Energie Cottbus 2. Liga: Ein Punkt und drei wertvolle Erkenntnisse aus Heidenheim


Der Regenbogen schaut zu: Energie Cottbus feiert den Punktgewinn mit dezimierter Mannschaft gemeinsam mit den Fans.
Imago/Eibner-Pressefoto/Jani PlessManchmal verrät ein Unentschieden mehr über eine Mannschaft als ein überzeugender Sieg. Das 1:1 von Energie Cottbus beim 1. FC Heidenheim ist so ein Spiel. Denn angesichts der großen Personalsorgen und der Heidenheimer Überlegenheit in der zweiten Halbzeit war dieser Punkt alles andere als selbstverständlich. Diese drei Erkenntnisse machen ihn besonders wertvoll.
Erstens – Energie Cottbus hat einen breiten Kader: Gleich mehrere Stammspieler fehlten, Trainer Claus-Dieter Wollitz musste kräftig umstellen. Doch die Ersatzspieler wie Tim Campulka übernahmen Verantwortung und bewiesen, dass Energie auch ohne seine vermeintlich beste Elf nicht untergeht. Eine wichtige Erkenntnis für den weiteren Saisonverlauf. Die gute erste Halbzeit muss der Maßstab sein.
Zweitens – Energie Cottbus hat mit Marcel Lotka einen der besten Zweitliga-Torhüter: Was der Torhüter vor allem in der zweiten Halbzeit parierte, war außergewöhnlich. Ohne ihn hätte Energie dieses Spiel wohl verloren. Lotka gehört derzeit zu den besten Schlussmännern der 2. Bundesliga. Allerdings darf seine Klasse kein Alibi sein – der FCE hat in Heidenheim zu viele Chancen des Gegners zugelassen.
Drittens – Energie Cottbus kann improvisieren. Dreierkette, Viererkette, zahlreiche Positionswechsel – taktisch war das zeitweise ein munteres Bäumchen-wechsel-dich-Spiel. Es sah nicht immer schön aus, die zweite Halbzeit war eine Abwehrschlacht – aber es funktionierte und wurde mit einem Punkt belohnt. Diese taktische Flexibilität könnte angesichts der Personalprobleme noch Gold wert sein.
Natürlich war das 1:1-Unentschieden glücklich. Heidenheim hatte genügend Chancen, die Partie zu entscheiden. Doch genau darin liegt die wichtigste Botschaft dieses Nachmittags: Energie Cottbus hat nicht gepunktet, weil alles funktioniert hat. Sondern obwohl längst nicht alles funktioniert hat.
Schon am Freitag wartet der VfL Bochum. Möglicherweise muss Wollitz erneut improvisieren. Doch spätestens nach Heidenheim ist klar: Personalsorgen sind ein Problem – aber kein Hinderungsgrund, um zu punkten. Das ist die eigentliche Erkenntnis dieses 1:1. Der FCE hat in Heidenheim einen weiteren Schritt zur Zweitliga-Reife gemacht.

