Energie Cottbus 3. Liga
: Wollitz fühlt sich missverstanden - „Was wollt ihr von mir?“

Trainer Claus-Dieter Wollitz hat mit einer emotionalen Pressekonferenz vor dem Spiel in Aachen für Diskussionen gesorgt – auch über einen möglichen Rücktritt. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Von
Frank Noack
Cottbus
Fussball 3. Liga 2025/2026 FC Energie Cottbus - FC Hansa Rostock: Trainer Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus)

Trainer Claus-Dieter Wollitz steht mit Energie Cottbus auf dem 2. Tabellenplatz in der 3. Liga und hat beste Chancen auf den Aufstieg.

Steffen Beyer
  • Wollitz fühlt sich missverstanden, kritisiert Berichte über Energie Cottbus.
  • Emotionale PK vor Aachen-Spiel: „Es reicht mir hier… Es dauert nicht mehr lange.“
  • Rücktrittsdebatte entfacht; Hinweis auf mögliche Kollegen-Nachfolge.
  • Vertrag im November verlängert, auch Option als Sportdirektor.
  • Cottbus 2. in der 3. Liga (53 Punkte), Freitag in Aachen; Aufstiegschance.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Trainer Claus-Dieter Wollitz war schon zwei Tage vor dem schweren Auswärtsspiel von Energie Cottbus bei Alemannia Aachen mächtig auf Betriebstemperatur. Bei der Pressekonferenz am Mittwoch hielt Wollitz – wieder einmal – eine sehr emotionale Rede in eigener Sache. Der Grund: Wollitz fühlt sich missverstanden und kritisierte in diesem Zusammenhang die mediale Berichterstattung über Energie Cottbus. Manche interpretieren sogar eine Rücktrittsdrohung hinein.

Hat Claus-Dieter Wollitz auf der Pressekonferenz wirklich einen möglichen Rücktritt nach der Saison in Aussicht gestellt? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Wollitz-Rede.

Was war der Auslöser für die emotionale Wollitz-Rede?

Auslöser war eine Nachfrage in der Pressekonferenz zu Merveille Biankadi und Justin Butler. Wollitz  hatte zuvor die Namen der beiden Stürmer explizit genannt und in diesem Zusammenhang die fehlende offensive Durchschlagskraft beim 0:0 gegen Hansa Rostock angesprochen. Auf die Frage, eines Reporters, ob da eine gewisse Enttäuschung rauszuhören sei, antwortete Wollitz: „Ich erkläre hier Fakten und erkläre Details. Und dann ist das gleich immer Enttäuschung und Kritik. Nein!“ Wenn der FCE sein Spiel durchdrücken wolle, „dann brauchen wir Intensität und mehr Sprintmeter als der Gegner. Und nicht nur einmal, sondern immer wieder“, erklärte Wollitz.

Warum fühlt sich Wollitz von den Medien missverstanden?

Auch bei der von ihm kürzlich mit deutlichen Worten angeprangerten fehlenden Unterstützung durch die Landesregierung habe er keine Kritik geäußert, sondern lediglich die Fakten genannt. „In jeder Feststellung ist immer gleich eine Kritik. Leute, was soll das? Was wollt ihr? Wollt ihr die Wahrheit von mir oder wollt ihr von mir auch blablabla oder wollt ihr von mir auch nur drumherum?“, fragte Wollitz sichtlich gereizt.

Wollitz befasste sich in der Pressekonferenz auch mit der Frage, ob Energie Cottbus risikoreicher spielen müsse. In Richtung der anwesenden Medienvertreter sagte er: „Vor zwei Monaten hieß es: Energie Cottbus kriegt zu viele Gegentore. Was wollt ihr von Energie? Was wollt ihr von mir? Was wollt ihr von der Mannschaft? Lasst sie doch einfach in Ruhe. Die Mannschaft hat nur dann eine Chance, wenn sie bei sich bleiben kann.“ Allerdings hatte Wollitz die Frage nach dem Risiko zuletzt selbst aufgeworfen und betont, dass man diese Frage intern im Trainerstab analysieren werde.

Warum wird plötzlich über einen möglichen Rücktritt diskutiert?

Die Worte von Claus-Dieter Wollitz in der Pressekonferenz lassen in der Tat viel Raum für Spekulationen. „Wisst ihr was? Es reicht mir hier. Und es dauert auch nicht mehr lange. Ich gebe es nur mit auf den Weg. Es dauert nicht mehr lange. Es macht mir keinen Spaß mehr“, erklärte er.

Seine Antwort auf den Hinweis dieser Sportredaktion, dass die Medienvertreter selbstverständlich auch weiterhin an seinen offenen Aussagen interessiert sind: „Werdet ihr bald kriegen, wenn die Kollegen hier dann sitzen, dann werden die das schon machen.“

Wie ist die vertragliche Situation von Claus-Dieter Wollitz?

Der Energie-Trainer hat erst im November seinen Vertrag verlängert. Er gilt auch für eine mögliche Funktion als Sportdirektor. Wollitz hatte schon vor dieser Saison über einen Rückzug vom Trainerposten nachgedacht. In den Gesprächen mit dem Verein stellte sich dann jedoch schnell heraus, dass man in der derzeitigen Konstellation weitermachen will. Dazu kommt: Mit dem Aufstieg in die 2. Liga könnte Wollitz seine langjährige Tätigkeit beim FCE endgültig krönen. Der Aufstieg im 60. Jahr des Vereins, noch dazu im 60. Lebensjahr von Wollitz – das würde perfekt zusammenpassen. Eine Konstellation, in der man sich einen Rücktritt nur schwer vorstellen kann.

Zudem pflegt Wollitz ein sehr enges Verhältnis zu Präsident Sebastian Lemke. Beide sind die Köpfe hinter dem sportlichen Aufschwung und der wirtschaftlichen Kontinuität in den vergangenen Jahren. Und diese Zusammenarbeit ist auf Kontinuität ausgelegt.

Zehn Spieltage vor dem Saisonende sind Wollitz und der FCE auf Aufstiegskurs. Energie Cottbus liegt mit 53 Punkten auf Platz zwei hinter dem VfL Osnabrück (55). Am Freitagabend treten die Lausitzer bei Alemannia Aachen an (19 Uhr).

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