Energie Cottbus
: Drei Fehlentscheidungen – hätte Pronichevs Tor zählen müssen?

Die Niederlage in Wiesbaden tut Energie Cottbus weh, weil es viele strittige Szenen gab. Ein Schiedsrichter-Experte sieht drei Fehlentscheidungen.
Von
Jan Lehmann,
Peter Mertes
Cottbus
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Maximilian Pronichev hatte für Energie Cottbus beim SV Wehen Wiesbaden den vermeintlichen 1:1-Ausgleich erzielt. Der Treffer wurde jedoch nicht gegeben. War es eine Fehlentscheidung?

Maximilian Pronichev (Mitte) hatte für Energie Cottbus beim SV Wehen Wiesbaden den vermeintlichen 1:1-Ausgleich erzielt. Der Treffer wurde jedoch nicht gegeben. War es eine Fehlentscheidung?

Florian Wiegand/Eibner

Das Foul an Lucas Copado hatte bei Energie Cottbus am Sonntag die Gemüter erhitzt – und wohl auch die 1:2-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden besiegelt. Direkt vor dem Gegentreffer war der Cottbuser Neuzugang nach einem Zweikampf mit Fabian Greilinger zu Boden gegangen, der darauffolgende Konter mündete im Siegtreffer der Hessen durch Fatih Kaya (77.).

Die Szene direkt vor der Cottbuser Ersatzbank hatte für große Proteste der Lausitzer gesorgt. Trainer Claus-Dieter Wollitz und Ersatzkeeper Alexander Sebald sahen die Gelbe Karte. Wollitz berichtete später bei Magenta-Sport: „Schiedsrichter hat sich positioniert und es erklärt: Der Ball ist nach vorn gegangen und damit hat er den Ball gespielt“, so Wollitz über die Deutung von Schiedsrichter Leonidas Exuzidis (Castrop-Rauxel).

Energie Cottbus: Schiri-Experte Rafati sieht Fehlentscheidungen

FCE-Präsident Sebastian Lemke beschwerte sich: „Das ist ein klares Foul, das muss gepfiffen werden. Da wird Copado klar am Fuß getroffen.“ Unterstützung bekommt Lemke im Nachgang vom ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati.

In seiner Analyse bei Liga3-Online verdeutlicht der frühere Bundesliga-Referee: „Im Mittelfeld blockt Copado den Ball mit dem Fuß. Greilinger will zum Ball und diesen spielen, trifft aber nur den Fuß von Copado von hinten, von dessen Fuß der Ball anschließend zum Wiesbadener Spieler kommt. Das ist ein Foulspiel, sodass eine Fehlentscheidung vorliegt, weiterspielen zu lassen und den anschließenden Treffer zu geben.“

Diese Szene ist aus den Augen von Rafati nicht die einzige Fehlentscheidung zu Ungunsten von Energie Cottbus an diesem Spieltag. Die Gelbe Karte für Timmy Thiele bezeichnet er ebenfalls so. Außerdem behauptet Rafati, dass Maximilian Pronichev beim vermeintlichen Ausgleichstreffer in der 46. Minute nicht im Abseits gestanden habe.

Energie Cottbus: Laut Rafati hätte FCE-Treffer zählen müssen

„Bei der Flanke von der linken Angriffsseite steht Carstens mit dem Torhüter näher zur eigenen Torlinie als Thiele. Das sieht man sehr gut an der Rasenmarkierung. Somit liegt keine Abseitsposition vor. Falls Thiele anschließend den Ball berührt und weitergeleitet haben sollte, würde erneut keine Abseitsposition vorliegen, da der anschließende Torschütze Pronichev zum Zeitpunkt einer möglichen Berührung sich hinter dem Ball befinden würde“, so Rafati.

Der Schiedsrichter-Experte schränkt allerdings ein: „Allerdings könnte Pronichev schon bei der ersten Flanke knapp in Abseitsposition gestanden haben, was aber trotz der Rasenmarkierung nicht zweifelsfrei bewertet werden kann.“

FCE-Präsident Sebastian Lemke hatte den Cottbuser Frust über die mangelhafte Chancenverwertung sehr deutlich formuliert, aber auch Kritik an Leonidas Exuzidis geübt: „Wir hatten genug Chance, die wir machen sollten. Aber der Schiedsrichter muss auch klar mitspielen. Das Foul muss klar gepfiffen werden.“ Sein bitteres Fazit: „Dann hast du vorn Pech und dann hilft der Schiri nochmal woanders mit.“

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