LR+LR+Boni
: „Boni“ gegen die Pleite

Der Begriff „Boni“ (Sonderzahlung) hat gute Chancen auf das Unwort des Jahres 2009. Schließlich versuchen Pleite-Manager in der Wirtschaft mit „Boni-Zahlungen“ ihre Raffgier zu verschleiern.
Von
Gastautor
-
Jetzt in der App anhören

Nun hat, wie bekannt wurde, auch der FC Energie den Spielern „Boni“ in Aussicht gestellt. 5000 Euro Prämie soll es bei einem Sieg für die Startelf-Spieler geben, immerhin noch die Hälfte für später Hinzugekommene. Schnell wird im Zusammenhang mit der neuen Prämienordnung der Hartz-IV-Empfänger als moralischer Zeigefinger benutzt. Der Vergleich ist fehl am Platze. Den Beziehern von staatlicher Unterstützung wird nämlich Neid unterstellt, dem die meisten gar nicht nachhängen. Im Gegenteil: Viele von ihnen unterstützen nahezu enthusiastisch auf den Tribünen im Stadion der Freundschaft die Mannschaft in der Nervenschlacht um den Klassenerhalt. Außerdem zahlt der Verein laut Manager Steffen Heidrich nur für Siege, wenn sie die Pleite Abstieg abwenden. Dann hätte er sogar noch ein gutes Geschäft gemacht. Schließlich werden Fernsehgelder nach einem Ranking ausgeschüttet, das lang- und kurzfristige Leistungsnachweise in Form von Platzierungen berücksichtigt. In Schalke heute den Bock umzustoßen kann also dem FC Energie viele „Boni“ einbringen.