Beim Training am Donnerstag konnten die Fans zum ersten Mal den runderneuerten FC Energie Cottbus in Augenschein nehmen. Denn alle vier Neuzugänge sind bereits in Cottbus und ­haben mit dem Team trainiert. Am Ende war es wie erwartet ein Wettlauf mit der Zeit: Buchstäblich auf der Ziel­geraden der Winter-Transferiode hat der FCE noch zwei Mal zugeschlagen. Mit Daniel Bohl (24) vom Drittliga-Konkurrenten Hallescher FC und Jürgen Gjasula (33) vom Regionalligisten Viktoria Berlin wurden am Donnerstag gleich zwei Spieler für das zentrale Mittelfeld verpflichtet.

Bohl unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2019, also bis Saisonende. Gjasula unterschrieb ebenfalls bis Juni 2019, sein Vertrag verlängert sich allerdings bei Klassenerhalt automatisch.

Energie hatte zuvor bereits Robert Müller vom KFC Uerdingen (32/ Vertrag bis Juni 2020) und Luke Hemmerich von Erzgebirge Aue (20/Leihe bis Juni 2019) als Verstärkungen für den Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga verpflichtet.

„Wir haben mit diesen Verpflichtungen auf die aktuellen Gegebenheiten im Kader reagiert“, erklärt Trainer Claus-Dieter Wollitz. ­„Müller soll Marc Stein ersetzen. Gjasula ist für Tim Kruse eingeplant, Bohl für den erneut verletzten Jonas Zickert, und Hemmerich für die rechte Abwehrseite.“ Alle vier Neuzugänge könnten bereits am Sonntag im Auswärtsspiel bei der SpVgg Unter­haching (14 Uhr) dabei sein, ­kündigte Wollitz gegenüber der RUNDSCHAU an.

Am letzten Tag der Transferperiode vermeldete der FCE zunächst am Mittag die Verpflichtung von Bohl aus Halle. „Daniel Bohl ist im besten Fußballeralter und bringt die Erfahrung von mehr als 100 Drittligaspielen mit. Er möchte unseren Weg hier in Cottbus mitgehen, hat Bock auf diese Aufgabe und passt charakterlich zu uns“, wird Trainer Wollitz in der Mitteilung des Vereins zitiert. „Auch wenn Daniel in dieser Saison in Halle keine Einsätze hatte, steht er im vollen Training und kann sofort loslegen.“ Der ehemalige Junioren-Nationalspieler gilt als Kämpfertyp, aber auch als intelligenter Spieler im ­zentralen Mittelfeld.

Auf dieser Position hat Energie wegen der lang­wierigen Verletzungen von Tim Kruse und Daniel Stanese große Personalsorgen.

Daniel Bohl wurde in Homburg im Saarland geboren und spielte zunächst im Nachwuchs des 1. FC Saarbrücken. Anschließend wechselte er ins Nachwuchs­leistungszentrum des FSV Mainz 05. In Mainz war Bohl auch Kapitän der U23-Mannschaft.

Der 1,67 Meter große Mittelfeldspieler wechselte vor der Saison 2017/18 zum Halleschen FC. Für Mainz II und Halle absolvierte er insgesamt 114 Partien in der 3. Liga.

Übrigens: Auch bei der folgenschweren 2:3-Heimniederlage des FC Energie gegen Mainz II am letzten Spieltag der Saison 2015/16 stand Daniel Bohl auf dem Rasen des Stadions der Freundschaft. Die Niederlage besiegelte den Cott­buser Abstieg in die Regionalliga.

In Halle musste sich Bohl zuletzt mit der Rolle des Reservisten begnügen. Er war zwar acht Mal im Kader, kam aber beim Tabellendritten unter Trainer Torsten Ziegner nicht zum Einsatz, weil Spieler wie Jan Washausen und Björn Jopek die besseren Karten hatten.

Mit dem 33-jährigen Jürgen Gjasula hat Energie ganz viel Erfahrung verpflichtet. Der gebürtige Albaner hat neben sieben Partien in der Bundesliga insgesamt 191 Spiele in der 2. Liga absolviert. „Jürgen ist ein überaus erfahrener Spieler, der unserer Mannschaft im Mittelfeld mehr Stabilität geben und die jüngeren Spieler führen soll. Wir sind davon überzeugt, dass er uns mit seiner Übersicht und Robustheit im Kampf um den Klassenerhalt helfen kann“, betont Trainer Claus-Dieter Wollitz.