Sana Kliniken Niederlausitz: Wenn ein Sturz das Leben verändert

Schritt für Schritt zurück zur Mobilität im eigenen Umfeld: Das ist das erklärte Ziel des zertifizierten Alterstraumazentrums der Sana Kliniken Niederlausitz.
Alla Valko - stock.adobe.comEs klingt wie aus einem Drehbuch eines Spielfilms – und doch ist es Realität: Der Teppichrand, an dem man hängen bleibt. Die Stufe, die man übersieht. Ein falscher Schritt – und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Was wie ein alltäglicher Unfall beginnt, wird für viele ältere Menschen zum Wendepunkt. Denn mit dem Bruch eines Knochens verändert sich häufig weit mehr: Beweglichkeit geht verloren, Unsicherheit wächst, der Weg zurück in den selbstbestimmten Alltag wird zur Herausforderung.
„Wir erleben das jeden Tag“, sagt Dr. Christian Schmidt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie. „Der Bruch ist oft nur der Anfang. Entscheidend ist, was danach passiert – und ob es gelingt, die Patienten wieder in ihr gewohntes Leben zurückzubringen.“ Aus genau dieser Erfahrung heraus haben die Sana Kliniken Niederlausitz ihre Strukturen weiterentwickelt und ein Alterstraumazentrum aufgebaut, das jetzt erfolgreich zertifiziert wurde.
Wenn Medizin den ganzen Menschen sieht
Die Bevölkerung in der Lausitz wird älter. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die medizinische Versorgung. Ältere Patienten bringen häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig mit, nehmen unterschiedliche Medikamente ein und reagieren sensibler auf operative Eingriffe. Ein Knochenbruch ist deshalb selten ein isoliertes Ereignis. „Ein Unfall ist bei älteren Menschen immer auch eine komplexe medizinische Situation. Es geht nicht nur um die Verletzung selbst, sondern um den gesamten gesundheitlichen Zustand und die Lebenssituation“, erklärt Dr. Josef Nees, Chefarzt der Geriatrie. Die Altersmedizin nimmt genau diese Perspektive ein und denkt nicht in einzelnen Diagnosen, sondern in Zusammenhängen – mit dem Ziel, Selbstständigkeit zu erhalten und den Weg zurück in den Alltag so zielführend wie möglich zu gestalten.
Von der Erfahrung zur Struktur
Dass diese Perspektiven heute so eng zusammengeführt werden, ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung. Die Beobachtungen aus dem klinischen Alltag haben gezeigt, dass ältere Patienten besonders dann profitieren, wenn Behandlungsschritte nicht nacheinander erfolgen, sondern ineinandergreifen. Im Alterstraumazentrum arbeiten deshalb Unfallchirurgie, Orthopädie, Traumatologie und Geriatrie von Beginn an eng zusammen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Risiken frühzeitig erkannt und Therapien aufeinander abgestimmt. „Gerade bei älteren Patienten reicht es nicht aus, nur die Verletzung optimal zu versorgen. Der Behandlungserfolg hängt davon ab, wie gut alle Bereiche zusammenspielen“, so Dr. Christian Schmidt. Damit dieses Zusammenspiel im Alltag funktioniert, braucht es Menschen, die die verschiedenen Fachbereiche zusammenführen und den Überblick über den gesamten Behandlungsweg behalten. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Oberärztin Claudia Mehnert als Zentrumskoordinatorin des Alterstraumazentrums. Sie begleitet die enge Abstimmung zwischen Unfallchirurgie, Geriatrie, Pflege, Therapie und Sozialdienst und sorgt dafür, dass Entscheidungen schnell, strukturiert und gemeinsam getroffen werden. „Gerade ältere Patienten benötigen keine isolierte Behandlung einzelner Diagnosen, sondern ein Team, das den gesamten Menschen im Blick behält. Entscheidend ist, dass alle Berufsgruppen eng miteinander arbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen“, erklärt Claudia Mehnert.
Therapie als Schlüssel zurück in den Alltag
Ein zentraler Baustein auf diesem Weg ist die Arbeit der vielen Berufsgruppen, die Patienten nach einem Sturz Tag für Tag begleiten. Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sozialdienst arbeiten im Alterstraumazentrum eng zusammen und bringen unterschiedliche Perspektiven in die Behandlung ein. Während die Therapie frühzeitig Mobilität und Selbstständigkeit fördert, unterstützt die Pflege dabei, Sicherheit im Alltag zurückzugewinnen. Gleichzeitig hilft der Sozialdienst, die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt vorzubereiten und gemeinsam mit Angehörigen passende Lösungen für die Zeit danach zu finden.
„Gerade in dieser Phase entscheidet sich häufig, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt weitergeht. Ob jemand wieder selbstständig leben kann oder dauerhaft Unterstützung benötigt, hängt maßgeblich davon ab, wie früh und wie gezielt die Mobilität gefördert wird. Unser Ziel ist nicht nur eine erfolgreiche Operation, sondern dass Menschen wieder möglichst selbstständig in ihren Alltag zurückfinden“, erklärt Zentrumkoordinatorin Claudia Mehnert. „Dafür braucht es Medizin, Pflege, Therapie und soziale Unterstützung gleichermaßen.“ Im Alterstraumazentrum ist diese multiprofessionelle Begleitung deshalb von Anfang an Teil des Behandlungsweges.
Klare Abläufe für eine abgestimmte Behandlung
Damit diese enge Zusammenarbeit im Alltag funktioniert, braucht es verlässliche Strukturen. Regelmäßige gemeinsame Visiten und strukturierte Fallbesprechungen sorgen dafür, dass alle beteiligten Fachbereiche – von der Medizin über die Pflege bis zur Therapie – einen ganzheitlichen Blick auf den Patienten haben.

Ein Trauma kann gerade im Alter große Folgen haben. In den Sana Kliniken Niederlausitz gibt es jetzt ein zertifiziertes Alterstraumazentrum, in dem für Patienten ein individueller und interdisziplinärer Versorgungspfad festgelegt wird.
tippapatt - stock.adobe.comDie Voraussetzungen für eine Zertifizierung als Alterstraumazentrum sind entsprechend klar definiert. Sie verlangen unter anderem, dass geriatrische und unfallchirurgische Expertise jederzeit verfügbar ist, dass Patienten frühzeitig interdisziplinär beurteilt werden und dass Therapie und Pflege eng in den Behandlungsprozess eingebunden sind. Ergänzt werden all diese Qualitätsanforderungen durch speziell qualifiziertes Personal, verbindliche Abläufe und eine kontinuierliche Überprüfung der Behandlungsqualität. Die Zusammenarbeit soll nicht vom Zufall abhängen, sondern im Alltag verlässlich funktionierten. Und das haben die Sana Kliniken Niederlausitz unter Beweis gestellt. Für die Patienten bedeutet das eine Versorgung, die durchgängig abgestimmt ist und sich an ihrer individuellen Situation orientiert.
Sicherheit für Patienten – Orientierung für Angehörige
Für die Patienten entsteht im zertifizierten Alterstraumazentrum der Niederlausitzer Kliniken eine Behandlung, die sie nicht allein auf ihre Verletzung reduziert. Sie werden begleitet – von der Aufnahme über die Operation bis hin zur Mobilisation und darüber hinaus. Risiken können früh erkannt werden, Fortschritte werden gemeinsam bewertet und der Blick richtet sich von Anfang an auf das Ziel: zurück in ein möglichst selbstständiges Leben.
Auch Angehörige erleben diese Struktur als entlastend. Sie finden feste Ansprechpartner und können sich darauf verlassen, dass alle Beteiligten eng miteinander arbeiten. „Unser Ziel ist es, dass unsere Patienten nach einem Unfall ihren Alltag möglichst wieder so wie bisher gewohnt bewältigen können. Dafür braucht es das Zusammenspiel aller Fachbereiche – von der ersten Stunde an“, so Dr. Josef Nees.
Ein wichtiger Schritt für die Region
Mit der Zertifizierung des Alterstraumazentrums stärken die Sana Kliniken Niederlausitz gezielt die Versorgung in der Lausitz. Sie reagieren damit auf die demografische Entwicklung und schaffen ein Angebot, das speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet ist. „Wir entwickeln unsere Strukturen konsequent weiter, weil sich die Anforderungen verändern. Das Alterstraumazentrum ist ein wichtiger Baustein, um auch in Zukunft eine verlässliche Versorgung für die Menschen in der Region sicherzustellen“, betont Geschäftsführer Marc Bernstädt.
Das Alterstraumazentrum in den Sana Klinken Niederlausitz steht für eine Form der Medizin, die in Zusammenhängen denkt. Chirurgie, Altersmedizin, Pflege und Therapie greifen ineinander begleitet von einem eng abgestimmten multiprofessionellen Team – mit klaren Abläufen und einem gemeinsamen Ziel. So ist medizinische Hilfe im Ernstfall nicht nur schnell erreichbar, sondern die Versorgung auch so organisiert, dass sie vor allem ältere Lausitzer wieder auf die Beine bringt. Schritt für Schritt. Zurück in den Alltag.
Sicher versorgt
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