Auf den ersten Blick war es ein durchaus stimmungsvolles Regionalliga-Fußballspiel. 2225 Besucher wollten die Partie zwischen Hertha BSC II und Energie Cottbus sehen. Die Gastgeber waren sogar so penibel und errechneten exakt 791 Besucher aus Cottbus. Das ist ein sehr respektabler Support an einem Dienstagabend.

Rassistische Sprüche während des Spiels

Auf den zweiten Blick jedoch hat der FC Energie nicht nur 2:5 gegen Hertha II verloren, sondern auch ein weiteres Stück an Sympathie. Genauer gesagt haben einige wenige Fans dafür gesorgt, dass sich andere Fans für das Erscheinungsbild des Gästeblocks im Amateurstadion des Berliner Bundesligisten schämen. Hintergrund sind die homophoben, antisemitischen und rassistischen Sprüche im Verlauf der Partie. Selbst Spieler aus den eigenen Reihen seien aufgrund ihrer Herkunft beleidigt worden, berichten Augenzeugen.

Im Internet werden die Vorfälle seit Dienstagabend diskutiert und vor allem kritisiert. Der Tenor: Viele Energie-Fans ärgern sich über diese Sprüche. „Man schämt sich“, schreibt ein Anhänger. Ein anderer Fan meint: „Habe auch im Gästeblock gestanden und die homophoben, antisemitischen und rassistischen Schreihälse wahrgenommen. #cottbusistbunt, hat aber m.E. dennoch ein Problem mit einem Teil seiner Fans.“

Energie Cottbus distanziert sich von Äußerungen

Auch der Verein reagierte noch am Montagabend auf die Vorfälle. „Der FC Energie Cottbus distanziert sich klar von jeglichen homophoben, rassistischen und sonstigen menschenverachtenden Äußerungen. Unser Verein steht für Vielfalt und Toleranz. Die Vorkommnisse werden wir aufarbeiten“, teilte der FCE mit.

Allerdings gab es derartige Sprüche am Dienstagabend auch aus dem Fanblock von Hertha BSC. „Cottbus, Ihr Zigeuner“, skandierten einige Berliner Fans in der zweiten Halbzeit. Für solche Gesänge wurde Energie Cottbus in der zurückliegenden Drittliga-Saison durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer Geldstrafe belegt.

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