Energie Cottbus: Ex-Cottbuser Martin Fenin wieder alkoholkrank – „saufe mich zu Tode“

Alkoholkrank: Martin Fenin wendet sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Der Ex-Stürmer von Energie Cottbus ist trotz einer Entziehungskur rückfällig geworden.
picture alliance / dpa2011 sorgte Martin Fenin während seiner Zeit bei Energie Cottbus für einen großen Schock: Der Stürmer stürzte aus einem Hotelfenster und bekannte sich noch im Krankenbett zu Depressionen, Medikamentenmissbrauch und Alkoholproblemen. Fenin kämpfte sich zurück, seine Zeit beim FCE blieb trotzdem glücklos: Nur 14 Zweitliga-Spiele absolvierte der Stürmer für Energie, setzte seine Karriere als Profifußballer aber fort.
Die psychischen Krankheiten haben das Leben des heute 37-Jährigen dennoch immer wieder im Griff. Zuletzt schien der Torjäger, der einst bei Eintracht Frankfurt gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel dreifach getroffen hatte, auf dem Weg der Besserung zu sein. Anfang 2024 war Fenin in einer Entziehungsklinik gewesen und erzählte nun gegenüber der Bild: „Da habe ich gezeigt, dass ich aufhören kann – ich bin doch Sportler.“ Im Jahr 2023 hatte Fenin, der noch im tschechischen Amateurfußball spielt, die Sportart wechseln und MMA-Kämpfer werden wollen.
Martin Fenin wendet sich mit einem Hilferuf nach außen
Wenn der 16-fache tschechische Nationalspieler jetzt von seiner Krankheit berichtet, klingt das ganz anders: „Ich gucke den ganzen Tag YouTube und trinke Jägermeister gegen die Traurigkeit.“ Seine Frau soll ihn verlassen haben, als ihr Fenins Abstürze zu viel wurden, berichtet die Bild. Kontakt zu seiner dreijährigen Tochter soll nicht bestehen. „Ich liebe meine Tochter doch so…“, sagte Fenin der Zeitung.
Im Gespräch mit unserer Redaktion im Jahr 2021 hatte Fenin auch wegen der Geburt seiner Tochter völlig mit sich im Reinen gewirkt und erzählte: „Ich bin jetzt nicht mehr traurig, ich bin glücklich. Das hat bestimmt fünf, sechs Jahre gedauert, aber jetzt kann ich das wirklich sagen.“ Damals wohnte Fenin gemeinsam mit Frau und Tochter in Prag, hatte gemeinsam mit dem ehemaligen tschechischen Nationalmannschafts-Kapitän Tomas Ujfalusi in eine Firma investiert und Wohnungen gekauft.
Zudem sprach der Ex-Torjäger damals über die Krankheit, von der er dachte, sie hinter sich gelassen zu haben: „Ich habe mich ja nicht depressiv gefühlt. Ich war nicht glücklich, aber keiner hat etwas gemerkt. Niemand wusste, dass es mir nicht gut geht. Nicht mal Mama habe ich etwas gesagt. Wenn ich Probleme hatte, bin ich auch saufen gegangen, anstatt mich anderen anzuvertrauen. Ich habe nie gelernt, über meine Sorgen zu sprechen, alles für mich behalten.“ Das ist mittlerweile anders, der Stürmer spricht offen, besonders eine Aussage wirkt als Hilferuf nach außen: „Früher oder später saufe ich mich zu Tode“, sagt Fenin. Schon im Jahr 2018 hatte er mehrere Wochen im Koma gelegen, weil die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig funktionierte.

