LR+LR+Bochum
: Ein Sieg gegen den Frust

Endlich wieder mal ein Erfolgserlebnis: Energie hat sich mit dem Sieg in Bochum den Frust von der Seele geschossen. Cottbus bleibt zwar Neunter in der Tabelle, verkürzte aber den Abstand nach oben. Zum Matchwinner avancierte ausgerechnet ein
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Bochum
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Nach dem Schlusspfiff flogen die Hände in den dunklen Nachthimmel über Bochum, auch geballte Fäuste waren im Flutlicht des Rewirpower–Stadions zu erkennen: Der 0:1 (0:0)-Auswärtssieg im Montagspiel der 2. Bundesliga tat nicht nur Trainer Claus–Dieter Wollitz sichtlich gut. Es waren drei Punkte gegen den Frust der vergangenen Wochen, als Energie aufgrund von individuellen Fehlern nicht über die Tristesse der Mittelmäßigkeit hinauskam. Wollitz hatte im RUNDSCHAU–Interview gefordert: „Man sollte nach ordentlichem Saisonstart in einer schwierigen Phase wie jetzt nicht das ganze Konstrukt infrage stellen.“

Energie verdiente sich den Sieg mit einer sehr aufmerksamen Auswärtsleistung, Mittelfeld–Spieler Daniel Adlung gab erleichtert zu: „Dieser Erfolg tut richtig gut.“ Das Tor des Tages erzielte vor 13 224 Zuschauern ein echter Bochumer Junge: Mustafa Kucukovic. Alexander Ludwig bereitete den Treffer wunderbar vor und der Angreifer traf sicher ins Eck (77.). Für den eingewechselten Stürmer war es die erste Partie nach seiner mehrwöchigen Sperre wegen der Roten Karte in der Regionalliga–Elf und sein erster Treffer im FCE–Trikot. In Bochum hatte er seine Karriere als Nachwuchsspieler begonnen.

Kucukovic war begeistert: „Ich freue mich riesig.“ Auch Wollitz jubelte ausgelassen über den Treffer des Profis, den er zuvor noch als Fehlgriff bezeichnet hatte: „Es ist immer schön, einen Spieler einzusetzen, der das goldene Tor macht“, so der Trainer, der allerdings auch betont hatte, den Angreifer noch nicht abgeschrieben zu haben.

Womöglich ist Kucukovic jetzt auch wieder eine Alternative für die Startelf. Aufgrund der Verletzung von Top–Torjäger Dimitar Rangelov musste Trainer Wollitz nämlich erneut improvisieren. Er überraschte mit Alexander Ludwig im Team. Und der erst 17–jährige Martin Kobylanski feierte als Rangelov–Vetreter sein Zweitliga–Debüt in der Startformation. Diese personellen Planspiele waren allerdings nach 20 Minuten schon Makulatur. Denn Ivica Banovic griff sich an den Oberschenkel und musste frühzeitig vom Rasen. Für ihn kam Müller ins Team.

Kobylanski setzte mit einem Distanzschuss in der 33. Minute das erste Achtungszeichen. Sekunden vor der Pause musste Bochums Torhüter Andreas Luthe bei einem Kopfball von Müller dann das erste Mal richtig eingreifen. Kurz nach dem Wechsel hieß es erneut Müller gegen Luthe. In der 51. Minute boxte der VfL–Torhüter den nächsten Kopfball von der Linie. Auf der anderen Seite wurde es ebenfalls aufregend. Nach einem Laufduell mit Roger stürzte Bochums Chong Tese im Strafraum zu Boden — einen Elfmeter gab dafür es jedoch zu Recht nicht.

Die Partie nahm Fahrt auf. Erst rettete FCE–Keeper Thorsten Kirschbaum gegen Tese, dann traf Daniel Adlung nach gekonnter Drehung nur den Pfosten. Das war der Warnschuss für den VfL, wenig später machte Kucukovic ernst und ließ die Cottbuser Fäuste in den Himmel fliegen.