Energie Cottbus 3. Liga: Tor-Klau gegen Waldhof Mannheim - hier ist der Beweis

Entscheiden Sie selbst: Ist das ein Tor für Energie Cottbus gegen den SV Waldhof Mannheim? Links im Bild ist die Schulter des Linienrichters zu erkennen, der mehrere Meter neben der Grundlinie steht und damit keine optimale Sicht hat.
Frank Hammerschmidt- Cottbus vs. Waldhof endet 1:1 – Tor in 90.+7 nicht gegeben, großer Streit.
- Schiri Uhrig: Ball überschritt Linie nicht vollständig – Tumulte, Gelbe Karten.
- Cottbus: Trainer Wollitz, Tolcay/Tolga Cigerci sicher „Ball war drin“.
- Mannheims Ba: „Nicht drin“; Kapitän Klünter: „Zumindest sehr knapp“.
- Fotograf zeigt Foto: Ball hinter Linie; Cottbus bleibt Spitzenreiter der 3. Liga.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dieser Tor-Klau tut Energie Cottbus im Kampf um den Aufstieg in der 3. Fußball-Liga richtig weh. Nach dem Remis von Energie Cottbus gegen den SV Waldhof Mannheim diskutierten am Sonntag alle über die letzte Szene in der Nachspielzeit. Dort wackelte nach einem Eckball und dem Kopfball von Nyamekye Awortwie-Grant das Netz des Mannheimer Tores (90.+7). Die Cottbuser Ersatzspieler rannten jubelnd aufs Feld, sie feierten den vermeintlichen 2:1-Sieg. Zuvor hatten in dem turbulenten Spiel der Cottbuser Rechtsverteidiger Henry Rorig (10.) sowie Mannheims Sanoussy Ba (65.) die Tore vor 10.164 Zuschauern im Leag Energie Stadion erzielt.
Den fatalen Schlusspunkt aber setzte Schiedsrichter Ben Henry Uhrig, der entschied: Das war kein Treffer. Aus seiner Sicht hatte Mannheims Schlussmann Thijmen Nijhuis den Ball so abgewehrt, dass er nicht mit vollem Durchmesser die Torlinie überschritten hat. Was für eine strittige Situation, die direkt auf dem Spielfeld einen wilden Tor-Streit auslöste.

Die Energie-Profis protestieren bei Schiedsrichter Ben Henry Uhrig: Tolga Cigerci, Nyamekye Awortwie-Grant und King Manu können nicht fassen, dass der Treffer gegen Waldhof Mannheim nicht zählt.
Frank HammerschmidtEs gab kurze Tumulte auf dem Spielfeld, auch noch Gelbe Karten für Cottbuser Spieler und die allgegenwärtige Frage: War dieser Ball drin? Das wurde natürlich von den Gästen mit Nein beantwortet. Mannheims Sanoussy Ba, der die Kugel nach Awortwie-Grants Kopfball noch abgefälscht hatte, sagte bei Magentasport: „Ich finde nicht, dass er drin war.“
Mannheimer Kapitän grinst nach Tor-Debatte
Allerdings gab es einige Mannheimer Spieler, die es offenbar anders sahen – nur nicht so offen formulierten. FCE-Torschütze Rorig schüttelte fassungslos den Kopf: „Es war einfach wild. Ich weiß nur, ein paar Kollegen auf Mannheims Seite auch gesagt haben: ,Es ist ein klares Tor.'“ Waldhof-Kapitän Lukas Klünter erklärte in der Mixedzone indes grinsend: „Es war zumindest sehr knapp.“
Bei Energie Cottbus herrschte Unverständnis über die Entscheidung von Schiedsrichter Uhrig. Angreifer Ted Tattermusch hatte die Szene aus nächster Nähe gesehen: „Der Keeper steht eigentlich schon im Tor, haut ihn wieder raus. Die Hälfte von uns hat schon gejubelt, der Linienrichter hat sich nicht eingeschaltet. Eigentlich muss er es in meiner Wahrnehmung sehen“, ärgerte sich der FCE-Profi. Trainer Claus-Dieter Wollitz war ebenfalls der Meinung, „dass der Assistent es richtig gut sehen kann“.
Allerdings: Linienrichter Fabian Büchner stand in der Szene nicht auf Höhe der Eckfahne, sondern mehrere Meter weiter links. Er konnte so die Torlinie nicht genau überblicken. Der Mann aus Arnstorf in Bayern hatte ohnehin keinen glücklichen Tag. Zwei Abseitsentscheidungen gegen Waldhof Mannheim waren sehr fraglich, einmal wurde Felix Lohkemper deshalb der vermeintliche Ausgleichstreffer aberkannt.
Das nicht gegebene Tor für Energie Cottbus sorgte aber für die größten Diskussionen: „Der Ball kommt aus dem Netz wieder raus, jeder weiß, dass der Ball drin war“, erklärte FCE-Trainer Wollitz und regte bei Magentasport an: „Vielleicht sollte man auch mal den Torhüter fragen, ob der Ball drin war oder nicht. Dann können wir über Ehrlichkeit diskutieren.“
Foto zeigt den Ball deutlich hinter der Linie
Tolcay Cigerci sagte bei Magentasport: „Aus meiner Sicht war der Ball ganz klar drin.“ Sein älterer Bruder Tolga Cigerci, der sein Debüt im FCE-Trikot feierte, formulierte es etwas diplomatischer: „Es sah so aus, als wäre der Ball drin gewesen. Aber für den Schiedsrichter war es nicht einfach. Das Netz hat gewackelt, das heißt für mich, der Ball war drin.“
Während die TV-Bilder am Sonntag nicht genau auflösen konnten, ob es nun ein Treffer war, lieferte der langjährige Sportfotograf Frank Hammerschmidt aus Cottbus den Beweis vom Spielfeldrand. Auf seinem Foto sieht man eindeutig: Mannheims Torhüter Nijhuis steht dabei so weit hinter der Torlinie, dass seine Abwehraktion zu spät kam.
Energie Cottbus bleibt zwar weiter Spitzenreiter in der 3. Liga, doch dieses Tor und die damit verbundenen beiden weiteren Punkte fehlen dem FCE. Statt eines satten vier Punkte Vorsprungs auf den MSV Duisburg auf Rang drei sind es nur zwei Zähler. Bereits am kommenden Wochenende ist damit die Cottbuser Tabellenführung wieder in Gefahr.

