3. Liga: Aue mit zweitem Sieg – Duell um Tabellenführung im Ostderby

Torschütze: Mika Clausen bejubelt den Sieg von Erzgebirge Aue gegen den VfL Osnabrück. Sein Trainer bremst aber zu große Euphorie nach einem perfekten Saisonstart.
IMAGO/Picturepower/Werner ScholzEuphorie erlaubt sich Pavel Dotchev in seiner gewohnten Art nicht: „Es sind nur zwei Spiele, wir dürfen nicht anfangen zu übertreiben, das könnte sehr, sehr gefährlich werden“, sagte der Trainer von Erzgebirge Aue am Samstagmittag (10. August) bei MagentaTV nach dem 2:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück. Am ersten Spieltag hatte Aue bereits mit 2:1 gegen Hannover 96 II gewonnen.
In Osnabrück war der 58-Jährige mit der Leistung seines Teams hochzufrieden. „Heute war die gesamte Mannschaft top“, lobte Dotchev nicht zu Unrecht. Mit einer abgeklärten Leistung hielten die Sachsen den Zweitliga-Absteiger weitgehend in Schach, einzig Ex-Cottbuser Erik Engelhardt konnte Torgefahr ausstrahlen, aber Martin Männel nicht überwinden. Nach zwei Spieltagen bleibt Osnabrück torlos und steht mit zwei Niederlagen sowie 0:3 Toren am Tabellenende.
Mika Clausen gelingt bei Erzgebirge Aue sein erstes Tor als Profi
Vorne stach Aue an der Bremer Brücke in den richtigen Momenten zu: Mika Clausen mit seinem ersten Profitor (57.) und Borys Tashchy (87.) sorgten für den Auswärtssieg. Clausen verpasste mit einem Pfostenschuss nur knapp den Doppelpack (68.). Dotchev lobte seinen 22-jährigen Neuzugang: „Er hat uns offensiv sehr gut getan, weil er auch unter Bedrängnis immer Lösungen hat und mal zwei, drei Leute ausspielen kann. Er kann Leute binden, um andere frei zu bekommen. Aber auch seine Arbeit im Defensivbereich ist enorm.“
Dem Debüt-Torschützen war die Euphorie im Interview bei MagentaTV nach dem Spiel anzumerken – zumal er unerwartet per Kopf traf: „Das erste Kopfballtor meiner Karriere, aber das sieht ganz okay aus“, meinte der Flügelstürmer und schmunzelte. „Es ist einer der schönsten Momente in meinem Leben, ich habe lange darauf hingearbeitet, dass ich hier sein darf. Deswegen freue ich mich extrem über mein erstes Tor und hier drei Punkte eingefahren zu haben.“
Erzgebirge Aue trifft im nächsten Ostderby auf Dynamo Dresden
Zwei weitere große Highlights warten auf Clausen und seine Mitspieler schon innerhalb der nächsten 14 Tage: Am 17. August ist im DFB-Pokal Bundesligist Borussia Mönchengladbach zu Gast, sechs Tage später reist Dynamo Dresden zum Sachsen-Derby ins Erzgebirge. „Das ist eine Wahnsinnskulisse. Ich mache das auch alles zum ersten Mal, ich freue mich extrem auf beide Spiele“, sagte Clausen.
Sein Trainer hat schon etwas mehr Derbyerfahrung und weiß genau: „Derby ist immer Derby, das sind Emotionen pur. Wir wollen zu Hause unsere Fans nicht enttäuschen, wir werden alles daran setzen, das zu schaffen.“ Zusätzliche Brisanz erhält das Derby aus der sportlichen Situation: Dank eines 2:1 gegen Viktoria Köln und des 4:2-Siegs gegen Energie Cottbus ist auch Dynamo mit zwei Siegen perfekt in die Saison gestartet, der Derbysieger am 23. August wird also Tabellenführer sein.
Dotchev bremst aber und will von langfristigen Ambitionen um den Aufstieg noch gar nichts hören: „Es ist der zweite Spieltag, die Saison wird ein Marathonlauf. Ich möchte überhaupt nicht über Prognosen reden, für mich zählt jedes Spiel.“


