Energie Cottbus: FCE distanziert sich von Fan-Forum – „rechtsextremer Personenkreis“

Klares Statement: Energie Cottbus distanziert sich von einem angeblichen Fan-Forum, das immer stärker zum Verbreiten offenkundiger Falschbehauptungen aus rechtspopulistischen und rechtsextremen Kreisen genutzt wird.
Steffen BeyerEs sind deutliche Worte, die Energie Cottbus wählt – Worte, wie sie dieser Tage wichtiger scheinen als selten zuvor. „Der FC Energie Cottbus distanziert sich in aller Deutlichkeit von der Web-Community ‚fce-fans‘ und lehnt jedweden Zusammenhang mit jenem Medium entschieden und in aller Form ab“, schreibt der Verein in einem vom Präsidium unterzeichneten Statement auf seiner Homepage.
Die Erklärung liefert der Verein gleich mit: „Die vermeintlich als Fanforum und Community dargestellte Seite widerspricht in weiten Teilen den Grundwerten unseres Vereins und bietet unter dem Deckmantel scheinbar fußballorientierter Konversation einem rechten bis rechtsextremen Personenkreis eine Plattform.“
Rechte Falschbehauptungen im Forum
Der Verein wolle sich klar und deutlich von der Seite als auch dem Betreiber und den tonangebenden Nutzern distanzieren. Der Klub schreibt weiter: „Wäre die Tatsache allein nicht schon genug, dass jene Plattform seit geraumer Zeit immer wieder dazu benutzt wird, um Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Energie Cottbus aus der Anonymität heraus fortwährend zu diffamieren, so hat sich das Portal stetig zu einer nahezu rein politischen Plattform für rechtspopulistische Inhalte entwickelt.“ Gleichzeitig wird in der Mitteilung aber auch betont, dass dies nicht für alle User zutreffe.
Neben tatsächlich harmlosen Beiträgen und Infos über anstehende Spiele oder Geburtstagswünsche an Ex-Cottbuser finden sich die üblichen in rechtsextremen Kreisen verbreiteten Falschbehauptungen. So wird beispielsweise von bezahlten Statisten geschrieben, die angeblich große Teile der hunderttausenden Menschen ausgemacht hätten, die am Wochenende für die Demokratie auf die Straße gegangen waren. Allein in Cottbus hatten sich unter dem Motto „gemeinsam gegen Rechts – wir sind die Brandmauer“ 5000 Menschen vor der Stadthalle versammelt, in Spremberg demonstrierten 300 bis 400 Menschen gegen Rechts, in Berlin geschätzt 100.000. Deutschlandweit gehen die Schätzungen von mehreren Hunderttausend Menschen bis hin zu 1,4 Millionen.
Energie Cottbus will keinen Platz für Hass und Hetze lassen
Da eine juristische Auseinandersetzung und eine Unterbindung des Forums Zeit erfordere, habe man den öffentlichen Weg gewählt, um ein Statement gegenüber der Seite sowie seinen Betreibern zu setzen „und uns klar von den Inhalten abzugrenzen“, schreibt der FCE. Der Verein hoffe, dass sich seine Vereinsmitglieder und Fans nicht an Diskussion im Forum beteiligten und das Medium mieden.
In der Mitteilung heißt es, dass man davon „allein satzungskonform“ ausgehe. In der FCE-Satzung steht geschrieben, dass Mitglieder verpflichtet sind, „alles zu unterlassen, was das Ansehen des Vereins gefährden könnte.“ Im schlimmsten Fall ist bei Verstößen sogar ein Vereinsausschluss möglich, unter anderem bei „unehrenhaftem Verhalten innerhalb und/oder außerhalb des Vereins, beispielsweise durch Kundgabe rassistischer oder ausländerfeindlicher Gesinnung.“
Der Verein steht laut Satzung allen Menschen offen, „sofern die humanistischen Grundwerte nicht verletzt werden.“ In diesem Sinne endet auch das aktuelle Statement des Vereins auf seinen Medienkanälen: „Beim FC Energie Cottbus ist kein Platz für Hass und Hetze, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewaltverherrlichung sowie antidemokratische und rechtsradikale Positionen.“


