Kann man für einen Fußballverein die gleiche hingebungsvolle Liebe aufbringen, wie man es sonst nur für besondere Menschen zu leisten im Stande ist? Diese Frage wirft Christian Spiller sofort im Epilog in den Raum – und kommt zumindest im Falle von Energie Cottbus zu der Schlussfolgerung: Man kann nicht nur, man muss sogar! Und der Sportjournalist (Zeit Online) und Energie-Fan schiebt mit seiner gleichnamigen und launig geschriebenen Buchpremiere auch gleich noch 111 (mal mehr und mal weniger ernstgemeinte) Gründe für seinen Imperativ hinterher.

Mit Kapiteln wie „Weil Mehmet Scholl sich noch heute an Cottbus erinnert“ oder „Weil es eine Tabelle gibt, in der Energie vor Juventus, Dortmund und Bayern steht“ und noch viel mehr Humor („Ein Tackling, gerne auch eines, bei dem Gegner statt Ball getroffen wurde, wurde im Stadion der Freundschaft heftiger beklatscht, als eine gelungene Kombination. Wir sind hier schließlich nicht in Barcelona.“) gelingt es Spiller, nicht nur Zahlen und Daten runterzurattern, sondern die sentimentale Kraft und Bedeutung dieses Fußballklubs abzubilden. Denn: „Ohne Energie wäre Cottbus so egal wie andere Städte seiner Größe. So egal wie Pforzheim, Erlangen und Salzgitter.“