, auch Schiedsrichter Tom Bauer im Mittelpunkt. Das lag keineswegs nur an der sogenannten Ref-Cam, die Bauer erstmals in dieser Saison in der 3. Liga trug. Mit dieser speziellen Schiedsrichter-Kamera bekamen die Fernsehzuschauer immer wieder die Sicht des Unparteiischen eingeblendet. „Wir müssen einen Strafstoß kriegen, für mich ganz klar“, haderte MSV-Trainer Dietmar Hirsch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Kurz vor der Halbzeitpause trat der Cottbuser Lukas Michelbrink im Energie-Strafraum seinem Gegenspieler Christian Viet von hinten in die Wade (43.). Der Elfmeterpfiff und die damit verbundene Ausgleichschance beim Stand von 0:1 blieben jedoch aus.
Eine Fehlentscheidung? Ja, sagt Schiedsrichterexperte Babak Rafati. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter analysiert für das Internetportal Liga3-Online.de einmal pro Woche immer am Montag die strittigen Entscheidungen des zurückliegenden Wochenendes in der 3. Liga. Rafati (55) leitete insgesamt 84 Bundesliga-Partien und zahlreiche internationale Spiele.
Babak Rafati über den nicht gegebenen Elfmeter für Duisburg
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Nach einem Einwurf kommt der Ball in den Strafraum, und dabei fällt der Ball zu Boden. Michelbrink, der hinter Viet steht, will den Ball wegschießen, tritt seinem Gegenspieler aber entscheidend gegen die Wade und bringt ihn dadurch zu Fall. Das ist ein klares Foulspiel, und somit hätte es einen Elfmeter geben müssen.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Eine Fehlentscheidung, diesen nicht zu geben. Auch wenn anschließend durch die RefCam zu erkennen ist, dass der Schiedsrichter den Tritt nicht sehen kann, ist das keine Entschuldigung. Er hätte sich vorher in die richtige Position bringen müssen, indem er nach links läuft und dadurch einen seitlichen Blick auf die Situation hat.“
Der Schiedsrichterexperte listet in seiner Analyse des Spiels zwischen Energie Cottbus und dem MSV Duisburg noch zwei weitere Szenen auf. Dabei ging es erneut auch um Jonas Michelbrink. Nach einem Schuss von Rasim Bulic reklamierte der MSV ein Handspiel von Michelbrink. Schiri Bauer gab auch diesmal keinen Strafstoß für die Gäste. Rafati: „In dieser Szene bekommt Michelbrink den Ball an die Brust, sodass kein Handspiel vorliegt. Somit eine richtige Entscheidung, weiterspielen zu lassen und keinen Elfmeter zu pfeifen.“
Die zweite Szene: Energie-Torhüter Marius Funk fing eine Flanke ab, legte den Ball ab und nahm ihn erneut auf. Laut Rafati hätte es in dieser Szene indirekten Freistoß für Duisburg geben müssen. „Eine Fehlentscheidung, keinen Freistoß zu geben und das Spiel weiterlaufen zu lassen. Den indirekten Freistoß hätte es auf der Torraumlinie geben müssen, und zwar auf dem Punkt, der am nächsten zur Torraumlinie ist.“
Schiedsrichter Tom Bauer aus Mainz bekam vom Fachmagazin Kicker die Note 3,5 für seine Leistung in diesem Spiel. Seine Assistenten waren Patrick Kessel (Norheim) und Luca Schlosser (Montabaur). Vierter Offizieller: Kevin Behrens (Berlin).

