Das Lob für Energie Cottbus hört sich zuckersüß an – ändert aber nichts an der eher säuerlichen Ausbeute des FCE nach der Winterpause. „Energie Cottbus ist die beste Mannschaft der Liga, fußballerisch noch besser als Lok Leipzig“, hatte Heiko Weber als Trainer des ZFC Meuselwitz am Sonntag nach dem 1:1-Remis gegen die Lausitzer betont.

Das Problem aus Cottbuser Sicht: Lok Leipzig hat in der Fußball-Regionalliga Nordost aus fünf Spielen nach der Winterpause drei Siege und zwei Remis geholt. Dem FC Energie dagegen gelang nur ein einziger Sieg. Dazu kommen drei Remis und eine Niederlage.

In der Tabelle liegen Altglienicke und Lok Leipzig mit jeweils 47 Punkten gleichauf an der Spitze. Der FCE folgt mit 45 Zählern. Zudem ist Leipzig mit einem Spiel im Rückstand. Theoretisch könnte der Abstand auf Lok also auf fünf Punkte anwachsen.

Energie Cottbus spielt starke Halbzeit

Dennoch hat Meuselwitz-Trainer Heiko Weber bei seiner Analyse der sportlichen Kräfteverhältnisse an der Tabellenspitze nicht ganz Unrecht. Denn vor allem in der ersten Halbzeit spielte der FCE am Sonntag stark auf.

Haben die Cottbuser also „nur“ eine Ergebniskrise? „Wir sind weit entfernt von einer Krise. Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg – auch wenn wir uns alle in Meuselwitz ein anderes Ergebnis gewünscht haben“, sagt der Sportliche Leiter Sebastian König. „Aus meiner Sicht war es über 90 Minuten gesehen das beste Spiel nach der Winterpause. Die Leistung hat über weite Strecken gestimmt – nur das Ergebnis eben nicht. Aber ich bin mir sicher, wenn wir weiter konzentriert arbeiten und diese Leistungen zeigen, dann werden wir schon am Samstag belohnt."

Dann geht es im Stadion der Freundschaft gegen den Berliner AK (13.30 Uhr) – wenn das Coronavirus nicht dazwischenfunkt.

Und diese Belohnungen, sprich Siege, braucht Energie Cottbus auch, um nicht den Kontakt zur Tabellenspitze zu verlieren. Während Lok Leipzig seine Pflichtaufgaben derzeit erledigt, tun sich die Lausitzer schwer, ihre spielerische Dominanz in Tore und damit Ergebnisse umzumünzen. Der einzige Dreier unter dem neuen Trainer Sebastian Abt fiel mit dem 4:0 gegen Optik Rathenow zwar deutlich aus, wurde aber gegen einem zumindest in diesem Spiel überforderten Kontrahenten aus der unteren Tabellenhälfte herausgeschossen. Auch bei der 2:3-Niederlage in Auerbach lag der FCE vorn, konnte die Führung aber nicht festhalten.

Trainer Abt fordert mehr Gier

Trainer Sebastian Abt weiß, dass in dieser unbedingten Gier nach Toren einer der Schlüssel für die nächsten Wochen liegt. „Stimmt, auch gegen Meuselwitz hat das zweite Tor gefehlt. Ich bin mir sicher: Dann kommt der Gegner nicht mehr zurück ins Spiel. Genau so war es leider auch in Auerbach“, betont er. „Grundsätzlich war die Leistung in Meuselwitz aber ein Schritt nach vorn. Da war eine Entwicklung sichtbar, speziell was das Gegenpressing betrifft.“

Neben dem fehlenden Glück hatte Energie Cottbus am Sonntag in Meuselwitz auch noch Pech mit den Schiedsrichtern um Jens Klemm aus Gröditz. Drei Mal jubelten die FCE-Profis über vermeintliche Tore – drei Mal fiel die Entscheidung in der Bluechip-Arena gegen die Gäste.

Diskussionen um Tor von Felix Brügmann

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand vor allem der angebliche Abseitstreffer von Felix Brügmann nach dem Querpass durch Orhan Yildirim. „Aus meiner Perspektive kann das kein Abseits gewesen sein und dennoch wurde es abgepfiffen. Das ist extrem ärgerlich und leider haben wir den Videobeweis nicht“, ärgert sich der Torjäger.

Keine Frage: Bei Energie Cottbus hätte man das süße Lob von Meuselwitz-Trainer Heiko Weber liebend gern gegen einen weiteren Treffer und damit den Sieg in diesem Auswärtsspiel eingetauscht. „Wir können uns für dieses Lob nix kaufen. Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, dass wir jetzt weiter dranbleiben müssen. Wir müssen das Glück erzwingen“, fordert Trainer Sebastian Abt.