Union Berlin
: Neuzugang Leopold Querfeld – Trainer aus Eberswalde formte ihn zum EM-Spieler

Der 1. FC Union Berlin hat Leopold Querfeld (20) von Rapid Wien verpflichtet. Der Abwehrspieler steht im EM-Kader von Österreich. Er stammt aus einer besonderen Familie.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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EM 2024: Österreich–Training in Berlin : Fussball, Herren, Saison 2023/2024, EM 2024 in Deutschland, Training der Nationalelf von Österreich im Amateurstadion im Olympiapark Berlin, im Bild: Leopold Querfeld (Österreich),  12.06. 2024, Foto: Matthias Koch

Leopold Querfeld (20) bereitet sich in Berlin mit der Nationalmannschaft von Österreich auf den EM-Start vor. Er spielt als Verteidiger in der Abwehr des 1. FC Union Berlin.

Matthias Koch

Noch vor Beginn der Fußball-EM in Deutschland hat der 1. FC Union Berlin einen EM-Teilnehmer für die Saison 2024/25 in der Fußball-Bundesliga verpflichtet: Der 20-jährige Innenverteidiger Leopold Querfeld kommt vom SK Rapid Wien an die Alte Försterei in Berlin-Köpenick. Damit erinnert er an den Werdegang von Union-Legende Christopher Trimmel (37), der 2014 ebenfalls von Rapid zum 1. FC Union kam.

Mit 20 Jahren hat Querfeld bereits 125 Profieinsätze vorzuweisen. In der zurückliegenden Saison absolvierte Querfeld 28 Spiele in der österreichischen Bundesliga und war zeitweise sogar Kapitän seiner Mannschaft. Rapid-Cheftrainer Robert Klauß, der aus Eberswalde im Landkreis Barnim stammt, hält große Stücke auf den jungen Verteidiger und formte ihn so, dass Nationaltrainer Ralf Rangnick aufmerksam wurde.

Robert Klauß ist seit November 2023 Cheftrainer bei SK Rapid Wien. Unter ihm wurde Leopold Querfeld zum Nationalspieler von Österreich.

Robert Klauß ist Cheftrainer bei SK Rapid Wien. Unter ihm wurde Leopold Querfeld zum Nationalspieler von Österreich.

Tobias Steinmaurer/dpa

Querfeld bei der EM gegen Frankreich, Niederlande und Polen

Rangnick berief den 1,90-Meter großen Abwehrmann im Frühjahr erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft. Im März stand er in einem Testspiel gegen die Slowakei in der Startelf und gab damit sein Debüt im Nationaltrikot. Im diesjährigen Mai wurde er für den vorläufigen Kader Österreichs für die Europameisterschaft 2024 nominiert und schaffte es schließlich auch in den endgültigen Kader. In der Gruppe D wird Österreich auf Frankreich, die Niederlande und Polen treffen.

Der 1. FC Union teilt mit, dass Querfeld gern zeichnet und als Hobby gern Sneakers und Hoodies gestaltet. Der gebürtige Wiener stammt laut Bild aus einer Kaffeehaus-Dynastie. Seine Familie besitzt demnach drei Lokale in Wien.

Der 20-Jährige erlebt nun sein erstes Fußball-Abenteuer im Ausland und betont: „Der Schritt zum 1. FC Union Berlin ist ein ganz besonderer für mich. Ich strebe an, mich täglich zu verbessern und viele Erfahrungen auf dem höchsten Niveau zu sammeln. Bei Union und in der Bundesliga sehe ich dafür sehr gute Voraussetzungen und bin bereit für die kommenden Aufgaben.“ Querfeld fügte an: „Ich freue mich insbesondere auf die Stimmung bei den Heimspielen und kann es kaum erwarten, vor den Fans zu spielen.“

Ruhnert setzt auf physische Stärke von Querfeld

Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union erklärt in der Vereinsmitteilung zum Transfer: „Leo gehört ohne Zweifel zu den begehrtesten Innenverteidigern seines Jahrgangs und hat nicht zuletzt mit seiner finalen Berufung in den EM-Kader Österreichs gezeigt, wie stark seine Leistungsentwicklung ist.“

Er beschreibt: „Mit ihm bekommen wir einen physisch starken und mutigen jungen Spieler hinzu, der unsere Defensivreihe stärken wird. Ihn trotz vieler anderer Offerten nach Berlin zu lotsen, zeigt die enge Abstimmung aller Beteiligten und freut mich sehr.“

Es wird davon abhängen, wie lange sich die Österreicher im EM-Turnier halten können, wann Querfeld zu seiner neuen Mannschaft stößt. Das Trainingslager im österreichischen Längenfeld (12. bis 19. Juli) würde er terminlich nur verpassen, wenn er mit dem Nationalteam bis ins Endspiel am 14. Juli vorstoßen würde.