In sportlicher Hinsicht haben beim FC Energie Cottbus inzwischen die Vorbereitungen auf das letzte Spiel des Jahres begonnen. Der FCE reist an diesem Samstag zu Optik Rathenow (13 Uhr/LR-Liveticker) und will mit einem Auswärtssieg seinen 2. Platz in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Nordost festigen. Hinter den Kulissen ist der Verein jedoch auch noch mit der Aufarbeitung des Topspiels gegen den BFC Dynamo (1:1) am vergangenen Freitag im Stadion der Freundschaft beschäftigt.
Obwohl der FCE trotz einer starken 2. Halbzeit den Sieg gegen den Tabellenführer verpasste, gingen viele Fans angesichts der engagierten Leistung der Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz zwar mit einem guten Gefühl nach Hause. Nicht zuletzt, weil der FCE mit diesem Auftritt eine Kampfansage an die Konkurrenz sendete. Unzufrieden waren aber viele Fans mit den Rahmenbedingungen bei diesem Topspiel. Wegen der langen Schlangen am Einlass kam ein beträchtlicher Teil der Anhänger nicht pünktlich ins Stadion.

Energie Cottbus äußert sich zur Kritik

Die Rundschau hat bei Energie Cottbus nachgefragt. „Wir haben die langen Schlagen natürlich auch registriert. Es hat nicht so gut geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Selbstverständlich ärgert es uns, wenn die Fans nicht pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein können“, erklärt FCE-Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht.
5073 Zuschauer kamen am Freitagabend zum Topspiel gegen den BFC Dynamo. Wegen der Corona-Pandemie galt die 2G-Regel. Ins Stadion durften also nur Geimpfte oder Genesene. Es war die zweitgrößte Kulisse in dieser Saison nach der Partie gegen den SV Babelsberg (5280). Damals galt allerdings 3G.
Wo liegen die Gründe für die langen Schlangen am Einlass? „Die intensiven Kontrollen sind natürlich mit ein Grund dafür, dass es etwas länger dauert. Neben der Ticketkontrolle und dem Bodycheck wird ebenfalls der Impfstatus kontrolliert. Dazu kommen die Luca-App oder das Kontaktformular“, sagt FCE-Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht.
Vor allem kurz vor dem Anpfiff um 19 Uhr ballte sich das Geschehen am Haupteingang. Fans berichteten der Rundschau, dass es um diese Zeit zwar noch Einlasskontrollen gegeben habe, aber kaum noch 2G-Kontrollen. Fast niemand habe im Gedränge eine Maske getragen, auch nicht auf dem Weg zu den Tribünenplätzen. Zwar galt für dieses Spiel keine generelle Maskenpflicht im Freien. Dennoch hatte der Verein das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske auch auf den Tribünen empfohlen.

Torjubel nur am Glühwein-Stand

Für Unmut bei vielen Fans sorgten zudem die langen Wartezeiten an den Cateringständen. Wer sich beispielsweise in der Halbzeitpause aufmachte, um einen Glühwein zu kaufen, musste lange anstehen. So lange, dass mancher Fan den umjubelten Ausgleichstreffer von Erik Engelhardt in der 58. Minute nur akustisch von draußen mitbekamen.
Auch dieses Problem habe man registriert, betont Vereinssprecher Scharfenberg-Hecht: „Die Westtribüne war gegen den BFC ziemlich voll. Man muss sich das – zumindest für diese Tribüne – vorstellen wie ein nahezu ausverkauftes Stadion. Da kommen die Cateringstände speziell in der Halbzeitpause an ihre Kapazitätsgrenzen. Wir müssen schauen, ob wir beim nächsten Spiel zusätzlich auch mobile Verkaufsmöglichkeiten anbieten können.“
Zumal auch das nächste Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena am 29. Januar wieder eine ähnlich große Kulisse verspricht wie gegen den Tabellenführer BFC Dynamo. Vorausgesetzt, die Corona-Lage lässt weiterhin Spiele mit Zuschauern zu. Der Verein werde aus der Kritik nach dem BFC-Spiel lernen, verspricht Stefan Scharfenberg-Hecht. „Wir werden mit unseren Netzwerkpartnern sprechen, wie wir das künftig noch effektiver gestalten können. Auch über das Öffnen von mehr Eingängen werden wir diskutieren. Beim Spiel gegen Jena muss das wieder besser klappen“, kündigt er an.