Energie Cottbus 2. Liga: Wo der FCE trotz des Sieges gegen Hannover nachbessern muss


Endlich wieder Zweitliga-Fußball bei Energie Cottbus: Der FCE sorgte mit dem Sieg gegen Hannover 96 gleich für mächtig Spektakel.
Robert Michael/dpaEnergie Cottbus ist zurück in der 2. Bundesliga – und hat mit dem 3:1-Sieg gegen Hannover 96 sofort für mächtig Spektakel gesorgt. Nach zwölf Jahren Abstinenz gehört der FCE wieder zu den 36 Topclubs in Deutschland. Darauf darf der gesamte Verein stolz sein – allen voran Präsident Sebastian Lemke und Trainer Claus-Dieter Wollitz als Väter dieses Erfolgs.
Die wilde Fahrt von der Bundesliga bis zur zwischenzeitlichen Regionalliga-Tristesse samt finanzieller Existenzängste erzählt das neue Graffiti im Leag Energie Stadion. Dort, wo zuletzt Tomislav Piplica spektakulär durch die Luft flog, sind nun die erfolgreichen Energie-Trainer Eduard Geyer und Claus-Dieter Wollitz sowie Vater und Sohn Bittencourt zu sehen.
Franklin Bittencourt ist in Cottbus längst eine Legende und drückte gegen Hannover von der Tribüne aus die Daumen. Leonardo Bittencourt kann nach seiner Rückkehr zum Heimatverein ebenfalls eine Legende werden.
Doch bei aller Euphorie hat schon das erste Spiel gezeigt, wie schwer die Mission Klassenerhalt auf und neben dem Platz wird. Über weite Strecken der ersten Halbzeit wurde Energie von Hannover „hergespielt“, wie Wollitz einräumte. Es gab körperlich fast keine Gegenwehr. Nur der überragende Marcel Lotka im Tor verhinderte, dass Hannover bereits vor der Pause für klare Verhältnisse sorgte. Auf solche Rettungstaten wird sich der FCE nicht jede Woche verlassen können.
FCE-Rückkehr in die 2. Bundesliga verlief nicht ohne Probleme
Auch neben dem Platz war noch nicht alles zweitligareif. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit fiel im Stadion für mehrere Minuten der Strom aus. Die Panne zeigte, dass die Arena inzwischen an ihre Grenzen stößt. Einige Fans beklagten zudem lange Warteschlangen am Einlass und einen erneut überfüllten H-Block.

Das neue Grafitti im Leag Energie Stadion zeigt die erfolgreichen Energie-Trainer Eduard Geyer und Claus-Dieter Wollitz sowie Vater und Sohn Bittencourt. Torhüter Marcel Lotka machte beim Sieg gegen Hannover ein überragendes Spiel.
Steffen BeyerVieles davon lässt sich unter der Rubrik Anlaufschwierigkeiten verbuchen. Zum Dauerzustand dürfen diese Probleme allerdings nicht werden. Nun ist der Verein gefordert, möglichst schnell nachzubessern. Wollitz ließ ohnehin keinen Zweifel daran, dass man bei Energie die Umstände dieses Auftaktsieges sehr genau einzuordnen weiß. Der Trainer forderte eine Steigerung, um in der 2. Bundesliga bestehen zu können. Diese schonungslose Analyse ist mindestens so wichtig wie die drei Punkte.
Klar, ein glücklicher Sieg ist immer noch besser als eine unglückliche Niederlage. Energie ist zurück in der 2. Bundesliga und hat die ersten drei Punkte auf dem Konto. Der Auftakt hat aber auch gezeigt: Emotional ist der gesamte Verein längst zweitligareif, sportlich und organisatorisch wartet noch viel Arbeit. Für einen Aufsteiger, der in vielen Bereichen erst in die neue Spielklasse hineinwachsen muss, ist das allerdings keine Überraschung.
Um die Fans muss man sich dabei die wenigsten Sorgen machen. Sie haben ihre Zweitliga-Tauglichkeit auch gegen Hannover eindrucksvoll bewiesen.


