
x96: Energie Cottbus besiegt Bremen in letzter Sekunde
Wie erwartet hatte FCE–Trainer Bojan Prasnikar in der Innenverteidigung den Bundesliga–Debütanten Ovidiu Burca für Cagdas Atan aufgeboten. Für den ebenfalls gelbgesperrten Daniel Ziebig rutschte Savo Pavicevic ins Team. Bei den Bremern fehlte Stammtorhüter Tim Wiese wegen eines Muskelfaserrisses, außerdem hatte Werder–Trainer Thomas Schaaf den Angreifer Claudio Pizarro zu Hause gelassen. Der beste Bremer Torschütze hatte das Abschlusstraining verpasst. Derweil gab Bremens Spielmacher Diego nach vier Spielen Rot–Sperre sein Comeback in der Bundesliga. Und der Brasilianer machte gleich mit dem harten Boden der Tatsachen auf dem Rasen des Stadions der Freundschaft Bekanntschaft. Timo Rost begrüßte den Top–Star mit einem energischen Tackling. Rost: „Wir wollten die Bremer von Beginn an attackieren.“ Die Cottbuser ließen sich von den großen Namen bei Uefa–Cup–Teilnehmer nicht beirren und versuchten ihre neue Offensivstrategie durchzuziehen. Zwar standen die FCE–Mannschaftsteile anfangs sehr tief, doch bei Ballgewinn schaltete die Prasnikar–Elf sofort um. Die Bremer kamen mit dem forschen Direktfußball der Cottbuser nicht richtig klar. Baumann, Fritz und Boenisch kassierten schnell gelbe Karten, weil sie die Energie–Konter nur mit Fouls stoppen konnten. Auf der Gegenseite schalteten die Cottbuser hingegen Bremens Diego weitgehend fair aus, nur wenige Werder–Angriffe wurden in der ersten Hälfte gefährlich. Einmal rettete der überzeugende Burca mit einer tollen Grätsche gegen Naldo (11.), kurz vor der Pause schoss Almeida am kurzen Pfosten vorbei (44.). Das Chancenplus lag bei den Cottbusern. Ervin Skela setzte einen Volleyschuss neben den Pfosten (26.), Rangelov wurde nach bärenstarkem Solo (30.) erst in letzter Sekunde abgefangen. Die beste Möglichkeit hatte Timo Rost, dessen Kopfball nach Skela–Ecke nur knapp über die Latte strich (34.). Auch Ivica Ilievs abgeblockter Schussversuch von links landete auf dem Außennetz (37.).
Nach dem Wechsel schockten die Bremer jedoch mit dem schnellen Führungstor. Clemens Fritz flankte in den Strafraum und Hugo Almeida köpfte unbedrängt ins Netz (46.). Doch nahezu postwendend machte Ivica Iliev, der bei der Fritz–Flanke zuvor zu zaghaft verteidigt hatte, seinen Fehler wieder gut. Er erkämpfte sich den Ball, zog in den Strafraum und traf ins kurze Eck 1:1 (51.). Nur wenige Sekunden danach setzte sich dann Rangelov rechts durch, doch seine Eingabe rauschte am Tor vorbei Angelov und Jula verpassten (52.). Glück hatten die Cottbuser dann, als ein abgefälschter Freistoß von Diego knapp am langen Pfosten vorbeitrudelte (53.).Das Spiel nahm noch einmal richtig Fahrt auf, weil die Bremer auf den Sieg drängte. Dennoch blieben die Cottbuser gefährlich. Nur mit Mühe konnte Mertesacker Rangelov bei einem Konter vom Ball trennen (60.). Und wenig später hätte Iliev nach tollem Dribbling und ungeschicktem Fritz–Tackling einen Elfmeter verdient gehabt (65.) Doch so mussten der FCE weiter aufpassen, das Spiel nach guter Leistung nicht noch aus der Hand zu geben. Gerhard Tremmel im Energie–Tor parierte einen strammen Schuss des eingewechselten Özil (68.) und einen Seitfallzieher von Almeida (70.). Danach stellte Prasnikar um. Er nahm den Torschützen Iliev vom Feld und verstärkte mit Jan Rajnoch die Defensive (77.) Energie stemmte sich gegen die nun drohende Niederlage. In der 90. Minute rettete Tremmel mit einer famosen Fußparade nach Frings´ Kopfball. Und im Gegenzug bekam Timo Rost den Ball vor die Füße. Er steckte das Leder überlegt zu Rangelov durch. Der stürmte in den Strafraum und schloss ab 2:1 (90). Das Stadion der Freundschaft glich einem Tollhaus, FCE–Manager Steffen Heidrich jubelte: „Das sind unglaubliche Gefühle.“ Bremens–Trainer Schaaf hingegen haderte: „So ein Spiel darf man eigentlich gar nicht verlieren.“