So schnell kann es gehen: Energie-Kapitän Uwe Möhrle hat am Freitag am eigenen Leib erlebt, was passieren kann, wenn man einen Augenblick lang mal nicht ganz konzentriert bei der Sache ist. Der 35-Jährige war am Vormittag in einen Verkehrsunfall verwickelt. Einmal zu spät gebremst - und schon hat es gekracht. Doch zum Glück ist nichts Schlimmes passiert. Möhrle berichtet erleichtert: "Es gab einen Auffahrunfall an der Ampel. Aber der Schrecken war größer als alles andere."

Möhrle verpasste zwar wegen des Zwischenfalls das Training am Freitag. Für das Spiel am Sonntag gegen Osnabrück ist er allerdings einsatzbereit. Und diese Partie wird für den FC Energie auch zu einer Art Konzentra tionstest. Nach den beiden knappen 1:0-Siegen gegen Rostock und Stuttgart müssen die Lausitzer beweisen, dass sie im nächsten engen Spiel wieder konzentriert zur Sache gehen können.

Mit Osnabrück könnte Energie einen Verfolger vorerst distanzieren - zum Auftakt der Rückrunde könnte sich sogar eine kleine Spitzengruppe absetzen. Aber wetten sollte man darauf lieber nicht. Trainer Stefan Krämer schildert: "Man muss wachsam sein. In dieser Liga kann dir jede Woche alles passieren. Das geht aber allen Teams so. Deswegen geht es darum, Woche für Woche ans Limit zu kommen. Wer das am besten schafft, hat Erfolg."

Gegen Osnabrück muss Krämer Fanol Perdedaj ersetzen. Für den gesperrten Rechtsverteidiger kommt Robert Berger zurück ins Team. Krämer prophezeit: "Der Junge ist heiß, er wird sein letztes Hemd geben." Das erwartet der Coach von allen. Er gibt vor: "Ich halte nichts von langfristigen Planungen, sondern bin dafür: Wir gehen am Sonntag raus und knallen alles in dieses Spiel. Dann sehen wir weiter." Von seiner Philosophie rückt er dabei nicht ab. Als drei Grundregeln nennt er: "Lieber zu viel Risiko, als zu wenig. Lieber zu mutig, als zu ängstlich. Lieber zu weit weg vorm Tor verteidigt, als zu nah." Mit dieser Strategie ist Energie bisher vortrefflich gefahren - von kleineren Blechschäden einmal abgesehen.

In der Halbzeitpause werden am Sonntag die Halbfinalbegegnungen für den Fußball-Landespokal ausgelost. Glücksfee ist Leichtathletik-Europameisterin Antje Möldner-Schmidt.

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Hat Energie Interesse an Daniel Frahn von RB Leipzig? FCE-Trainer Stefan Krämer sagt offen: "Es gab noch keine Kontakte. Es ist ein interessanter Name, ein sehr guter Spieler. Das ist eine Kategorie von Spielern, mit der wir uns beschäftigen würden, wenn sie auf den Markt kämen. Aber er hat zuletzt gespielt, ich kann mir nicht vorstellen, warum Daniel Frahn zu uns kommen wollen würde."