
Jules Reimerink: „Schuss vor den Bug“ als Ansporn für Reimerink
Es ist ruhig geworden um Jules Reimerink. So ruhig, dass es Trainer Rudi Bommer für nötig hielt, dem 22–jährigen Niederländer einen Weckruf zukommen zu lassen. Als Schuss vor den Bug bezeichnet Bommer im Rückblick die Nichtnominierung Reimerinks für den 18er–Kader in der Partie gegen Erzgebirge Aue. „Seine Körpersprache im Training hat mir nicht gefallen. Deshalb hat er diesen Schuss vor den Bug bekommen“, sagt Bommer.
Eine Woche später durfte Reimerink dann zwar mit zum Spiel bei Eintracht Frankfurt reisen, eingewechselt wurde er jedoch nicht. An diesem Sonntag in der Heimpartie gegen Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr) könnte der Niederländer erstmals in diesem Jahr in der Startforma tion stehen, weil mit Daniel Adlung und Leonardo Bittencourt (beide Sperre) gleich zwei offensive Außenbahnspieler ausfallen.
Hat Reimerink also den Schuss vor den Bug verstanden? „Ich habe eine Zeit lang nicht gut trainiert, hatte mich hängen lassen“, erklärt er im Fachmagazin „Kicker“ und spricht von der „schlechtesten Saison meiner Karriere“.
Reimerink räumt bemerkenswert selbstkritisch ein: „In meinem Kopf ist manchmal zu viel Unruhe, nach einem guten Spiel bin ich oft zu schnell zufrieden.“
Mit seinen Offensiv–Dribblings hatte er sich zwischenzeitlich sogar in den Fokus der Bundesliga gespielt. Im vergangenen Sommer fühlten der Hamburger SV und Aufsteiger FC Augsburg bei ihm vor, im Winter gab es dann Anfragen aus seiner Heimat. „Aktuell hat aber bestimmt keiner mehr Interesse, so wie ich spiele“, klagt Reimerink.
Denn im Grunde genommen spielt er gar nicht. Unter Bommer wurde der Mittelfeldmann erst einmal eingewechselt. Dass er im Wintertrainingslager via „Bild“-Zeitung trotz des langfristigen Vertrages bis 2014 unverhohlen mit einem Wechsel drohte, falls er in der Rückrunde nicht genügend Spielpraxis bekommen sollte, dürfte Bommer wenig beeindruckt haben. Der erfahrene Coach kennt solche verbalen Machtspiele — die Mannschaft pflegt er jedoch nach wie vor nach den Trainingsleistungen aufzustellen.
Reimerink habe zuletzt „einen besseren Eindruck im Training gemacht“, muntert der Energie–Coach den labilen Dribbler auf. Sollte Reimerink gegen Braunschweig in der Startformation stehen, dann muss er zeigen, dass man auch nach einem Schuss vor den Bug wieder ins richtige Fahrwasser kommen kann.
Sponsor: Die Brauerei Lübz hat ihren Vertrag um drei Jahre verlängert.
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