Dynamo Dresden 3. Liga: Fehlentscheidung beim Elfmeter gegen Aachen? Schiri-Experte urteilt

Foul von Claudio Kammerknecht (r.) an Niklas Castelle von Alemannia Aachen? Der Schiedsrichter gab im Spiel gegen Dynamo Dresden keinen Elfmeter – sondern Gelb für Castelle wegen einer Schwalbe.
Eibner-Pressefoto/Justin Derondeau- Dynamo Dresden gewinnt 1:0 gegen Alemannia Aachen, umstrittener Elfmeter nicht gegeben.
- Schiedsrichter Tobias Wittmann gibt Aachen-Spieler Castelle Gelb statt Elfmeter.
- Schiri-Experte Rafati bewertet Entscheidung als Fehlentscheidung, Elfmeter hätte gegeben werden müssen.
- Weitere strittige Szene: Kein Handspiel von Benschop nach Eckball.
- Wittmann erhält Note 4,5 vom Kicker für seine Leistung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dynamo Dresden feierte den glücklichen 1:0-Auswärtssieg – Alemannia Aachen fühlte sich um mindestens einen Punkt betrogen: In jedem Fall sorgte der nicht gegebene Elfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit für große Diskussionen auf dem Tivoli. Aachens Niklas Castelle war im Zweikampf mit Claudio Kammerknecht zu Boden gegangen.
Schiedsrichter Tobias Wittmann aus Wendelskirchen entschied auf Weiterspielen und gab Castelle die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe. „Klarer Elfmeter. Punkt“, kommentierte dagegen der völlig frustrierte Alemannia-Trainer Heiner Backhaus bei Magentasport die umstrittene Situation und forderte: „Wir brauchen den Videobeweis.“ Auch Dynamo-Coach Trainer Stamm räumte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel ein, dass es, wie von Backhaus behauptet, ein klarer Strafstoß gewesen sei.
Liegt also eine Fehlentscheidung vor? Ja, sagt Schiedsrichterexperte Babak Rafati. Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter analysiert für das Internetportal Liga3-Online.de einmal pro Woche immer am Montag die strittigen Entscheidungen des zurückliegenden Wochenendes in der 3. Liga. Rafati (54) leitete insgesamt 84 Bundesliga-Partien und zahlreiche internationale Spiele.
Elfmeter für Aachen gegen Dynamo Dresden?
Die Sicht von Babak Rafati auf die betreffende Szene: „Castelle wird im Strafraum angespielt, dabei kommt Kammerknecht einen Moment zu spät. Anstatt den Ball zu spielen, trifft er seinen Gegenspieler kurz und ansatzlos am Knie und bringt ihn dadurch aus dem Rhythmus. Das in den Boden treten von Castelle in unmittelbarem Anschluss ist der Tatsache geschuldet, dass er durch das Foulspiel aus dem Tritt kommt und nicht etwa durch ein selbst verursachtes Verhalten. Somit liegt ein Foulspiel vor, und es hätte einen Elfmeter geben müssen.“
Das Urteil von Babak Rafati: „Eine Fehlentscheidung, weiterspielen zu lassen und den fälligen Elfmeter nicht zu geben.“
Der Schiedsrichter-Experte listet in seiner Analyse des Spiels zwischen Alemannia Aachen und Dynamo Dresden noch eine weitere Szene auf. Nach einem Eckball bekam Charlison Benschop (Aachen) den Ball im Strafraum von Stefan Kutschke (Dresden) an den Arm. Auch hier ließ Schiedsrichter Tobias Wittmann weiterspielen. Rafati urteilt: „Nachdem Kutschke auf das Tor schießt, nimmt Benschop zwar den Arm ein wenig heraus, bekommt aber den Ball lediglich auf den Oberschenkel und wehrt das Spielgerät hiermit zur Ecke. Dass kein Handspiel vorliegt, ist unter anderem durch die Art und Weise des Abspringens des Balles erkennbar sowie, dass die Dresdner kurz zum Protestieren ansetzen, dieses jedoch sofort wieder eingestellt wird.“
Schiedsrichter Tobias Wittmann aus Wendelskirchen bekam vom Fachmagazin Kicker die Note 4,5 für seine Leistung in diesem Spiel. Seine Assistenten waren Philipp Hofheinz (Niefern) und Fabian Büchner (Mariakirchen). Vierter Offizieller: Fabian Maibaum (Hagen).

