Eduard Geyer: Kult-Trainer über Stasi-Tätigkeit – „Es tut mir einfach leid“

Trainer-Legende Eduard Geyer von Energie Cottbus und Dynamo Dresden spricht über einen „Makel“ in seinem Leben. In der Dokumentation „Ich, Ede!“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg äußert sich der 80-Jährige zu seiner Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi.
Thomas Eisenhuth/dpa- Eduard Geyer spricht in der Doku „Ich, Ede!“ über seine Stasi-Tätigkeit.
- Geyer wurde 1971 zur Mitarbeit erpresst, hatte große Angst.
- 1992 wurde seine Tätigkeit als IM öffentlich, es folgte eine Debatte um seine Ehrentitel.
- In der Doku zeigt er Reue und bedauert die entstandenen Brüche.
- Geyer feierte seinen 80. Geburtstag und bleibt ein bekannter Name im Fußball.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lange wollte Eduard Geyer über dieses Thema nicht sprechen, nun hat sicher ehemalige Trainer von Energie Cottbus, Dynamo Dresden und der DDR-Nationalmannschaft zu seiner Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in der DDR geäußert.
In der Dokumentation „Ich, Ede!“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) anlässlich des 80. Geburtstages gibt Geyer offen zu: „Ich hatte eigentlich immer ein schlechtes Gewissen. Es war immer unangenehm.“
Der Sachse, der laut der Dokumentation 1971 nach dem Europapokalspiel von Dynamo Dresden in Amsterdam von Mitarbeitern des MfS zur Mitarbeit erpresst worden war, gab zu, dass er damals Angst hatte, seine bisherigen Errungenschaften zu verlieren: „Ich hatte ein Ingenieursstudium, ich war beim DHfK, ich war verheiratet – ich hatte das Gefühl, es bricht alles zusammen“, so Geyer.
Debatte um Ehrenspielführer bei Dynamo Dresden
1992 war seine Tätigkeit als IM Jahn öffentlich geworden, er hatte Berichte über Mitspieler bei Dynamo Dresden abgegeben. Die Dokumentation „Die Fußball-Nationaltrainer der DDR zwischen SED und Staatssicherheit“ von Autor Otto Altendorfer brachte 2014 mehr Details zu Tage. Dort seien 128 Treffberichte und 25 Belege über Geldzuwendungen oder Sachwertegeschenke für IM Jahn vermerkt, heißt es in der rbb-Doku anlässlich des 80. Geburtstages.
Aufgrund dieser Veröffentlichung war es bei Dynamo Dresden zu einer hitzigen Debatte über die Ehrenspielführer-Würde für Geyer gekommen. Der Cottbuser Erfolgstrainer teilte daraufhin in einem Schreiben an den Verein mit, dass er auf den Titel mit sofortiger Wirkung verzichte.
Eduard Geyer spricht über einen „Makel“ in seinem Leben
Geyer zeigt sich in der Dokumentation reumütig und sagt über seine Stasi-Tätigkeit offen: „Es ist ein Makel, den man aus seinem Leben streichen möchte.“ Er betont allerdings auch: „Man muss die Bedingungen sehen, wie man dazu gekommen ist. Mit einem anderen Wissen hätte man vieles anders machen können.“
Der 80-Jährige, der seinen Geburtstag mit Freunden und Familie feierte und immer noch bei Energie Cottbus und Dynamo Dresden im Stadion anzutreffen ist, sagt abschließend zu diesem Thema: „Im Nachhinein tut es mir einfach leid, dass solche Brüche zwischen vielen Menschen entstanden sind. Da kann man sich auch nicht freisprechen. Es ist nun mal passiert, man kann es nicht zurückdrehen.“
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